Erika Lieber bietet den Menschen Halt und Hilfe

Von: Naima Wolfsperger
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Erika Lieber ist als Mitarbeiterin der KAB für die Erwerbslosen-Beratung in der Städteregion Aachen zuständig. Foto: N. Wolfsperger

Stolberg. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), hat zu ihrem halbjährlichen Beratungsfrühstück für Arbeitslose geladen. Unter dem Motto „Hartz IV: Schon zum Frühstück?!“ finden sich an frisch gedecktem Tisch Betroffene in einer gemütlichen Runde zusammen – die Themen sind jedoch ernst.

Es geht um die bürokratischen Schwierigkeiten. Aber auch um den emotionalen Frust, des Lebens mit Hartz IV. Organisiert und begleitet wird das Frühstück von Erika Lieber, die als Mitarbeiterin der KAB für die Erwerbslosen-Beratung in der Städteregion Aachen zuständig ist. Erika Lieber berät die Betroffenen über entsprechende Rechtslagen, Möglichkeiten und Details bezüglich der Ansprüche an und von den Ämtern.

Erika Lieber versteht sich selbst hierbei als Mediatorin zwischen ihren Frühstücksgästen und den Fallmanagern im Jobcenter: „Es geht darum aufzuklären und zu vermitteln, oft sind die Menschen, die zu mir kommen, verletzt und frustriert“, stellt die Beraterin fest: „Die empfundene Verständnislosigkeit vom Amt kann dann auch dazu führen, dass die Betroffenen das Vertrauen in ihre Sachbearbeiter verlieren.“

Die Betroffenen empfinden das Frühstück als eine Gelegenheit, ihr Leid zu klagen und dabei auch, gehört zu werden. „Hier konnte ich endlich wieder Mensch sein!“, sagt eine Teilnehmerin, die sehr unter dem Stempel „Hartz IV“ leide.

Nach und nach war mit der Arbeitslosigkeit ihr soziales Umfeld weggebrochen, sie verlor ihr Selbstwertgefühl, rutschte in einem emotionalen Abwärtskreisel in die Isolation und schließlich in die Depression. „Die Luft war einfach raus“, beschreibt sie ihre Lebenssituation aus jener Zeit, bevor sie mit Unterstützung von Erika Lieber ihre Papiere und Anträge wieder in Ordnung bringen und eine Therapie gegen die Depressionen beginnen konnte.

„Wenn man Hartz IV bezieht, dann wird man plötzlich darüber definiert und mit Drogenabhängigen und Vorbestraften in einen Topf geworfen, aber wir sind doch nicht alle gleich“, beschwert sich die Betroffene, und die empfundene Entwürdigung klingt durch die Wut in ihrer Stimme.

In der gesellschaftlichen Abwertung sieht auch Lieber ein großes Problem, „es ist definitiv nicht so, dass Eigenverschuldung der einzige Weg in die Arbeitslosigkeit ist.“ Um so wichtiger sind dann Veranstaltungen wie das Beratungsfrühstück, hier soll in respektvollem Gespräch die Möglichkeit zur Krisenintervention gegeben werden.

Unterstützt wird Erika Lieber dabei neuerdings von ehrenamtlichen Mitarbeitern der KAB; sie helfen das Frühstück auf- und abzubauen und ergänzen das Treffen liebevoll mit selbst gemachter Marmelade.

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