Stolberg - Eintritt im Schwimmbad wird nicht wieder billiger

Eintritt im Schwimmbad wird nicht wieder billiger

Von: -jül-
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Stolberg. Das Bemerkenswerte sei, so gab es Ludwig Hahn (CDU) zu Protokoll, dass der Kämmerer gleich eine geringere Einnahme verbucht habe, weil die Gebühren im Hallenbad erhöht worden sind.

Seine Fraktion habe sich bereits im Rat gegen die Neuordnung der Gebührensätze ausgesprochen, weil sie unsozial seien, und sie folge auch im Beschwerdeausschuss der Eingabe der Senioren- und Frühschwimmer. Höhere Gebühren würden Nutzer des Hallenbades in Nachbarstädte vertreiben und damit zu Einnahmeausfällen führen, die das Schwimmbad noch unwirtschaftlicher machen würden als es heute bereits sei.

Allerdings stand die CDU-Fraktion mit dieser Einschätzung allein auf weiter Flur. SPD, Grüne und FDP wiesen den Bürgerantrag zurück und verwiesen „mit großem Bedauern” darauf, dass die Gebührenerhöhung angesichts der Finanzlage der Stadt und der Auflagen der Kommunalaufsicht unumgänglich sei. Damit bleibt auch nach der vierten parlamentarischen Runde des Themas das Ergebnis bestehen.

Edmund Offermann (SPD) verwies darauf, dass die Senioren-Frühschwimmer durch die Umstellung von Jahreskarte auf 100er Marken de facto nicht schlechter gestellt würden. Im Durchschnitt hätte jeder etwa 50 Jahreskarten-Inhaber 118 Besuche im Hallenbad absolviert. Insofern entspreche die Neuregelung der tatsächlichen Nutzung. Dank der 100er-Marken könne ein Schwimmer für zwei Euro das Hallenbad nutzen. Ein Duschvorgang koste allein 50 Cent. Bedenke man, dass vor und nach dem Schwimmen geduscht werde, könnten die Nutzer das Schwimmbad für einen Euro nutzen - bei wesentlich höheren betriebswirtschaftlichen Kosten.

Die Beschwerdeführer sahen die Lage freilich anders und verwiesen auf eine zunehmende Altersarmut. Einige ältere Besucher hätten den erhöhten Eintrittspreis nicht bezahlen können und hätten deshalb von einem Schwimmbad-Besuch Abstand genommen.

Die vorgetragenen Kostenrechnungen der Verwaltung werteten sie als „polemisch”. Bemerkenswert sei aus ihrer Sicht der bereits im vergangenen Jahr verzeichnete Besucherrückgang um knapp 25 Prozent, dessen Ursachen näher untersucht werden müssten. Angesichts der Mehrheitslage im Beschwerdeausschuss kündigten die Seniorenschwimmer an, das Stolberger Hallenbad zugunsten anderer Bäder in Nachbarstädten zu meiden sowie eine weitere Unterschriftenaktion.

Am Rande der Sitzung war zu vernehmen, dass zu Beginn der Neuregelung Eintritts-Marken aufgrund von „Hamsterkäufen” im Vorfeld vergriffen waren.
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