Eine Investition in die Zukunft von Prym

Von: Benjamin Jansen
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Stolberg. Seine ersten Arbeitstage bei der Firma Prym wird Bastian Hentsch nicht so schnell vergessen. Dafür sorgen die Blasen und Schwielen, die sich der angehende Werkzeugmechaniker bei seinem ersten Praxiseinsatz zugezogen hat.

„Meine Hände mussten sich erst mal an die Belastung gewöhnen”, sagt der 17-Jährige schmunzelnd, „mittlerweile ist es aber schon viel besser geworden.”

Hentsch ist einer von sechs neuen Auszubildenden, die am 1. September beim Stolberger Traditionsunternehmen begrüßt wurden. „Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage wird das Thema Ausbildung bei uns groß geschrieben”, betont Geschäftsführer Andreas Engelhardt.

Dass viele Firmen die Ausbildung und Förderung von Nachwuchskräften drastisch zurückgefahren haben, belegt die Deutsche Industrie- und Handelskammer, die einen Rückgang von 6,6 Prozent bei der Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge verzeichnete - die weltweite Wirtschaftskrise hat sich inzwischen auch auf dem Lehrstellenmarkt bemerkbar gemacht.

„Wenn wir es rein aus Kostengründen betrachtet hätten, wäre die Ausbildung auf Null gefahren worden. Ich denke aber, dass die Ausbildung und Übernahme qualifizierter Fachkräfte eine Investition in die Zukunft von Prym ist”, rechtfertigt Engelhardt die Einstellung der neuen Azubis.

Vier von ihnen werden im gewerblichen Bereich eingesetzt, die anderen beiden unterstützen die kaufmännische Abteilung des Familienunternehmens. „Die Ausbildung zum Industriekaufmann hat mich sehr angesprochen und da Prym einfach eine Top-Adresse ist, war ich mir sicher, dass das die richtige Entscheidung ist”, berichtet Marc Ohligschläger, der bereits ein Jahrespraktikum beim Stolberger Betrieb absolviert hatte.

In der Abteilung Einkauf verbringt der 22-Jährige drei Tage in der Woche, die restliche Zeit wird er in der Berufsschule weitergebildet. „Das ist eine nette Abwechslung. Der Tag geht super schnell vorbei”, erklärt Ohligschläger.

Diesem Urteil schließt sich auch Bastian Hentsch an, „das lange Stehen war allerdings eine ganz neue Erfahrung für mich.” Beim Stehen blieb es nicht, in der ersten Praxiseinheit wurde fleißig gesägt, gefeilt und gemessen. Dass die Aufgaben in der 3,5-jährigen Ausbildung immer komplizierter werden, ist für Ausbildungsleiter Bernd Böhmer selbstverständlich, „da die Stufen immer feiner werden. Nach drei Monaten sind die Azubis in der Lage Feinstbearbeitungen mit der Hand vorzunehmen.”

Praxis im Vordergrund

Neben dem Werkzeugmechaniker bildet Prym noch in elf weiteren Bereichen aus, vom Industrie- und Zerspanungsmechaniker bis hin zum Oberflächenbeschichter. „Bei allen gewerblichen Berufen steht die Praxis im Vordergrund”, stellt Böhmer unmissverständlich klar.

Um auch abseits des Arbeitsplatzes ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen, haben sich die Verantwortlichen etwas ganz besonderes einfallen lassen. „Wir gehen mit unseren Azubis Bowling spielen und spendieren ihnen eine Pommes oder Cola. Demnächst werden wir auch einen gemeinsamen Nintendo-Wii-Abend in Angriff nehmen”, berichtet Engelhardt.

Die Zahl der Azubis, die auch an diesen Abenden teilnehmen kann, hat sich in den letzten drei Jahren allerdings von 15 auf sechs verringert. „Durch die Wirtschaftskrise hatten wir erhebliche Umsatzeinbrüche. Ich hoffe, dass sich die Wirtschaft wieder so erholt, dass wir nächstes Jahr wieder mehr Auszubildende einstellen können”, sagt der Geschäftsführer.

Das Bewerbungsverfahren, mit Eignungstest, Vorstellungsgesprächen und Rollenspielen, hat für die neuen Auszubildenden bereits begonnen. Ihnen macht Engelhardt ebenso Mut, wie den derzeitigen Azubis: „Wer sich voll reinhängt, hat beste Zukunftschancen bei der Firma Prym.” Der Wirtschaftskrise zum Trotz, sozusagen.
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