Stolberg - Erklärte Historie trifft auf unerklärte Kunstwerke

Erklärte Historie trifft auf unerklärte Kunstwerke

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Kunst-Zink-BU
Manfred M. Bohn, Prof. Alexander Boeminghaus, Museumsleiter Sebastian Wenzler sowie die Künstlerinnen Odine Lang und Marie M. Bellenger (v.l.) bringen Kunst und Industrie zusammen. Foto: D. Müller

Stolberg. Im Rahmen des Kulturfestivals „Stolberg goes France”, heißt es ab Freitag im Museum Zinkhütter Hof „Marie M. Bellenger rencontre (trifft) Odine Lang”. Das Projekt der Steinweg-Galerie vereint die moderne Malerei Bellengers mit den frei konstruierten Objekten und grafischen Arbeiten Langs in dem besonderen Ambiente des Zinkhütter Hof.

„Dieser Ausstellungsort ist höchst interessant und spannend. In dem musealen Schauraum wird Historie erklärt und nun durch die Kunst bereichert, die unerklärt bleibt; sie muss der Betrachter selbst ergründen”, begeistert sich Professor Alexander Boeminghaus, Vorsitzender der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen, der Schirmherr der Doppelausstellung. 18 Bilder der in Paris geborenen Marie Madeleine Bellenger sowie 35 Objekte und grafische Zeichnungen der Aachener Künstlerin Odine Lang werden bis zum 18. Juli zu sehen sein.

Hauptanspruch Bellengers Malerei ist es, sich an Grenzen heranzutrauen, sie zu berühren und zu überschreiten. Die Künstlerin lebt seit 20 Jahren Rheinland und bewegt sich in den deutsch-französischen Grenzregionen. „Ich bin zweisprachig und mit beiden Kulturen aufgewachsen. Dieses Spannungsfeld habe ich ganz bewusst zum Gegenstand meiner Kunst gewählt”, erklärt Bellenger. Ihre Arbeiten wollen eine bestehende Situation überwinden, um Lösungen zu finden, und haben alle eins gemeinsam: Sie verbindet das geschriebene Wort, denn in ihre Bilder hinein schreibt und kratzt sie Zitate oder eigene Lyrik in Deutsch und Französisch. Es sind Botschaften, die sich auf Leben und Glauben im weitesten Sinne beziehen und das Polaritätsprinzip zum Inhalt haben. Hierbei spielen Reihung und Rhythmus eine große Rolle, wodurch die Dynamik und die besondere Struktur ihrer Werke bestimmt werden.

Lang verwendet eine Vielfalt an Techniken für die Form-Variationen ihrer Objekte, die Gipsfiguren oder auch mit Papier umhäutete Holz- oder Drahtgebilde sein können. Im Zinkhütter Hof stellt sie überwiegend aktuellere Werke aus 2009 und 2010 aus. „Es sind freie Konstruktionen mit sensiblen biologistischen Formen und Strukturen, wie in meinen Zeichnungen”, beschreibt die Aachener Künstlerin, die in Hannover Grafik-Design im Fachbereich Kunst und Design studiert hat und nicht ohne direkten Bezug zu Frankreich ist: So erhielt sie 1996 ein Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks „Ecole des Beaux-Arts” in Brest. Ihre Raumkörper und grafischen Bilder verbindet die gleiche Symmetrie, die organisch anmutende Formen um die gedachte Mittelachse entstehen lässt.

Vernissage und Öffnungszeiten

Die Vernissage zur Doppelausstellung findet am Freitag, 28. Mai, um 17.30 Uhr statt. Prof. Dr. Paul Thomes, Vorsitzenderdes Förderverein des Museums, undManfred M. Bohn, Kommunikationskünstler und Lyrikrezitator, führen in die Ausstellung ein.

Die Kunstwerke sind im Zinkhütter Hof an der Cockerillstraße bis zum 18. Juli dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen.
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