Erst der Karnevalsumzug, dann die Karnevalsgesellschaft

Von: hal
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Ehrenurkunden zum jecken Jubiläum (v.l.): Harald Minderjahn, Wilfried Kuhl, Hermann-Josef Kurth und Präsident Dirk Schieren. Foto: G. Halili

Stolberg-Gressenich. „Drüe Krom, dat wolle mer net“ – mit dieser Einlage machte Präsident Dirk Schieren bereits zu Anfang deutlich, dass er sich in allerbester Feierlaune befand. Es gab auch allen Grund dazu. Die KG „Fidele Bessemskriemer Gressenich“ hatte zum 5x11jährigen Bestehen ins Pfarrheim an der Römerstraße eingeladen.

Die närrische Zahl 11 hat für alle aktiven Karnevalisten eine ganz besondere Bedeutung. So hat Bürgermeister Ferdi Gatzweiler sich dann auch gerne für die KG als Schirmherr zur Verfügung gestellt.

Auf dem Programm standen natürlich aufgrund der langen Vereinsgeschichte zahlreiche Ehrungen. Die größere Aufmerksamkeit lag jedoch in der Präsentation des geschichtlichen Verlaufs. Nachdem der Präsident dem jecken Volk noch schnell erheiternd die Regeln fürs Rauchen und die gastronomischen Gegebenheiten erklärt hatte, folgte zugleich eine närrische wie amüsante Zeitreise in die Vergangenheit. Diese wurde sodann auf der Leinwand per Power Point souverän von Dirk Schieren präsentiert.

Der Rückblick startete im Jahr 1959, genauer am 8. Februar. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinen Karnevalsverein, aber bereits den ersten Karnevalsumzug. Der „Seeteufel“ ging hier auf Fahrt, ein Karnevalsschiff, das zuvor von sieben dynamischen gestandenen Mannsbildern gebaut worden war. Jetzt konnte einer Vereinsgründung nichts mehr im Wege stehen. „Sieben Gründungsmitglieder wurden mal so eben schnell gewählt, total unkompliziert – und net so kompliziert wie heute in de Politik“, ergänzte der Präsident schmunzelnd und schaute auf die politischen Gäste, die sich ebenfalls unters Narrenvolk gemischt hatten.

Also hieß das offizielle Gründungsdatum 18. Februar 1959. Man erinnerte sich daran, dass in Gressenich das Handwerk des Besenbinders/Besenhändlers stark vertreten war, und somit entschied man sich für den Namen „Fidele Bessemskriemer“.

Schnell vergrößerte sich die Gruppe der Narrenschar in den darauffolgenden Jahren. Es folgten Erinnerungen an tolle Umzüge mit eigens gestalteten Wagen. Legendäre Sitzungen, Auftritte und famose Gruppen rundeten das Bild der KG ab. Später folgten einige neue Ausrichtungen innerhalb der Gesellschaft. Waren es zuvor die Bessemskriemer Fanfarenkorps, so hießen sie ab 1970 bis heute die Blasmusikanten Gressenich.

1987 kam es zu einer radikalen Änderung. „Schuld daran war unsere Gressenische Jong“, witzelt Schieren in seinen Ausführungen über den damaligen Präsidenten der KG und heutigen Landtagsabgeordneten Axel Wirtz. Er wollte neue Wege gehen und präsentierte von nun an den Verein in der Farbe Rot. Schlecht steht es den Karnevalisten nicht, sind sie doch bis heute dabei geblieben.

Die Veranstaltungsorte veränderten auch im Laufe der Zeit ihren Sitz. Vom alten Saal bei Stein zog man um in das Festzelt am Markt. 23 Jahre lang wurde dort gelacht und gefeiert, bis man ins jetzige Pfarrheim St. Laurentius umzog. Neue Wege habe man beschritten, und nun sei man heute überall vertreten. In sämtlichen Medien, Internet, Facebook, bei Whatsapp und was es sonst noch alles gibt. Die Zukunft sieht gut aus. Nach diesem gelungenen Rückblick blieben die zahlreichen Gratulanten nicht aus.

Ehrungen

Zunächst bedankte sich die KG bei Pastor Norbert Bolz, der durch seine liebenswerte Art im Dorf sehr beliebt sei und dem Verein sehr nahe stehe. Im weiteren Verlauf wurden einige Pioniere geehrt. Ramona Breuer beispielsweise erhielt in Abwesenheit den Verdienstorden. Sie war lange Jahre Tanzmariechen und bildete in den Jahren darauf die Tanzgruppen aus. Sichtlich gerührt war der ehemalige Vorsitzende Harald Minderjahn: Er wurde nach 30-jähriger Zugehörigkeit zum Ehrenvorsitzenden der KG gewählt. Wilfried Kuhl als langjähriger Zeremonienmeister erhielt die Auszeichnung als Ehrenmitglied.

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