Eine schöne Gelegenheit, alte Bekannte zu treffen

Von: Jürgen Lange
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Nicht nur Spitzensport: Natürlich gehen viele Gäste zum CHIO, um Spitzensportler wie Felix Hassmann beim Großen Preis der Nationen zu sehen. Viele Stolberger genießen aber auch das entspannte Flair, bei dem sie viele alte Bekannte treffen. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Adolf Konrads ist schon seit 50 Jahren fester Bestandteil des CHIO. Wie sollte es auch anders sein. Viele Jahre war Konrads als Funktionär für Stolberger Reitvereine unterwegs. Als Pensionär genießt er das Flair des Aachener Turniers.
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Ralf Roeger ist Dauergast beim CHIO – ganz beruflich, als Fotograf für unterschiedliche Medien.
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Hans-Peter Hoppstein auch genannt „Hoppi“ kann schon nicht mehr zählen, wie oft er bei dem Aachener Reitturnier gewesen ist. Heute arbeitet er als Richterassistent bei zahlreichen Springen während der Reitturnierwoche.
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Kerstin Schankweiler nimmt sich gerne für den CHIO frei. Im Berufsalltag ist sie die freundliche Ansprechpartnerin im Bürgeramt der Stadt Stolberg. Während des Turniers begrüßt sie im Medienzentrum Gäste des Zeitungsverlages.
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Theo Keulen ist einer der Dauergäste beim CHIO aus Stolberg. Keulen leitete jahrelang die Ausflugsgastronomie von Süssendell. Dort hielt er auch einige Pferde. Nun weilt er lieber unter den Zuschauern – sogar mit leichter Blessur.
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Tobias Königs ist nicht nur beruflich auf dem Turnierplatz. Lieber ist er dort mit Tochter Karoline.

Stolberg. Sie sind echte Wiederholungstäter. Wenn der CHIO ruft, strömen auch zahlreiche Stolberger in die Soers – zum Vergnügen, zum Arbeiten und weil viele echte Pferdenarren sind. Einer von ihnen ist Hans-Peter Hoppstein. Der Spitzname sagt schon alles: „Hoppi“ und Pferde sind untrennbar verbunden.

Schon zu Berufszeiten bei den Stolberger Metallwerken saß Hoppstein in jeder freien Minute im Sattel, an Wochenenden war er auf zahlreichen Turnieren im Springparcours anzutreffen. Später sattelte er mit seiner Frau Erika auf den Bock von Kutschen um. Heute ist er als Richterassistent an den festen Hindernissen beim Fahrturnier des CHIO im Einsatz. „Er ist immer ein Erlebnis“, strahlt„Hoppi“ und genießt in der dienstfreien Zeit die einmalige Aachener Turnieratmosphäre. Besonders beeindruckt hat ihn diesmal die ausgesprochen gut besuchte Eröffnungsfeier. Wie viele CHIO er schon erlebt hat? Hans-Peter Hopsten denkt nach. „Schon viele“. Auf Anhieb zählen kann er sie nicht. „Schon seit Ewigkeiten bin ich immer hier.“

50 Jahre dabei

Genauer sagen kann das Adolf Konrads – obwohl er schon die Goldene Ehrennadel als Turnierbesucher bekommen haben müsste. Seit mehr als 50 Jahren zieht es den 78-Jährigen nach Aachen. „1958 war ich das erste Mal hier“, sagt der Mausbacher. Damals noch rein privat. In späteren Jahren war er dienstlich für die Polizei in der Soers im Einsatz. In späteren Jahren engagierte er sich auch ehrenamtlich für den Reitsport, organisierte für die jungen und auch älteren Mitglieder des Büsbacher Reitervereins die Eintrittskarten.

Immerhin saß Konrads Mitte der 80er Jahre auch selbst einmal kurzzeitig im Sattel. Tochter Monika ist zunächst als aktive Reiterin, mittlerweile als Richterin dem regionalen „Turnierzirkus“ treu geblieben, während Vater Adolf noch lange Jahre als Reitsportwart die Stolberger Pferdeszene im Stadtsportverband vertrat. Inzwischen genießt der vielseitig interessierte Pensionär die Freizeit beim CHIO. Und das durchaus mit Erfolg: Beim Soerser Sonntag gewann er beim Wettbewerb unserer Zeitung ein Liegestuhlset, am Dienstag war es eine Tüte Vollmilch.

Der Kategorie der „Ewigen“ ist auch Theo Keulen zuzurechnen. Die Familie bewirtschaftete einst die Ausflugsgastronomie Süssendell, war dort Gastgeber zahlreicher Ausflugsreiter, die dort einen Stop einlegten, und hielt jahrelang selbst Pferde. In diesem Jahr ist Theo Keulen trotz Entzündung im Arm als Großvater in der Soers im Einsatz und umsorgt den Nachwuchs von Tochter Corinna Angermayer. Corinna ist selbst schon seit vielen Jahren beim CHIO engagiert, betreute als Hostess die Ehrengäste. Dafür hat die Finanzbeamtin regelmäßig Urlaub genommen. Diesmal koordiniert Julia Angermayer den Einsatz der Hostessen – trotz Anspannung in aller Ruhe, währen Papa Theo sich ja um den Nachwuchs kümmern kann.

