Energiegeladener Doppelpack sorgt für Musik-Mix

Von: ran
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Die Stimmen von „The Tideline“: Julia (links) und Anne Pauly beeindruckten einmal mehr durch starke Ausstrahlung ihre Fans.
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Der Name ist Programm: „Offcross“ präsentierten am Samstagabend einen Musikmix der härteren Gangart. Foto: A. Röchter

Stolberg/Eschweiler. Es war ein Mix, der weit mehr bot als den gängigen Musik-Mainstream: Zwei Eschweiler Bands, die zahlreiche Fans in den Talbahnhof lockten, um dort „Heimspiele“ im wahrsten Sinne des Wortes zu feiern. Das Sextett The Tideline, das im Jahr 2011 mit ihrer CD „Oceanic Rock“ den Deutschen Rock- & Pop-Preis in der Kategorie „Bestes Rockalbum“ gewann, und die vier Herren von Offcross, die in noch relativ neuer Besetzung Kostproben ihres Repertoires, das von Metal bis Funk eine Mischung für außergewöhnlichen Geschmack bietet, präsentierten.

Bis kurz vor Mitternacht schlugen beide Formationen das Publikum in ihren Bann. Und dies nicht zuletzt, weil sie eben nicht in eine bestimmte Schublade einzuordnen sind, sondern Grenzen verschwinden lassen.

Mit beeindruckender Energie eröffneten The Tideline den Abend. Ohne viel Schnickschnack, aber bestens aufeinander abgestimmt, ließen es Julia „Jooles“ Pauly (Gesang und Gitarre), ihre Schwester Anne Pauly (Gesang), Bernard Duensing (Gitarre), Billy Duensing (Bass), Armin Müller (Violine) und Mario Irrmischer (Schlagzeug) ordentlich krachen. Dabei faszinieren die Sechs nicht nur mit ihren musikalischen Einfällen, The Tideline ließ am Samstagabend ausschließlich selbst geschriebene Songs hören, sondern auch mit gefühlvollen, intuitiven Texten, die es jedoch nicht an Deutlichkeit vermissen lassen.

„Beziehungskram“, wie in „You are the boy“, wechselt sich dabei mit tanzbaren Nummern („Do you good“) ab. Letzteres ließen sich die eingefleischten Tideline-Fans dann auch nicht zwei Mal sagen und funktionierten den Raum unmittelbar vor der Bühne kurzerhand in eine Tanzfläche um. Weitere Ohrwürmer wie „Monday´s Tideline“ und „The Heart“ vom Album „Oceanic Rock“ wurden dabei trefflich ergänzt mit neuen Stücken wie „Lovers“. Das mystisch angehauchte „Hunter“ stach zum Abschluss noch einmal hervor, bevor die Band mit dem „schmutzigen“ Liebeslied „About a boy“ den lautstark geäußerten Publikumswusch nach einer Zugabe erfüllte.

Starken Tobak servierte dann „Offcross“ mit Christoph Maus (Gesang), Patrick Nowicki (Gitarre), dem Stolberger „TG“ Thomas Günther (Bass) und Ralf „Heidy“ Heidbüchel (Schlagzeug). Metal? Rock? Progressive Rock? Immer wieder ergänzt mit Elementen und Einflüssen aus Funk. Schwer zu greifen, fordert das Quartett seine Zuhörer. Doch wer bereit ist, sich auf die Crossover-Reise zu begeben, wird nicht enttäuscht.

Dabei bildet das Gitarre-Bass-Duo Patrick Nowicki/Thomas Günther, das sich seit vielen Jahren als eingespieltes Team präsentiert, ein äußerst solides Fundament, das die Balance innerhalb der Formation herstellt. Eine Basis, auf der Sänger Christoph Maus und Ralf Heidbüschel am Schlagzeug ihre Fähigkeiten wunderbar ausspielen können.

Etwa bei „Siege of Soul“, einem „monumentalen“ Song, das allen vier beteiligten Musikern ausreichend viel Zeit und Raum lässt, sich nach Herzenslust auszutoben. Als dann schließlich (unter anderem) „For whom the Bell Tolls“ erklang, wussten wohl nicht nur die Metal-Fans, was die Stunde beziehungsweise die Glocke geschlagen hatte: Ein „Metallica-Medley“ mit Songs der ersten drei Alben „Kill ´Em All“, „Ride the Lightning“ und nicht zuletzt „Master of Puppets“ ließ die Herzen wohl aller Zuhörer im Publikum höher schlagen.

„Und was braucht eine Metal-Band außer schwarzer Klamotten und schwarzer Sonnenbrillen? Na klar, eine echte Power-Ballade“, machte Christoph Maus anschließend deutlich. „Offcross“ konnten auch dies bieten und scheuten sich nicht, weitere Metal-Helden zu „zitieren“. Denn mit „This Love“ von Pantera hatte sich das Quartett eine ebenfalls nicht zu verachtende Hürde ausgesucht, die aber überzeugend genommen wurde. „The Answer“ ließ abschließend definitiv keine Fragen mehr offen. Christoph Maus und seine drei Instrumentalisten hatten auch körperlich alles in die Waagschale geworfen und wurden mit starkem Applaus verabschiedet. Wobei noch ausreichend Treibstoff im Tank war, um mit großer Präsenz, aber von Seiten des Sängers ohne Sonnenbrille, die Zugaben „Dragon Love“ sowie „Barbed Wire Walk“ zu interpretieren.

Nach mehr als drei Stunden voller Emotion und Hingabe ging ein Konzert-Doppelpack zu Ende, der bei manchem wohl noch etwas länger nachklingen wird.

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