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Einzelhändler entsetzt: „Die Schließung ist eine Katastrophe“

Von: oha
Letzte Aktualisierung:
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Ein Teil des Steinweges darf von Pkw befahren werden. Doch auch diese Erleichterung hat nicht dazu geführt, dass mehr Kunden die frühere Einkaufsmeile Stolbergs ansteuern.

Stolberg. Die Nachricht von der Schließung des Kaufhauses Victor zum Jahresende bewegt die Menschen in Stolberg. Kunden wie Nachbarn des Unternehmens sind schockiert. „Das ist extrem ungünstig für Stolberg“, bedauert Jutta Nießen-Dohmen den von Klaus Victor am Mittwoch angekündigten Schritt. Die Einzelhändlerin, die gleich gegenüber vom Haupteingang des Kaufhauses Victor ein Geschäft für Kinderbekleidung betreibt, hat nun eine große Sorge.

„Es wichtig, dass in die Immobilie etwas Neues einzieht. Das Haus darf nicht leer stehen. Das wäre das Schlimmste für alle Einzelhändler hier am Steinweg.“ Das Kinderhaus Dohmen ist seit über 30 Jahren am Steinweg ansässig. Vom großen Kaufhaus am Eingang der Straße hätten alle Läden am Steinweg profitiert, so Nießen-Dohmen.

Der Kunde komme nicht von den Außenbezirken in die Innenstadt, um ein einziges Teil einzukaufen. Wenn er schon einmal hier sei, flaniere er deshalb auch an den Schaufenstern der kleineren Läden vorbei. Jutta Nießen-Dohmen sieht zwei Gründe, warum der Standort Stolberg für Victor am Ende nicht mehr so attraktiv war. Einerseits sei das Parken in Stolberg viel zu teuer. Nicht ohne Grund hätten andere Städte die Parkgebühren und Politessen wieder abgeschafft. Außerdem würden heute immer mehr Menschen dazu übergehen, fast alle Waren des täglichen Bedarfs im Internet zu bestellen.

„Die brauchen dann nicht mehr vor die Türe zu gehen.“ Nun hoffe man, dass zum Jahresende ein neuer attraktiver Anbieter in das Victor-Haus ziehe: Etwa ein Geschäft für Computer, Fernseher und Telefone. Oder ein Spielwarengeschäft. Für beide Branchen gebe es eine Marktlücke in Stolberg.

„Ich bin Optimist und gehe davon aus, dass die Immobilie ein Händler bezieht, der es besser macht als zuletzt Victor“, sagt die Beschäftigte eines Nachbargeschäftes, die ihren Namen nicht nennen will. Auch sie setzt auf die Branchen Elektroartikel und Spielwaren.

„Für uns ist die Schließung des Kaufhauses Victor eine Katastrophe“, bringt es Barbara Kohler vom Modehaus Kohler am Steinweg auf den Punkt. „Das Kaufhaus Victor ist einfach ein Zugpferd. Wenn das weg ist, werden noch weniger Menschen das Stolberger Zentrum aufsuchen.“ Barbara und Andreas Kohler sehen die Politik gefordert. Neben hohen Parkgebühren müssten Kunden am Steinweg stets mit Knöllchen rechnen, auch wenn sie nur kurz in einen Laden springen. Die Verantwortlichen im Rathaus hätten mit gleichzeitig eingerichteten Baustellen an Aachener Straße und Schellerweg die Zufahrt in die City praktisch blockiert. Barbara Kohler: „Wer sich nach Stolberg verirrt, steht meistens im Stau.“ Das äußere Erscheinungsbild Stolbergs sei erbärmlich. Vielerorts sei es einfach dreckig.

„Die Stadtverwaltung hat vier Monate gebraucht, einen kaputten Blumenkübel in der Straße zu reparieren“, zeigt sich Andreas Kohler enttäuscht. Aber auch ohne Kaufhaus Victor werde das Modehaus Kohler darum kämpfen, das Image Stolbergs als Einkaufsstadt zu verbessern. Andreas und Barbara Kohler versichern: „Wir bleiben mit unserem Geschäft im Steinweg!“

Birgit Kaesmacher ist entsetzt über die Nachricht, dass Victor Stolberg verlässt. Es sei zum Heulen, so die Geschäftsfrau aus dem Möbelgeschäft Kaesmacher. Jetzt wanderten vermutlich noch mehr Stolberger zu ihren Einkäufen ab. Eschweiler und Aachen seien ja rasch zu erreichen. Schon jetzt seien ja immer weniger Menschen zu sehen, die den Steinweg beleben. „Ich habe die Befürchtung, dass die Leute sagen, wir brauchen ja gar nicht mehr von den Ortsteilen ins Zentrum zum Einkauf zu fahren.“ Das Möbelhaus Kaesmacher will seine Verkaufsfläche demnächst verkleinern und sich vor allem auf den Verkauf von Küchen konzentrieren.

„Was passiert wohl mit der Immobilie?“, fragen sich Bettina und Wolfgang Krupe von der Bücherstube. Die Nachfrage nach Mode könne nach der Schließung des Kaufhauses Victor von anderen Läden im Steinweg befriedigt werden. Schreibwaren könne auch die Bücherstube anbieten. Was die Sportabteilung angehe, hinterlasse Victor allerdings eine Lücke. „Wir dürfen auf keinen Fall das Gefühl aufkommen lassen, in Stolberg bekäme man nicht mehr alles“, betont Wolfgang Krupe.

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