Urlaub, den nimmt auch Kerstin Schankweiler, um beim CHIO dabei sein zu können. Normalerweise ist sie freundliche Ansprechperson im Bürgeramt der Stadt Stolberg. Seit zwei Jahren vertauscht sie den Tresen im Rathaus mit dem im Besucherzentrum des Medienzentrums des Zeitungsverlages. „Es sind interessante und freundliche Gäste“, sagt sie und reicht eine Tasse frisch aufgebrühten Espresso herüber.

Den schätzt auch Ralf Roeger. „Es sind mehr als 25. Mal“, sagt der Stolberger, der als Fotograf schon lange auch den CHIO begleitet. Ende der 80er Jahre vertauschte er seinen Arbeitsplatz beim Stolberger Metallwerk mit der Fotoapparatur. Seitdem ist Ralf Roeger nahezu rund um die Uhr für unsere Zeitung im Einsatz. Und – ebenso wie Ehefrau Dagmar – halt seit einem viertel Jahrhundert beim Weltfest des Pferdesportes. Es ist ein ganz schön anstrengender Job, bei Wind und Wetter, Hitze und Kälte, Sonnenschein und Regen mit der Kamera den Reitsport und seine Besucher im Bild einzufangen. Und so ganz nebenbei noch den ein oder anderen „normalen“ Termin abzuarbeiten.

Das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet Thomas Fürpeil, der mit Ehefrau Beate das Springen um den Nationenpreis verfolgt. Am Rande des hochkarätigen Sports sucht der Geschäftsführer der Stolberger EVS und BSR (Euregio Verkehrsschienennetz GmbH und Bahnschotterrecycling GmbH) das Gespräch mit Geschäftspartnern. Das kann man während der Reitturnierwoche eben am besten auf dem Turniergelände, schließlich trifft sich dort „Gott und alle Welt“.

Beispielsweise auch mittwochs. Wenn es um das Springen um den Preis der Städteregion Aachen in memoriam Landrat Hermann Josef Pütz geht, dann ist in der Soers der Tag der Kommunalpolitik. Dann lädt Städteregionsrat Helmut Etschenberg die Politiker aus den Mitgliedskommunen ein. Dann werden am Randes des Parcours interkommunale und interfraktionelle Probleme besprochen, die sich in der lockeren und angenehmen Atmosphäre abseits der Rathauskulisse viel besser regeln lassen, als zwischen dem Termindruck des Alltags.

Alltag ist dagegen für Marcus Quadflieg der CHIO. Der Schustermeister betreibt in Düren ein Geschäft, ist zwar in Aachen geboren, aber auf dem Duftenter aufgewachsen. Die Karriere im Reitsport begann bei den Pferdefreunden am Trockenen Weiher. „Ich bin bestimmt schon im 11. Jahr hier“, lacht Quadflieg. Das ist immerhin ein markantes Datum für sein weiteres Steckenpferd des früheren Springreiters. In Stolberg kennt man ihn auch als früheren Vizepräsidenten der LG Büsbach und als Aachener Karnevalsprinz des Jahres 2003.

Längst ist Quadflieg als Händler von Hüten und Countrybekleidung neben seinem Geschäft regelmäßiger Aussteller hochkarätiger Events – sei es bei Home & Country auf Schloss Eick oder eben beim CHIO. Und je nachdem, wann man ihn fragt, wie das Geschäft lauft, fällt die Antwort unterschiedlich aus. „Ich habe auch immer wieder einmal gesagt, es ist das letzte Mal“, berichtet Quadflieg ehrlich. „Aber wenn es am Ende nicht im einem Minus-Geschäft endet, ist alles wieder gut“. Denn die Präsenz beim CHIO bietet einen nicht kalkulierbaren Mehrwert: Kontakte knüpfen und pflegen, gute Gespräche führen und Interesse wecken auf das Angebot des üblichen Geschäftslebens.

Kontakte pflegen

Das läuft für den Stolberger Geschäftsmann Dirk Krahe ganz normal weiter, auch wenn der CHIO nach Aachen lockt. Dennoch schaufelt er sich zwei Tage frei, um in der Soers Kontakte zu pflegen, ein wenig Abwechslung zu erfahren und um das Interesse seiner Ehefrau Steffi zuteilen. Die ist passionierte Dressurreiterin. Und so ist Dirk Krahe – mit der neu erworbenen Schabracke unter dem Arm – unterwegs zum Nationenpreis der Springreiter, während sein sportliches Herz doch eigentlich einem anderen Genre gehört: dem Fußball. Und Zuhause, bei „seinem“ VfL Vichttal läuft die Vorrunde des Jacobs-Automobile-Cups, der in dieser Woche mit den Halbfinale auf den Endspiel-Samstag zusteuert.

Von Zuhause aus Fußballer ist auch Tobias Königs. Seine Meriten verdiente er sich damals beim heimischen SC Münsterbusch und spielte als Jugendlicher beim SV Breinig. Mittlerweile hat ihn sein beruflicher Weg in die Video-Abteilung unserer Zeitung geführt. Und damit ist er auch unweigerlich beim Reitturnier in Aachen gelandet. Und das schon seit zum achten Male. Wenn’s einmal nicht so stressig geht, ist auch Tochter Karoline dabei. Im Zweifelsfall auf dem Arm des Herrn Papa. Und das schon im zweiten Jahr. Wetten, dass der Reitsport Tobias Königs in den nächsten Jahren noch viel vertrauter werden wird ?!

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