Endlich Licht am Ende des Tunnels in Sicht

Von: Robert Flader
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Ärgernis: Die Beleuchtung im
Ärgernis: Die Beleuchtung im Europatunnel ist nach dem Geschmack von vielen Autofahrern zu dunkel. Der für die Arbeiten zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW kündigt derweil das Ende der rund viermonatigen Bauarbeiten an. Foto: R. Flader

Stolberg. Viele Autofahrer sehen momentan kein Licht am Ende des Tunnels. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen, ist es doch unverhältnismäßig dunkel im Europatunnel für so ziemlich jeden, der die rund 380 Meter lange Unterführung auf der L 238 durchquert.

Doch was für einige eine Beeinträchtigung darstellt, ist für den für die Sanierungsmaßnahmen zuständigen Landesbetrieb Straßenbau NRW eine notwendige Baumaßnahme: „Momentan ist im Tunnel in der Tat lediglich eine Notbeleuchtung in Betrieb”, sagt Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb. „Wir sind ein paar Wochen auf Sparflamme gelaufen.” Johannes Diekmann von der für die Tunnelarbeiten zuständigen Firma Osmo ergänzt: „Es handelt sich um eine gekoppelte Tag- und Nachtbeleuchtung.”

Dies bedeute, dass die momentane „Partybeleuchtung” (Ingo Maihofer, Landesbetrieb) eher auf die Sichtverhältnisse bei Dunkelheit angepasst seien. Deshalb hätten Autofahrer das Gefühl, der Tunnel sei tagsüber zu schwach beleuchtet. Maihofer: „Wenn die Sonne scheint, es taghell ist, dann muss dementsprechend auch die Beleuchtung stärker sein, um den Übergang für das Auge vom Freien in den Tunnel und wieder ins Freie möglichst fließend gestalten zu können.” Soweit der Plan.

Gekoppelt an Geschwindigkeit

Die Umstellung auf die etwas schwächere Beleuchtung würde in der Dämmerung erfolgen, sei aber immer an die jeweiligen Lichtverhältnisse auf der Europastraße gekoppelt.

Johannes Diekmann weist aber auch darauf hin, dass die Leuchten nicht nur an das Tageslicht, sondern auch an die Geschwindigkeit angepasst seien: „Die gesamte Anlage ist ausgerichtet auf 50 km/h.” Wer also mit 80 km/h oder mehr durch den Tunnel „donnert”, der brauche sich über zu wenig Licht nicht beschweren.

In den vergangenen vier Monaten hat der Landesbetrieb Straßenbau rund 1,2 Millionen Euro in die technische Notfall-Ausstattung des Europatunnels investiert. Neben der neuen Beleuchtung gehören dazu auch die Funkausstattung und Brandschutzmaßnahmen wie zum Beispiel neue Rauchmelder. Im Betriebsgebäude im Tunnelinneren sieht es noch wie bei einem Umzug aus: Überall liegen Kabel, stehen Kisten - und die 21 Schaltschränke, über die das System automatisch laufen soll, werden gerade aufgebaut. „Das ist ganz schön aufwendig”, sagt Ingo Maihofer, „vor allem wenn man beachtet, dass am Tunnel bislang noch keine großen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden.” So gehörten die alten Schaltschränke noch zum Inventar der ersten Stunde, auch die Pumpanlage wird ausgetauscht.

Doch der Landesbetrieb kündigt einen Hoffnungsschimmer an: In spätestens vier Wochen soll die notdürftige Beleuchtungsanlage der Vergangenheit angehören und die endgültigen, kräftigeren Leuchten den Weg weisen können.

Ein bis zwei Nächte gesperrt

Vor der endgültigen Inbetriebnahme soll der Europatunnel noch einmal für ein bis zwei Nächte gesperrt werden. Johannes Diekmann: „Die Anlage soll ja automatisch laufen.” Und spätestens dann, so die Hoffnung, soll auch wirklich ausreichend Licht, nicht am Ende, sondern im Tunnel in Sicht sein.
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