Eklat beim Jugendhallenturnier: Vater würgt Kind nach einem Foul

Von: Jan Schlegelmilch
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Stolberg-Breinig. An zwei langen Turniertagen lieferte sich der jüngste Fußballnachwuchs aus der ganzen Region beim Fox Indoor Cup des VfL Vichttal tolle Duelle in der Breiniger Mehrzweckhalle.

Vier Turniersieger wurden unter dem tosenden Applaus der komplett gefüllten Halle bereits gekürt, die Stimmung kurz vor dem Finale der E2-Junioren und dem Turnierende am Sonntagnachmittag hätte besser kaum sein können - bis ein unschönes Duell der anderen Art die gute Laune in Fassungslosigkeit umkehrte.

Dieses Duell lieferten sich jedoch nicht etwa die Fußballer, sondern zwei Väter, die sich vor den Augen der Kinder auf dem Spielfeld prügelten. Dem Handgemenge war eine schier unglaubliche Szene vorausgegangen: Beim letzten Vorrundenspiel zwischen Blau-Weiß Alsdorf und Rood-Groen Vaals grätschte ein Alsdorfer Spieler seinen Vaalser Gegenspieler unmittelbar vor der Tribüne in die Beine. Der Gefoulte prallte dabei gegen die Bande, der Vater des Alsdorfer Akteurs sprang auf und forderte seinen Sohn zur Entschuldigung auf.

Doch dazu bekam der Junge erst gar nicht die Möglichkeit. Aus dem Hintergrund stürmte der Vater des Vaalser Spielers auf das Spielfeld und würgte den Jungen am Hals. Daraufhin packte sich der Vater des Alsdorfers den Angreifer, schlug ihm mit der Faust ins Gesicht und drückte ihn zu Boden.

Schnell bildete sich eine Schar weiterer Zuschauer um die Chaoten, das schnelle Eingreifen der Turnierleitung verhinderte wohl Schlimmeres. Vichttals Jugendleiter Herbert Meier griff anschließend zum Mikrofon und versuchte, die erhitzten Gemüter zu beruhigen.

Ruhiger wurde es allerdings erst wieder, als die Vaalser Zuschauer - die Mannschaft war nach dem Spielabbruch beim Stand von 2:1 für Alsdorf ohnehin ausgeschieden - die Halle verließen. Die alarmierte Polizei nahm später noch die vom Alsdorfer Vater erstattete Anzeige gegen den Mann aus Vaals und ihre Ermittlungen auf.

„Das hat natürlich einen negativen Beigeschmack”, sagt Vichttals stellvertretender Jugendleiter Dirk Krahe in der Nachbetrachtung der Ereignisse. „Sportlich war das Turnier hochklassig. Gegen solche Begleiterscheinungen kann man relativ wenig tun, wir wollen bei einem Jugendturnier ja keine Securitys vor die Bühne stellen”, wendet Krahe ein.

Dennoch will der Jugendvorstand des VfL Vichttal Konsequenzen aus den Ereignissen ziehen. „Bei unserem Sommerturnier werden wir das Spielfeld so abgrenzen, dass die Eltern den entsprechenden Abstand haben”, sagt Krahe, der ähnliches auch für das Hallenturnier ankündigt: „Eine Maßnahme wäre, nächstes Jahr Banden vor die Tribüne aufzustellen. Ich kann allerdings nicht jedes Elternteil vorher kontrollieren und wissen, wem im Kopf eine Leitung kurzfristig versagt.”

Immerhin fand der Fox Indoor Cup, der dank des Einsatzes zahlreicher Helfer aus dem Verein einmal mehr etliche Besucher in die Halle zog und den Aufwärtstrend der Vichttaler Jugendarbeit bestätigte, nach dem Zwischenfall sportlich noch einen versöhnlichen Abschluss.

Ein Turniersieg blieb der Jugendabteilung des VfL zwar verwehrt, dafür sicherten sich die ehemaligen Vichttaler Nils Schütte und Nick Krückels mit Alemannia Aachen unter dem Jubel ihrer alten Teamkollegen aber den Sieg bei den E2-Junioren.
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