Alsdorf/Stolberg - Elektrorallye führt über den Zinkhütter Hof

Elektrorallye führt über den Zinkhütter Hof

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
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Kabelanschluss an der „Strom-Zapfsäule“ am Energeticon in Alsdorf: Stephan Nagel, Vorsitzender des Vereins der Elektromobilfreunde in der Region Aachen (l.), und Energeticon-Geschäftsführer Harald Richter suchen noch weitere Teilnehmer der 1. Alsdorf Elektromobilrallye. Foto: Stüber

Alsdorf/Stolberg. Ein Stück zurück in die Zukunft geht es, wenn Sephan Nagel mit seinem alten französischen Postwagen vorfährt – oder besser leise heranrollt. Denn der Wagen hat – wenngleich Baujahr 2000 – einen elektrischen Antrieb. Und das nicht umgerüstet, sondern von seiner Produktion an.

Der Alsdorfer hat den Wagen vor vier Jahren gekauft. Da war der Stromer 37.000 Kilometer gelaufen, hatte länger gestanden und musste erst vom „Algengrün“ befreit werden. Nagel hat ihn wieder hergerichtet. Jetzt stehen 84.000 Kilometer auf dem Tacho.

Vier Stationen

Wenn er mit seinem angesichts der Diskussion um Verbrennungsmotoren außerordentlich zukunftsfähigen Oldie an der für den 8. September geplanten 1. Alsdorfer Elektromobilrallye teilnimmt, wird er wohl vorsorglich unterwegs einmal einen Schnellnachladestopp einlegen müssen. Kein Problem, denn es sind vier Stationen auf der rund 85 Kilometer langen Strecke vorgesehen – mit der Möglichkeit, Energie nachzubunkern.

Start und Ziel ist das Energeticon in Alsdorf, Dokumentationszentrum für historische und regenerative Energieformen und zugleich außerschulischer Lernort sowie Tagungszentrum. Erstes Ziel nach Start um 11 Uhr ist der Solarpark in den Nievelsteiner Sandwerken Herzogenrath. Dann geht es nach Aachen zum Campus Melaten, möglichst zu einer guten Adresse für Elektromobilität.

Dritter Haltepunkt ist der Zinkhütter Hof in Stolberg, vierter der Indemann im Kreis Düren (mit Lademöglichkeit). An den Haltepunkten sind kurze Besichtigungen vorgesehen.

Die zweite Kategorie der an den Start gehenden Fahrzeuge, die Elektroroller, sollen mit Blick auf ihre Reichweite nur 60 Kilometer weit rollen und werden deshalb vom Zinkhütter Hof direkt nach Alsdorf zurückfahren, sagt der Geschäftsführer des Energeticon Alsdorf, Harald Richter, der mit Nagel die Rallye anlässlich des „dritten Geburtstages“ des Dokumentationszentrums für historische und regenerative Energieformen vorbereitet.

Alle Fahrzeuge und Fahrer sollen bis 17 Uhr zurück sein, um den Tag beim Fassanstich für das Europafest in Alsdorf ausklingen lassen zu können. Anmeldungen für die Tour sind noch möglich, wünschen sich Nagel und Richter private Teilnehmer ebenso wie auch Firmenvertreter mit deren aktuellen E-Autos.

„Das soll eine lockere Elektrorallye ohne Wettbewerbscharakter sein. Wir wollen mit der Aktion zeigen, dass die Verkehrswende und die Änderung der Antriebsart weg von den klassischen Verbrennungsmotoren zu dem globalen Thema Energiewende gehören und hier in Alsdorf, in der Region einiges dafür geschieht.

Und es soll deutlich werden, dass die Elektromobilität schon heute alltagstauglich ist, zumindest im nahen und mittleren Bereich, also für die meisten Fahrten“, sagt Energeticon-Geschäftsführer Richter. „Dabei gibt es für Interessierte ohne Elektrofahrzeuge eine elektrische Mitfahrgelegenheit, soweit die Kapazität reicht. Eine rechtzeitige Anmeldung erleichtert die Organisation“, betonen Nagel und Richter.

Engagierte Alltagsnutzer

Einige Zusagen für die Tourteilnahme gibt es schon. Richter nutzt sein Netzwerk mit Forschungs- und Hochschuleinrichtungen. Nagel hat in seinem engeren und weiteren Umfeld kräftig geworben. Er kann auf einen festen Kern Gleichgesinnter setzen.

Nagel ist Vorsitzender von „Vera“. Das Kürzel steht für Verein für Elektromobilitätsfreunde in der Region Aachen. Die Initiative wurde im Jahre 2001 gegründet und ist eingebunden in den Bundesverband Solare Mobilität. Mitglieder sind mehr als 50 engagierte Alltagsnutzer mit Jahresleistungen von bis zu 60.000 Kilometer. Sie verfügen über einen „beachtlichen Fahrzeugpark“, erzählt Nagel. Und der wächst stetig weiter.

„Uns liegt die Idee für eine bessere Gesellschaft mit mehr Nachhaltigkeit besonders am Herzen“, ist in einem Faltblatt des Vereins zu lesen.

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