Stolberg - Erinnerungswerkstatt soll Stadtgeschichte erlebbar machen

Erinnerungswerkstatt soll Stadtgeschichte erlebbar machen

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Stolberg. Die Geschichte einer Stadt und Legenden, die sich um sie ranken, einmal anders erzählt, das ist die Intention eines bislang einmaligen Modellprojektes. In einer lebendigen Erinnerungswerkstatt Stolberg 2009 soll zusammengetragen werden, was die Kupferstadt damals und heute ausmacht.

Angesprochen sind alle Vereine und Gruppen, die sich in Stolberg in irgendeiner Form mit Kultur und (Stadt-)Geschichte beschäftigen, aber auch ganz normale Bürger, die Lust haben, ihre Stadt einmal anders zu präsentieren.

Die Ergebnisse sollen im Juni/Juli 2009 in einer Produktion mehrerer Theater- und Tanzcompagnien münden. Geplant ist eine farbenfrohe Inszenierung mit Schauspielern, Tänzern, Musikern, 1000 Kerzen und über 350 Scheinwerfern.

Initiiert und umgesetzt wird das ungewöhnliche Projekt von „S 16” des Kreises Aachen in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Stolberg.

Die Zielsetzung bestehe in der Inszenierung neuer Kompositionen, die an unterschiedlichen Spielorten, wie der Altstadt oder der Burg, szenisch unterschiedliche „Mosaiksteine einer Stadtführung besonderer Art” bildeten.

„Vom traditionsträchtigen Ort, über eine auf den ersten Blick banal alltägliche Straßenecke bis hin zu einem bisher nie wahrgenommenen kleinen Hinterhof wird der Zuschauer durch seine Stadt geleitet und gewinnt völlig neue Einblicke”, umschreibt die Projektleiterin Nina Mika-Helfmeier, was die Stolberger und auswärtigen Gäste erwarten wird.

Aus den authentischen Erlebnissen der Bevölkerung und den subjektiv künstlerischen Eindrücken sollen theatralische Bilder einer neuen Stadtlandschaft entstehen, die eine ganz eigene Identität Stolbergs schafft. Regionale Geschichte soll durch eine künstlerische Darstellung für die Bevölkerung sinnlich erlebbar gemacht werden.

Für die Umsetzung konnte die renommierte Theater-Compagnie „Grostest Maru” aus Berlin gewonnen werden. Sie wird die künstlerische Leitung übernehmen und weitere professionelle Künstler, Schauspieler und Tänzer sowie lokalen Gruppen und Vereine aus Stolberg einbinden.

Im Vorfeld steht eine umfangreiche Recherche zur Geschichte, zu den Mythen und Legenden der Region, sowie zu aktuellen politischen und soziologischen Tendenzen und Phänomenen.

Als Grundlagenthemen sind unter anderem angedacht: die Geschichte der Stolberger Burg, der früheren Handelspfade und Handelsverbindungen der Kupferstadt, die florierende Industriekultur der jüngeren Vergangenheit im Kontrast zur heutigen Entwicklung.

Im zweiten Schritt soll dies vor Ort vertieft werden. Geplant sind Erinnerungswerkstätten und Interviews mit der Bevölkerung und Zeitzeugen zu ausgesuchten historischen Schwerpunkten. In dieser Phase sollen die möglichen Spielorte und Wege für die Stadtführung der besonderen Art entwickelt werden, sowie Produktionsmittel und Produktionsbedingungen festgelegt werden.

Die Künstler (Schauspieler, Dramaturgen und Videokünstler) von „Grotest Maru” werden aus den Ergebnissen dieser Recherche theatrale Bilder, Sequenzen, szenische Intermezzi und Performances inszenieren, teilweise zusammen mit lokalen Künstlern und/oder Kulturvereinen. Für das Publikum werden diese Ergebnisse als Theaterperformance erlebbar gemacht in Form eines szenischen Spaziergangs von Theaterstation zu Theaterstation. Geplant ist dieser Theater-Spaziergang für den Juni.

Eindrucksvolle Bilder

Außerdem wird die Berliner Gruppe mit Tänzern, Schauspielern, Regisseuren, Bildhauern, Objektkünstlern, Bühnenbildnern, Designern, Kostümbildnern, Komponisten, Musikern, Fotografen und Videokünstlern an einer einmaligen Inszenierung der Stolberger Altstadt arbeiten. Das Ensemble von „Grotest Maru” ebenso wie die Gastkünstler kommen aus verschiedenen Kulturkreisen.

Daraus ergibt sich die besondere Möglichkeit, diesen transkulturellen Hintergrund und die sich daraus ergebende künstlerische Vielfalt mit in die Inszenierung einfließen zu lassen. Ganz eigene und eindrucksvolle Bilder sind dabei gewiss.

Das Projekt wird durch das Land NRW und den Kreis Aachen finanziert. Dies alles sei natürlich nur möglich, wenn die Stolberger dies mittragen und nach Kräften unterstützen würden, ruft Initiatorin Dr. Nina Mika-Helfmeier auf, sich zu beteiligen.
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