Elf Kissen zur Beruhigung, wenn die Anwohner zahlen

Von: tol/eis
Letzte Aktualisierung:
Verkehrsberuhigung erwünscht:
Verkehrsberuhigung erwünscht: Mit elf „Berliner Kissen” könnte der Verkehr in Busch- und Heinrichstraße zu Tempo 30 gezwungen werden. Doch bezahlen kann die Stadt das nicht. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Münsterbusch. Auf den Fahrbahnen von Busch- und Heinrichstraße sollen „Tempo-30-Piktogramme” aufgemalt und „Berliner Kissen”, auch Drempel genannt, gebaut werden. Um die Verkehrsberuhigung in Münsterbusch zu beschleunigen, will die Verwaltung abfragen, ob sich Anwohner zur Eigenfinanzierung bereiterklären.

Elf Kissen sollen es werden - das Stück zu 2500 Euro. Ohne „Sponsoring” bleibt die Fahrbahn ebenerdig, da die Stadt das Geld auf absehbare Zeit nicht aufbringen kann.

Dieses Vorgehen schlägt die Verwaltung dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt zur Abstimmung in seiner Sitzung am morgigen Donnerstag vor. Vor mehr als zwei Jahren hatte die CDU den Antrag gestellt, die Straßen zu „beruhigen”. Eine Sperrung der Buschstraße in Richtung Nepomucenusmühle durch Findlinge erwies sich als untauglich und wurde wieder aufgehoben. Auch mit weiteren Maßnahmen hatten die Planer schon versucht, den Verkehr so zu führen, dass die Tempo-30-Zone beachtet wird: Baumreihen zur optischen Einengung der Fahrbahn, Mittelinseln zum Umkurven, Sperrflächen mit Leitbaken in der Fahrbahn und Aufpflasterung an der Einmündung von Busch- und Heinrichstraße.

Elf Berliner Kissen - paarweise angeordnet, um seitliches Umfahren zu verhindern - könnten die Fahrzeuge auf der 870 Meter langen Teilstrecke langsamer machen, sieht ein Verwaltungskonzept vor. Die Verantwortlichen hoffen nun auf eine besonders wirksame Beruhigung und die Bereitschaft der Anwohner, dafür in die eigene Tasche zu greifen. An anderen Stellen im Stadtgebiet konnte das laut Fachbereichsleiter Andreas Pickhard schon umgesetzt werden.

Dennoch dürfte das Ergebnis der Befragung kein eindeutiges Votum sein. „Dass es eine Verkehrsberuhigung geben muss, ist unstrittig. Ob aber die Berliner Kissen die Lösung sind, wage ich zu bezweifeln. Sie verursachen Lärm, und ich finde es auch nicht richtig, dass wir sie aus eigener Tasche bezahlen sollen”, meint etwa Ralf Wagner (44).

Dario Hoff (17) kann die Aufregung gar nicht verstehen: „Die meisten Fahrzeuge, die hier unterwegs sind, sind von Anwohnern. Ich fühle mich hier nicht durch den Verkehr belästigt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert