Erneute Zitterpartie für Sekundarschule

Von: Michael Grobusch
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Zukunft ungewiss: Ob aus der Hauptschule Kogelshäuserschule eine Sekundarschule wird, steht weiter in den Sternen. Foto: Grobusch

Stolberg. Es ist ein Déjà-Vu der klassischen Art, und doch sehen die Verantwortlichen Unterschiede zum Vorjahr. Das allerdings ist Interpretationssache, während die Zahlen unangreifbare Fakten darstellen: Bis zum Stichtag am gestrigen Freitag, 12 Uhr, sind erst 66 Anmeldungen für die geplante Sekundarschule eingegangen.

Damit bleibt Stolberg erneut unter der im Landesschulgesetz festgeschriebenen Mindestzahl von 75. Zwar liegen fünf weitere Anmeldungen vor, die interessierten Kinder wohnen allerdings in Eschweiler (4) und Aachen und erfüllen damit nicht die Kriterien aus Düsseldorf. 2012 hatte es beim ersten Versuch, die Sekundarschule zu etablieren, eine beinahe identische Situation gegeben: Damals lagen 65 Anmeldungen am Ende des Verfahrens vor.

Verweis auf „Erfahrungswerte“

„Ich kann nur die Zahlen feststellen und weitergeben. Alles andere ist jetzt eine Angelegenheit zwischen dem Land und der Stadt“, erklärte der von der Bezirksregierung für das Verfahren als Berater benannte Daniel Bick. Der Leiter der Europaschule Herzogenrath ist somit aus dem Rennen, bereits am Montag, so erklärte Ferdi Gatzweiler auf Anfrage, soll es eine Kontaktaufnahme mit der Genehmigungsbehörde in Köln geben.

„Ich bin weiter optimistisch“, betonte der Bürgermeister und verweist auf zwei „Erfahrungswerte“, die ihn hoffen lassen, die 75er-Hürde doch noch überwinden zu können. „Eltern von drei Kindern haben die Frist verpasst und wollen die Anmeldung in der nächsten Woche nachholen.“ Neun Kinder hat die Verwaltung zudem ausgemacht, die in den zehn Grundschulen im Stadtgebiet noch keine Rückmeldung über ihre Einschreibung gegeben haben. „Die Vergangenheit zeigt: Man kann fast zwingend davon ausgehen, dass das Kinder sind, die eine Hauptschule aufsuchen werden. Und wenn diese wie geplant ausläuft, wird ihre Wahl auf die Sekundarschule fallen“, ist Gatzweiler überzeugt.

Ob sich die Bezirksregierung von solchen Perspektiven überzeugen lassen wird, bleibt abzuwarten. Der für die Genehmigung zuständige Peter Marx war am gestrigen Nachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Er dürfte erster Ansprechpartner sein für Ferdi Gatzweiler, wenn es in der kommenden Woche darum geht, die Lage auszuloten. „Ich werde für die Sekundarschule kämpfen. Alleine die Tatsache, dass wir zum Stichtag eine Formalie nicht einhalten können, entmutigt mich noch nicht.“ Der Bürgermeister verweist auf das pädagogische Gesamtkonzept in Stolberg und auf das aufwendig und kostspielig sanierte Gebäude der Hauptschule Kogelshäuserstraße, die auslaufen und der Sekundarschule Platz bieten soll.

Bei den Bürgern haben diese Argumente offenbar nur bedingt Wirkung gezeigt. „Die große Unsicherheit hat viele von einer Anmeldung abgehalten“, meint Jörg Klein, der als Berater der Stadt (und Leiter der Hauptschule) über Monate für die neue Schulform geworben hat. Trotz der Parallelitäten mit dem vergangene Jahr hat Klein nach eigener Aussage dennoch eine insgesamt „deutlich positivere Stimmungslage“ ausgemacht. „Die Zahl der Eltern, die die Sekundarschule als erste Wahl angegeben haben, liegt klar über der des Vorjahres.“ Und: „Auch die von der Gesamtschule abgelehnten Kinder und Eltern sind der Sekundarschule gegenüber sehr aufgeschlossen gewesen.“

Unterm Strich aber stehen zu wenige Anmeldungen. „Es gibt noch Schüler auf dem Markt. Deshalb rechne ich auch noch mit der ein oder anderen Anmeldung“, betont Klein.

Gleichwohl wird seit Freitagnachmittag im Rathaus auch über einen möglichen Plan B gesprochen, der bis dato tabu gewesen war. „Wir brauchen eine Fristverlängerung“, nennt Ferdi Gatzweiler sein erstes Verhandlungsziel. Sollte ihm diese verwehrt werden, will der Bürgermeister sich darum bemühen, dass die Anmeldungen von außerhalb des Stadtgebietes berücksichtigt werden.

Und wenn auch das nicht gelingen wird? „Dann haben wir fürs Erste eine sehr gut aufgestellte Hauptschule und werden im nächsten Jahr einen weiteren Versuch unternehmen, die Sekundarschule in Stolberg einzurichten.“

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