Entdeckungsreise mit der Zeitmaschine

Von: Heike Eisenmenger
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Ganz schön schwer, so eine Gi
Ganz schön schwer, so eine Gießkelle! Auf Zeitreise begeben sich die Kinder bei den Ferienspielen des Museums Zinkhütter Hof. Die Mädchen und Jungen lernen den Alltag der Römer kennen, tauchen ein ins Mittelalter und in die Zeit der Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg. In welchem Jahrhundert sie landen werden, wissen die Kinder vorher nicht, wenn sie durch die „Zeitmaschine” im Foyer des Museums Zinkhütter Hof krabbeln. Aber eines wissen die Jungen und Mädchen sicher: Egal, in welcher Zeit sie sich wiederfinden, es wird auf jeden Fall spannend.

Dafür haben die Mitarbeiter des Museums Zinkhütter Hof gesorgt. Die Osterferienspiele des Museums, die gestern begonnen haben und am Freitag enden, wurden mit pädagogischem Wissen und einem feinen Gespür für kindliche Bedürfnisse geplant.

Nachts im Museum

Krönender Abschluss der Ferienaktion ist die Übernachtung im Museum - ein Riesenspaß für Kinder, zumal sie gemeinsam den Film „Nachts im Museum” anschauen werden.

Tag eins der Ferienspiele führt die 20 Kinder und ihre „Expeditionsleiterin” Julia Crasmöller in die Zeit der Industrialisierung. Kinderarbeit war Anfang des vergangenen Jahrhunderts - die Anfänge der Industrialiserung reichen bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück - nichts Ungewöhnliches, erfahren die jungen Zeitreisenden.

Die kleine Schar begibt sich auf Spurensuche. Im Museum stoßen die Kinder immer wieder auf Relikte aus der Zeit der Industrialisierung. Crasmöller nimmt eine der Gießkellen vom Haken. Die Gießkelle, mit welcher der Schmelzer - genannt „Fürpitt” - das Zinn auffing, ist schwer.

Mit der schweren Kelle in der Hand, können sich die Mädchen und Jungen nun besser vorstellen, wie anstrengend die Arbeit in der Hitze der Schmelzöfen gewesen sein muss.

„Das Positive war, dass die Menschen ein neues Metall zur Verfügung hatten, aber es gab auch eine Kehrseite”, sagt Crasmöller und macht die Kinder auf die alten Zeitungsausschnitte und Fotos aus Stolberg, die in einem Glasschaukasten liegen, aufmerksam. Die Kehrseite war das Gift, das ungefiltert in die Umwelt gelangte. „Es gab keine Umweltauflagen oder Gesetze, die das verboten hätten”, erklärt die junge Frau. Die Folge waren Bleivergiftungen bei Mensch und Tier.

Fasziniert sind die Ferienspielkinder von der funktionsfähigen Dampfmaschine in Miniaturgröße. Crasmöller erklärt den Kindern anschaulich das Prinzip der Dampfmaschine, und die Kinder saugen jedes ihrer Worte förmlich auf.

Zuhören, anfassen, selber ausprobieren: Das gehört zum Begreifen dazu. Vom Museum geht es zum gegenüberliegenden Forum, das 2009 eröffnet wurde und ein schönes Beispiel dafür ist, wie lebendig Zeitgeschichte und Berufe jungen Menschen näher gebracht werden kann. Im Garten des Forums stehen große Waschzuber, Waschbrett und Kernseife bereit.

Daneben liegt ein großer Berg Wäsche. Jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt und Wäsche geschrubbt. Es wird der Alltag der Menschen, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts gelebt haben, nachgestellt.

Das Wäschewaschen gehört dazu, denn die Waschmaschine war noch nicht erfunden.

Heute werden die Jungen und Mädchen erneut durch die Zeitmaschine krabbeln - und sich beim Kriechen durch den mit Aluminiumfolie verkleideten Karton neugierig fragen, in welchem Jahrhundert sie wohl dieses Mal landen werden.
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