Eine Woche lang der Star beim Zirkus sein

Von: Thomas Waltl
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Gemeinsam mit den Artisten des Zirkus „Jonny Casselly“ tauchen die Kinder in die spannende Welt des Zirkus ein. Neben Bodenakrobatik zählen dazu genauso gewagte Sprünge in die Lüfte. Foto: T. Waltl

Stolberg-Liester. Der Zirkus ist in der Kupferstadt. Genauer gesagt auf dem Schulhof der Propst-Grüber-Schule auf der Liester. Das große blau-gelbe Zelt ist schon von weitem zu sehen und signalisiert: Hier steht der Spaß im Vordergrund.

Doch es ist kein alltäglicher Zirkus, es ist einer der besonderen Art, denn die Akteure sind sechs bis zwölf-Jährige Kinder. Bereits seit fünf Jahren veranstaltet das Jugendamt Stolberg dieses Ferienprojekt. Dabei tauchen die teilnehmenden Kinder eine Woche lang mit dem Zirkus „Jonny Casselly“ in die Welt des Zirkus ein und dürfen sich wie echte Zirkuskünstler fühlen.

Auf dem Tagesprogramm stehen das Erlernen von einfachen, aber dennoch spektakulären Kunststücken, lustigen Clownerien und atemberaubender Akrobatik. Mit 100 Kindern ist die Ferienwoche restlos ausgebucht. Ein Zeichen, dass der Zirkus an seiner Faszination auch in Zeiten von Internet & Co. nichts eingebüßt hat. Während der ganzen Projektwoche sind die Kinder in Gruppen eingeteilt. Das hat den Vorteil, dass jedes Kind das tut, was es gut kann und auch gerne macht.

Während also ein paar Kinder in der Manege Clownerien erlernen und bei der Vorstellung dann verantwortlich sind, für Lacher bei den Zuschauern zu sorgen, versucht sich eine andere Gruppe mit dem Fahrrad auf dem Balancierseil. Natürlich dürfen in einem Zirkus auch die Tiere nicht fehlen. Bevor aber mit den Kunststücken und dem Voltigieren begonnen wird, erlernen die Kinder den richtigen Umgang mit den Lamas und Pferden und müssen diese auch ordentlich putzen, damit bei der Show keine schmutzigen Tiere vorgeführt werden. Vom Wetter unabhängig sind die Gruppen, die in der Turnhalle der Propst-Grüber-Schule ihr Showacts einstudieren. Mädchen schlagen Räder, die Jongleure probieren Tricks auf dem Diabolo aus und die Akrobaten machen Bodenübungen und Sprünge auf dem Trampolin.

Begleitet werden die Kinder von sechs professionellen Zirkustrainern des „Circus Jonny Casselly“, die auf die genaue und richtige Ausführung der Kunststücke achten. Der Zirkus, geführt von Jonny Casselly jun., ist mittlerweile in der achten Generation der Familie und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Kindern beizubringen, wie Zirkus geht. Die Zielgruppen sind Kinder und Schulen aus ganz Deutschland. Dass die Betreuung durch geschulte Zirkuslehrer eine wichtige Rolle spielt, zeigt sich bei den Fakiren, die nach einer Woche Training über Glasscherben gehen und sich auf ein Nagelbrett legen sollen können.

Wieso die Zirkuswoche jedes Jahr zu den beliebtesten Ferienspielen in Stolberg zählt, bringt Anne Barry vom Jugendamt Stolberg auf den Punkt: „Die meisten Kinder kennen den Zirkus nur von Vorstellungen und haben eigentlich keine Chance, diese Kunststücke auszuprobieren. Hier beim Kindermitmachzirkus können sie all das erleben. Das Training und eine echte Vorstellung.“ Diese findet übrigens am Samstag statt. Dabei präsentieren die Kinder ihren Eltern die erlernten Kunststücke und dürfen sich dabei wie echte Zirkuskünstler fühlen. Bei den Eltern führten die Vorstellungen zum Abschluss auch immer zu einem „Wow-Effekt“, denn hier sähen sie, wozu ihre Kinder fähig wären, so Barry. Gerade berufstätige Eltern wüssten auch die gute Betreuung ihrer Schützlinge in dieser Ferienwoche zu schätzen. Dafür sorgen neben den Zirkustrainern auch elf Hilfsarbeiter des Jugendamtes. Zwischen den anstrengenden Trainingseinheiten ist jeden Tag auch für eine warme Mittagsmahlzeit gesorgt.

Bereits zum zweiten Mal beim Zirkuscamp dabei ist Nina. Die Zehnjährige ist in der Tiergruppe. „Beim voltigieren machen wir Akrobatik und anspruchsvolle Kunststücke auf dem Pferd“, erzählt sie mit großer Freude. Angst, dass sie vom großen Pferd fallen könnte, habe sie keine. Ganz im Gegenteil, die Zirkuswelt mache ihr einen riesen Spaß. Genau so, wie es bei allen Ferienaktionen in der Kupferstadt sein soll.

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