Stolberg - Elf „Ausfahrten” für die Kunst in der Kupferstadt

Elf „Ausfahrten” für die Kunst in der Kupferstadt

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Wer schaut hier wen an? Besucher der Steinweg-Galerie sehen auf die dort ausgestellten Werke, es könnte aber auch umgekehrt sein, wie man auf diesem Bild sieht. Foto: D. Müller

Stolberg. Die von den Stolberger Kunstanbietern organisierte „Art Tour de Stolberg” feierte am Sonntag ihre Premiere und insgesamt elf verschiedene Stationen lockten Interessierte mit einem vielfältigen Angebot zu einer „Kunstausfahrt” im Gebiet der Kupferstadt.

Im Vorfeld des „Kunst-Sonntags der offenen Tür” lud Birgit Engelen schon vormittags in ihr Atelier und ihren Skulpturengarten am Hammerberg ein. Dort gingen Literatur, Kunst und Musik harmonisch einher, denn es stand eine Autorenlesung mit Musik auf dem Programm. Die deutsch-französische Schriftstellerin Sylvie Schenk las inmitten der Werke Engelens aus ihrem vierten Roman „Parksünder”.

Sie führte die Gäste zwischen den vorgelesenen Textpassagen in die Gesamthandlung des Buches ein, stellte die fiktiven Charaktere vor und ließ die Szenen, die in und um Paris spielen, nicht zuletzt aufgrund ihres liebenswerten französischen Dialekts lebendig werden. Der 17-jährige Robin Angermann, Schüler von Norbert Walter Peters, entlockte seiner Gitarre technisch versiert einfühlsame Klänge und rundete die Lesung so musikalisch ab.

Anschließend empfahl sich der Skulpturengarten mit der Ausstellung „Skurriles aus Holz und Jura” von Jutta Meeßen als Startpunkt für die „Art Tour de Stolberg”. Diese führte Kunstinteressierte auch über die Grenzen der Innenstadt hinaus. Im Bistro/Museum Zinkhütter Hof waren „Hokkaido, Scampi und andere Delikatessen” nicht zum Verzehr geeignet, sondern Stillleben von Stefanie Linde, und das Karmelitinnen-Kloster in Zweifall bot eine Gemeinschaftsausstellung. „Skulpturen - Die große Überfahrt” von Günter Thelen und „Die Heiligen als Lebenshelfer” von Pater Laurentius Englisch waren im Kloster „Maria Königin” zu sehen.

In Vicht öffnete der Europäische Kunsthof seine Pforten und präsentierte neben zeitgenössischen Werken wie die des Stolbergers Hartmut „Hacki” Ritzerfeld die große Ausstellung „Menschenbilder” von Karina Hubrich. Installationen von André Hennecken, Günter Winterscheid und Jutta Meeßen waren am „Nubbelplatz” im historischen Straßenzug Alt Breinig unter freiem Himmel zu bewundern, und die Breiniger Galerie Pitz lud zu einer Pop-Art-Ausstellung des amerikanischen Künstlers Devin Miles ein. Miles arbeitet mit Siebdrucktechnik und Malerei nicht etwa auf Leinwand, sondern auf gebürstetem Aluminium, was seinen Werken Facettenreichtum und individuellen Glanz beschert.

Vernissage als Schlusspunkt

Innerstädtisch stellte die Künstlerin Karin Lynen in ihrem Atelier in der Ritzefeldstraße eigene aktuelle Werke aus, und der Kunsthandwerkerhof am Alter Markt war mit seinen offenen Ateliers einen Besuch wert. Franz-Josef Kochs „Herrschaften”, eine Ausstellung der Artibus-Reihe, belebte die Burg-Galerie und in der Steinweg-Galerie konnten die Werke von vier Künstlerinnen bestaunt werden. Unter dem Motto „Four female Artists 4you” stellten dort Lydia Schigimont, Edith Suchodrew, Elke Koch und Ute Thalheim-Schneider ihre Bilder gemeinsam aus. Die anwesenden Künstlerinnen standen den Kunstfreunden für Gespräche zur Verfügung und Galeristin Christa Oedekoven sorgte für frischen Kaffee zum Gebäck.

Die zweite Ausstellung der neuen Reihe „upper art level” im Haus Patio wartete mit den „Bilderwelten” von Professor Hans Stuchlik auf. Obwohl die neo-realistischen Werke des Künstlers bereits den ganzen Nachmittag ausgestellt waren, begann die Vernissage erst um 18.30 Uhr und war somit der ideale Schlusspunkt der „Kunst-Ausfahrt”: Wer die verschiedenen Kupferstädter Kunststationen besucht hatte, konnte sich bei Fingerfood und dem obligatorischen Glas Sekt stärken.
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