Energiespartag: Keine Angst vor der Diät bei der Energie

Von: Stefanie Henke
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Ein absoluter Renner beim Energiespartag in Stolberg: Im Tausch gegen konventionelle Leuchtmittel gab es erstmals LED-Leuchten. Sie gingen weg wie warme Semmel und waren nach einer halben Stunde vergriffen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. „Der große Andrang spricht für den Energiespartag, denn das Thema betrifft jeden“, so hat Geschäftsführer Manfred Schröder den 9. Energiespartag der EWV (Energie- und Wasser-Versorgung GmbH) eröffnet. Auch Bürgermeister Tim Grüttemeier wies deutlich darauf hin, dass Energiesparen ein wichtiges Thema für den Geldbeutel aber auch für die Umwelt ist.

Ein voller Erfolg war wieder der Austausch von alten Glühbirnen, das zeigte sich an der langen Schlange vor dem Aktionsstand. Wer schnell war, konnte in diesem Jahr im Tausch gegen alte Leuchtmittel erstmals LED erhalten. Diese gingen weg wie warme Semmeln und nach gut einer halben Stunde war der Aktionsstand leer getauscht.

Bei einer von vielen Expertenrunden hieß es „Augen auf beim Energiekauf“. Andreas Ihrig, Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, und Gerd Weiß von der Verbraucherzentrale hatten unter anderem „Energie-Discounter“ im Fokus und warnten vor „fiesen Tricks“ von unseriösen Anbietern.

Trotz der heutzutage üblichen „Geiz ist Geil“-Mentalität rieten sie, sich vor einem Wechsel genau zu informieren und zuerst mit dem aktuellen Energieversorger die Möglichkeiten zu besprechen, denn nicht immer verheiße ein angeblich günstigerer Tarif auch wirklich Ersparnis für den Verbraucher. „Oft gibt es inzwischen beim aktuellen Energieversorger neue Tarife, die den Verbrauchern gar nicht bekannt sind und mit denen sich der ein oder andere Euro einsparen lässt“, so Andreas Ihrig.

Ein „flotter Flitzer“ war der Publikumsmagnet im Besucherzelt auf dem Willy-Brandt-Platz. Dort bestaunten viele Besucher unter anderem den neuen „i8“ , ein Hybrid-Fahrzeug der Luxusklasse aus dem Hause BMW, das momentan allerdings eher als „Spaßfahrzeug“ dient, so Nicole Schurmann von BMW Kohl. Nicht zuletzt wohl auch wegen des hohen Anschaffungspreises. Alltagstauglicher sei da eher der BMW i3.

Heike Asten stellte die Neuerungen in puncto Elektromobilität vor. „Langsam kommt dieser Bereich in Fahrt und wird mehr und mehr von den Kunden angenommen“, sagt die Ansprechpartnerin der EWV. Dazu trage sicherlich auch die Anwenderfreundlichkeit bei. So könne man seine „Stromladung“ entweder über eine „Contract ID“ des Energieversorgers bezahlen oder ganz modern mit der Smartphone-App. 15 Stromsäulen in der Städteregion und im Kreis Düren seien bereits in Betrieb.

Viel Interessantes geboten wurde auf dem Willy-Brandt-Platz zum Thema Photovoltaik. Eine Neuerung auf der Internetseite www.ewv.de ist der Photovoltaik Schnell-Check, den Interessierte nun selber zu Hause durchführen können. Das Programm zeigt auf, ob eine Photovoltaikanlage sich für den Endverbraucher rechnet.

Viele wissenswerte Informationen hierzu lieferte Melanie Hündgen von der EWV : Dass nicht etwa, wie man vielleicht meint, die Sommermonate am effizientesten für die Einspeisung seien, sondern das Frühjahr oder sogar der Dezember.

Und die zahlreichen Expertentipps gingen sogar über den energiespartag hinaus: Das Ehepaar Küffen-Clérment wollte sich über Leuchtmittel informieren und fühlte sich „sehr kompetent beraten“. Für sie war der Aktionstag ein großer Erfolg, denn neben vielen hilfreichen Tipps am Beratungsstand habe sich auch ein Folgetermin für zu Hause ergeben, um alle Energiefresser effizient und sinnvoll auszumerzen.

Richtiges Lüften spart Heizkosten

Nicht nur eine Diät im Ernährungsbereich, sondern auch im Energiebereich ist oftmals mit der Angst verbunden, liebgewonnene Gewohnheiten ändern zu müssen und somit Komfort zu verlieren. Diese Angst nahm Günter Neunert von der Energieagentur NRW den interessierten Zuhörern, denn oftmals seien es kleine Änderungen, die einen großen Effekt haben. Eine abschaltbare Steckdosenleiste oder das direkte Abschalten am Gerät selbst würden bares Geld sparen, ohne dass dabei Komfort verloren gehe.

„Kind, mach das Licht aus“, hat wahrscheinlich jeder schon einmal gehört, und das dadurch gesparte Geld kann sicher sinnvoller genutzt werden. Eine große Hilfe im Dschungel der neuen, energiesparenden Leuchtmittel ist das Internetportal Lampen-Navigator bei www.energieagentur.nrw.de. Dieses Portal bringt „Licht ins Dunkel“ und vereinfacht den Vergleich von alten und neuen Leuchtmitteln auch für Laien. Natürlich ist auch eine Beratung vom Fachmann möglich und lässt einem oft ein Licht aufgehen.

Heizkosten würden 70 bis 80 Prozent des Energiebedarfs eines Haushalts beanspruchen und seien somit ein wichtiger Faktor, sagt Energieberater Heinz Theis. „Oft lohnt es sich, sein Heizverhalten zu überdenken, um viel Geld einzusparen. Stoßlüften ist den meisten Verbrauchern zwar ein Begriff, wird aber oftmals nicht richtig durchgeführt und so verpufft viel Sparpotenzial in überheizten Räumen.“

Mehrmals 15 Minuten Stoßlüften am Tag tausche feuchte und verbrauchte Luft gegen neue aus, die sich nicht nur besser heizen lasse, sondern auch das Schimmelpotenzial deutlich senke, ist der Rat des Experten.

Uwe Gerhard von „effeff ac“ riet zudem dazu, einmal jährlich seine Heizungsanlage warten zu lassen. Denn angesammelte Verbrennungsrückstände führen zu bis zu fünf Prozent Energieverlust.

Auch bei Fragen im Bereich der neuen Energiesparverordnung bezüglich Heizungsanlagen und Informationen zu Fördermittel ist man bei der „effeff ac“ an der richtigen Stelle und wird mit Rat und Tat unterstützt. Auch der Energieversorger ist im Bereich Heizen um Kundenbindung bemüht, so wird zum Beispiel ein Leihmodel für neue Heizungsanlagen angeboten.

Im bereits bekannten „Energiebus“ hatte Günter Neunert Zeit, auf individuelle Fragen einzugehen und das trotz des großen Besucherandrangs. Von Heizen mit Wärmepumpentechnik bis hin zu Alternativen zu Nachtspeicherheizungen wurde alles gefragt. Auch die Sanierung von Gebäuden wurde thematisiert. Kerstin Jockenhövel von Altbau Plus und Sigrid Mostert von der EWV gaben viele hilfreiche Tipps in diesem Sektor. Zwar müsse die Sanierung immer im Ganzen gesehen werden, aber in den meisten Fällen würde sie sich lohnen.

Wenn die wissbegierigen Sparer ihren Hunger im Bereich Energie gestillt hatten, konnten sie sich in der kostenlosen Cafeteria mit Kaffee und Streuselkuchen stärken. Auch für die Kleinsten war gesorgt: Neben Fotoshootings mit Power-Paul und Kinderschminken konnten sie sich auf eine Zaubershow freuen. Doch am Ende des Tages hatte wohl keiner der Besucher mehr das Gefühl, dass es bei Energie sparen mit Zauberei zugehen muss.

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