Stolberg - „Eliade Trio“ sorgt für eine musikalische Sternstunde

„Eliade Trio“ sorgt für eine musikalische Sternstunde

Von: Marie-Luise Otten
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George Tudorache (l.), rumänischer Konzertmeister des weltberühmten London Philharmonic Orchestra, Landsmännin Claudia Bara und der aus Peru stammende Johann Bohorquez begeisterten das Publikum bei ihrem Premierenkonzert im Zinkhütter Hof. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Einen famosen Start gab es mit der kammermusikalischen Konzertreihe „Quintessence“ und dem „Eliade Trio“ im Zinkhütter Hof. Hinter diesem Trio verstecken sich drei junge Ausnahmetalente – Claudia Bara (31 Jahre, Klavier), George Tudorache, (26, Violine) und Johann Bohorquez, (29, Cello) –, die sich trotz unterschiedlicher Studienorte in ihrer Studienzeit zusammengefunden haben.

Obwohl sie inzwischen hauptberuflich getrennte Wege gehen, fanden sie immer wieder zu besonderen Gelegenheiten zusammen und gründeten schließlich das „Eliade Trio“, das jetzt in Stolberg Premiere feierte.

Es bot mit einem klug ausgewählten Programm dem fachkundigen Publikum eine musikalische Sternstunde. Das Trio lieferte ein Höchstmaß an künstlerischem Engagement und zeigte vom ersten Ton an hohe ästhetische Klangkultur. So wünscht man sich Kammermusikabende!

Die Künstler begannen mit dem „Trio élégiaque Nr. 1 g-moll“ von Sergei Rachmaninow, der es im Alter von 19 Jahren schrieb. Dunkle, todtraurig rauschende Melodien, brillante und verzwickte Passagen raffiniert instrumentiert: So kennt und liebt die Welt seine Konzerte. Das Trio meisterte diese spätromantische Musik ausdrucksstark und ließ die russische Seele zu Wort kommen.

Mendelssohn Bartholdys „d-moll Trio Nr. 1“ entstand während glücklicher Tage in Frankfurt und am Rhein und gehört zu den berauschend schönen Werken in der Literatur für Klaviertrios. „Mendelssohn ist der Mozart des 19. Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt hat“, schrieb Robert Schumann, nachdem er das d-Moll-Trio gehört hatte. Es war auch ein Höhepunkt an diesem Abend in Stolberg, denn es wurde von einem Meistertrio der Gegenwart interpretiert.

Schon im ersten Satz agierten die Musiker recht leidenschaftlich, mit großem Ton und drängendem Impuls. Gefühlvoll gelang das Andante, mit dem vom Klavier umspielten Gesang von Cello und Geige. Das lebhafte Scherzo wurde jugendlich schwungvoll und mit großer Leichtigkeit dargeboten, und im Finale beeindruckte das „Eliade Trio“ mit großem Elan und energisch geführtem Bogen.

Der dritte Komponist an diesem Abend war Astor Piazzolla. Seine Musik ist eine Verschmelzung verschiedener Musikstile und Epochen. Die „Vier Jahreszeiten“, die auf dem klassischen Tango basieren, integrieren auch Elemente aus Klassik und Jazz. Der Titel des Stückes spielt nicht nur auf Vivaldi, sondern auch auf die Stadt Buenos Aires an, deren Einwohner sich „Portenos“ nennen. Die Sätze spiegeln die Atmosphäre von Buenos Aires zu verschiedenen Jahreszeiten wider.

Das Trio bewies ausgezeichnetes Rhythmusgefühl und spürte fantasievoll den schmachtend melancholischen Tango Südamerikas nach. Elegant-fließend gelangen die Übergänge, fein ausgelotet die Tempoverzögerungen, die die schwelgerische Stimmung hervorhoben.

So fiel der Applaus nach diesem Stück besonders herzlich aus – Anerkennung für eine künstlerisch hochstehende Leistung.

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