Einführung Mindestlohn: IG Metall verteilt Geschenke am Stolberger Bahnhof

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„Kein Lohn Unter 8,50 Euro pro Stunde“: Am frühen Morgen verteilen Vertreter der DGB-Ortsgruppe Stolberg/Eschweiler an die Berufspendler und Bahnreisenden Lunchpakete.

Stolberg. Am frühen Morgen verteilen Vertreter der DGB-Ortsgruppe Stolberg/Eschweiler an die Berufspendler und Bahnreisenden bei -2 Grad in klirrender Kälte am Stolberger Bahnhof ein Lunchpaket mit der Aufschrift „Kein Lohn Unter 8,50 Euro pro Stunde“.

Die Papiertüten waren gefüllt mit einem Berliner, Müsliriegel und Traubenzucker sowie einem Flyer „Happy Birthday! Ein Jahr Mindestlohn-Dran-Bleiben“.

Die Aktion sollte zeigen, dass der seit dem 1. Januar 2015 eingeführte Mindestlohn ein voller Erfolg war und ist. Der von manchen Menschen befürchtete massive Jobverlust in Deutschland? Fehlanzeige! Das Gegenteil ist eingetreten.

Die Anzahl sozialversicherter Beschäftigungsverhältnisse ist seit Einführung des Mindestlohns gestiegen. Mehr Menschen seien in Arbeit mit einer Untergrenze der Entlohnung, somit sei eine würdige Existenz sichergestellt und die Kaufkraft gesteigert, so die Arbeitnehmervertreter bei ihrer Erfolgsmeldung am frühen Morgen vor dem Stolberger Hauptbahnhof.

8,50 Euro die Stunde

Seit einem Jahr gilt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2015 müssen alle Beschäftigten in Deutschland mindestens 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Fast zehn Jahre hatten die Gewerkschaften dafür gekämpft. Nach dem ersten Jahr zeige sich, so die Arbeitnehmervertreter vor dem Bahnhof: Der Mindestlohn ist ein voller Erfolg!

Rund 3,6 Millionen Menschen, die vorher zum Teil deutlich weniger verdient haben, profitieren persönlich vom gesetzlichen Mindestlohn. Das ist einer der wichtigsten Erfolge der deutschen Gewerkschaften. Mit dem Mindestlohn sei für viele der unwürdige Zustand beendet worden, von ihrer Arbeit nicht leben zu können und zusätzliche staatliche Leistungen beantragen zu müssen.

Vom Mindestlohn, so die IG Metall am Montag, profitierten vor allem Minijobber und Beschäftigte in der Nahrungsindustrie, der Gastronomie, dem Wach- und Sicherheitsgewerbe und den persönlichen Dienstleistungen. Besonders viele Frauen profitieren von den neuen gesetzlichen Regelungen. Die Gerechtigkeit bei der Bezahlung steige. Und die große Mehrheit der Menschen unterstütze den Mindestlohn. 86 Prozent der Befragten einer DGB-Umfrage hielten die Einführung des Gesetzes für richtig.

Der Mindestlohn sei ein solidarischer Schutz für alle, die hier abhängig beschäftigt sind, so die Gewerkschaftsvertreter am Bahnhof. Er sichert allen, die in Deutschland arbeiten, ein Mindesteinkommen – er gilt natürlich auch für Flüchtlinge und Migrant und Migrantinnen. Damit wird wirksam verhindert, dass Menschen gegeneinander ausgespielt werden.

Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind vom Mindestlohn ausgenommen. Der Mindestlohn gilt auch nicht für Auszubildende, junge Leute in Einstiegsqualifizierungen oder Pflichtpraktika im Rahmen einer Ausbildung oder eines Studiums.

Langzeitarbeitslose, die seit mindestens einem Jahr bei der Arbeitsverwaltung gemeldet sind, haben erst sechs Monate nach Wiederaufnahme einer Tätigkeit das Recht auf Zahlung eines Mindestlohns.

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