Eine sinnvolle Alternative zur blauen Tonne

Von: Sarah Sillius
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Die fleißigen Helfer des Arbeitskreises Mutter Theresa (v.l.): Wolfgang Wirtz, Paul Rüssmann, Matthias Recker, Armin Dreuw und Heinz Tripp vor dem Papiercontainer auf dem Kirchplatz. Foto: Sarah Sillius

Stolberg-Atsch. In den Containern auf dem Kirchplatz St. Sebastianus türmen sich Zeitungen, leere Pappkartons und Verpackungen. Immer wieder fahren Autos vor, deren Fahrer aus dem Kofferraum Altpapier ausladen.

Es ist der vierte Samstag im Monat. Das heißt für Heinz Tripp und die übrigen Mitglieder des Arbeitskreises Mutter Teresa: eine Menge Arbeit - und zugleich eine gute Tat.

„Schon seit 35 Jahren gibt es den Arbeitskreis und die Altpapiersammlung in der Atsch”, erzählt Heinz Tripp. „Die Aktion wurde damals von einer kleinen Gruppe, rund um Heinz Seeger, ins Leben gerufen, die damit den Orden der Mutter Teresa unterstützen wollte.” Er selbst sei noch nicht von Anfang an dabei gewesen, aber mittlerweile auch seit vielen Jahren aktiv. „Es ist echte Knochenarbeit”, gesteht der 74-Jährige, der sich nicht nur um die Organisation der Altpapiersammlung, sondern zudem mit um den Dritte-Welt-Laden im Pfarrheim kümmert.

Ein unentbehrlicher Partner für die Aktion sei das Entsorgungsunternehmen Habold, betont Heinz Seeger, der „Seniorchef” der Gruppe: „Die Firma stellt uns die Container kostenlos und hat uns versprochen, unser Papier immer anzunehmen. Das ist nicht selbstverständlich heute.”

Wenn der Arbeitskreis, der überwiegend aus Männern besteht, am Samstagmittag seine Sammelaktion beendet hat, werden die Container wieder abgeholt und in der Firma gewogen.

Papierpreis enorm gesunken

Im Laufe der Jahre hat es natürlich die ein oder andere Veränderung gegeben, die Finanzkrise hat sich auch im Altpapier-Sektor bemerkbar gemacht. So habe der gesunkene Papierwert den Gewinn der Sammelaktion enorm geschmälert, so Tripp: „Noch vor anderthalb Jahren erbrachte uns eine Tonne Papier 45 Euro, jetzt sind es noch 15. Und das auch nur, weil der Wert wieder etwas angestiegen ist. Zeitweise haben wir fast gar nichts für das Papier bekommen.”

Trotz sinkender Preise ist auf eine Sache immer noch Verlass: auf den großen Zulauf derer, die den Arbeitskreis in ihrer Sache unterstützen und einmal im Monat ihr Altpapier vorbeibringen. „Das sind nicht nur Leute aus der Atsch, auch aus dem Umkreis”, erzählt Seeger. „Viele von ihnen sammeln auch in ihren Firmen und kommen seit vielen Jahren hierher,” weiß Tripp.

Dass unter den Papierlieferanten viele „Stammkunden” sind, ist unverkennbar. Josef Leuchter wird herzlich von der Helfer-Runde begrüßt, als er mit seiner Schubkarre auf dem Kirchplatz erscheint. „Ich lade hier nicht nur seit Jahren mein Papier ab, sondern komme aus Umweltgründen sogar mit der Schubkarre”, erklärt er.

Dorothe Plönnes ist zwar mit dem Auto unterwegs, aber aus nicht minder idealistischen Gründen unterstützt sie die Aktion: „Ich habe die blaue Tonne abgelehnt und bringe mein Papier schon immer hierher - aus Sympathie für den Orden der Mutter Teresa und den Arbeitskreis.” Die gebürtige Atscherin fährt seitdem ein „Containerauto”, wie sie es nennt. Das Papier sammelt sie über den Monat hinweg - statt in der Tonne - in ihrem Kofferraum.

Und so haben die heutigen Helfer Wolfgang Wirtz, Paul Rüssmann, Matthias Recker und Armin Dreuw auch an diesem Tag wieder alle Hände voll zu tun: ausladen, sortieren, Kartons flachtreten.

Tripp ist zwar stolz auf den festen Stamm an ehrenamtlichen Helfern, doch sei weitere Unterstützung erwünscht. „Es reicht ja, wenn die Leute sich einmal im Monat Zeit nehmen, entweder Freitagnachmittag oder Samstagvormittag.” Nicht nur Männer seien angesprochen, ebenso Frauen könnten als Helferinnen tätig werden, meint Seeger: „Das Wichtigste ist, dass man hinter der Sache steht.”

Mit „der Sache” meint der 84-jährige „Seniorchef” das Ziel der gesamten Aktion und den Sinn des Arbeitskreises. Der Erlös der Altpapiersammlung fließe ausschließlich in den Orden der Mutter Teresa, der sich um notleidende Kinder und alte Menschen in Asien, Afrika und Südamerika kümmert.
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