Stolberg - Eine neue Welt für die I-Dötzchen der Grundschule Atsch

Eine neue Welt für die I-Dötzchen der Grundschule Atsch

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Guck mal, wer da anfängt: In
Guck mal, wer da anfängt: In Stolberg werden an den insgesamt zehn Grundschulen 506 I-Dötzchen zum Start ins Schulleben begrüßt. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. 36 neue Gesichter werden sich am Mittwoch Johanna Steinröx und ihren Kollegen vorstellen. Das bedeutet für die Lehrerschaft der Katholischen Grundschule Atsch ebenfalls 36 neue Herausforderungen, 36 Geschichten inklusive 36 kleineren oder größeren Problem(ch)en.

Johanna Steinröx, die seit sechs Jahren die Schule leitet, hat die Vorbereitung auf die neuen I-Dötzchen bereits im vergangenen Herbst begonnen. „Wir versuchen, alle Kinder in der Atsch zu beobachten und früh mit den Eltern Gespräche zu führen, wo ihr Kind besonders stark ist und wo es vielleicht noch gezielte Förderung braucht.”

Spätestens im Mai/Juni stehe dann fest, welcher Lehrer die Schulanfänger übernimmt. „Die Sommerferien gibt es für uns eigentlich nicht”, sagt Johanna Steinröx. Vorbereitungen, Auswertungen, (Stunden-)Pläne, „da muss das Grundgerüst stehen”, sagt die 59-Jährige, die als Fachlehrerin in Mathematik die Neulinge selbst regelmäßig betreuen wird.

„Zu Fuß gehen”

506 Schulanfänger wird die Kupferstadt am Mittwoch begrüßen, und die Kleinen werden natürlich auch vor der ein oder anderen (größeren) Herausforderung stehen. „Ganz klar ist”, sagt Johanna Steinröx, „dass die Erstklässler so schnell wie möglich den Weg zur Schule und wieder nach Hause alleine bewältigen sollen.” Für Eltern sei es wichtig zu wissen, wie ihre Kinder den täglichen Schulweg meistern. „Selbst bei Regen sollten die Kleinen zu Fuß gehen und nicht immer auf das Taxi Mama zurückgreifen.”

Außerdem fördere der tägliche Schulweg auch den Geist, „denn wenn sie einmal wach sind, dann haben sie auch im Unterricht eine höhere Auffassungsgabe.” Es gehe darum, Schulanfängern die Möglichkeit zu geben, eigene Erfahrungen zu sammeln „und dass die Eltern dem Kind so etwas wie Eigenständigkeit zutrauen”, sagt Steinröx.

Doch nicht nur der tägliche Weg zur Grundschule sei eine mehr oder weniger größere Umstellung zu früheren Kita-Tagen, „die Schüler lernen jetzt auch früh, dass durch den Unterricht gewisse Regelmäßigkeiten vorgegeben sind. Sie müssen einfach erkennen, dass sie neben Pflichten auch mehr Verantwortung haben”, sagt die Rektorin.

Damit das problemlos klappt, versuchen Grundschulen den Übergang von der Kita zur 1. Klasse so fließend wie möglich zu gestalten. Steinröx: „Sie können auf viele Dinge aus dem Kindergarten zurückgreifen, sie haben aber jetzt zumindest temporär einen festen Platz und lernen, Rücksicht auf andere zu nehmen.”

Für die Lehrer stellt sich die nicht immer leichte Aufgabe, mit vielen verschiedenen Charakteren und damit auch vielen verschiedenen Entwicklungsstadien zurecht zu kommen. „Schauen Sie”, sagt Johanna Steinröx, „manche Kinder können schon lesen oder Dinge verschriftlichen, wenn sie eingeschult werden, und das können andere Kinder wiederum noch nicht.”

Grundsätzlich - und deshalb beginnen Steinröx und ihre Kollegen so früh damit - gehe es darum, mit welchen Voraussetzungen welches Kind eingeschult werde. „Wir versuchen, jedes Kind so gut es eben geht, individuell zu fördern”, sagt die Leiterin der Grundschule Atsch, in der auch Kinder mit Lern- oder geistiger Behinderung unterrichtet werden. Ein „Angleichen” könne und solle es deswegen ausdrücklich nicht geben.

Engagement in der Schule

Auf die Eltern wiederum kommt nicht nur Zuhause, sondern auch in der Schule eine neue Rolle zu. „Wenn sie sich in der Schule engagieren, sich zum Beispiel als Lesemütter einbringen, kommt das nicht nur dem eigenen Kind zugute”, sagt Johanna Steinröx.

Die ersten Elternpflegschaftssitzungen sollen bereits früh im Schuljahr stattfinden, „aber auch private Gespräche mit einzelnen Eltern, denn die wollen wissen, wie sich ihr Kind in der neuen Umgebung präsentiert.”

Die Unterschiedlichkeit, die nun einmal jede Eingangsklasse auszeichnet, sei wiederum für die Lehrer die größte Herausforderung. „Deshalb beginnen wir mit den Vorbereitungen auch schon weit im alten Schuljahr”, sagt Johanna Steinröx. Dann, wenn von den neuen I-Dötzchen weit und breit noch nichts zu sehen ist.

63 I-Dötzchen weniger als zu Schulbeginn 2010

Am Donnerstag beginnt für sie der „Ernst des Lebens”: Insgesamt 506 I-Dötzchen verteilen sich auf die zehn Stolberger Grundschulen. Das sind 63 Schulanfänger weniger als noch zu Beginn des Schuljahres 2010/11.

Die Zahlen im Einzelnen: Grundschule Atsch: 36 Schulanfänger (2010: 46); Grundschule Bischofstraße: 75 (2010: 79); Grundschule Breinig: 56 (2010: 73); Grundschule Donnerberg: 69 (2010: 65); Grundschule Gressenich: 45 (2010: 43); Grundschule Grüntalstraße: 26 (2010: 44); Grundchule Hermannstraße: 59 (2010: 58); Grundschule Mausbach: 49 (2010: 62); Grundschule Prämienstraße: 67 (2010: 68); Grundschule Zweifall: 24 (2010: 41).

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert