Stolberg-Zweifall - Eine enge Bindung zueinander aufbauen

Eine enge Bindung zueinander aufbauen

Von: Jan Schlegelmilch
Letzte Aktualisierung:
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In der ruhigen Atmosphäre der Zweifaller Kirche nutzen die Jugendlichen die Zeit zur Besinnung. Noch bis morgen läuft die Ferienaktion zum Thema „Schuld”.

Stolberg-Zweifall. Die Jugendlichen sitzen in dicken Wolldecken eingehüllt vor dem Altar auf dem Boden. Absolute Stille prägt die Atmosphäre. Es ist so ruhig, dass man meint, das Flackern der Kerzenflammen hören zu können. Diese Ruhe wirkt beruhigend und wohltuend - und sie regt zum Besinnen und Nachdenken an.

Genau das ist - neben dem gemeinsamen Singen - auch ein wichtiger Bestandteil der kurzen Andachten, die die Jugendlichen im Rahmen des Kirchenwohnens in der evangelischen Kirche in Zweifall halten. Seit Donnerstag und noch bis Sonntag läuft die Ferienaktion der evangelischen Kirchengemeinde Kornelimünster/Zweifall, bei der die Jugendlichen im Gemeindehaus der evangelischen Kirche übernachten und die diesmal unter dem Motto „Schuld” stattfindet.

Mit diesem Motto setzen sich die rund 20 jungen Frauen und Männer aber nicht nur in den morgendlichen und abendlichen Andachten, sondern auch in thematischen Arbeitseinheiten im Gemeindehaus auseinander.

„Wir konstruieren zum Beispiel Tätergeschichten”, nennt Jugendleiter Achim Richter, der das Kirchenwohnen zusammen mit Claudia Krings betreut, ein Beispiel, wie die Auseinandersetzung mit dem Motto konkret aussieht. Heute machen sich die Teilnehmer sogar auf den Weg zur alten NS-Ordensburg Vogelsang, um das Thema dort im Rahmen einer Führung aufzuarbeiten.

Doch es ist nicht nur die Selbstbesinnung und die Beschäftigung mit der Schuld, die die vier Tage in und um die evangelische Kirche in Zweifall prägen - im Gegenteil. Nach den Momenten der Ruhe bei der morgendlichen Andacht herrscht am Frühstückstisch eine lockere und familiäre Stimmung, es wird viel geredet und gelacht.

Und genau das wissen die Jugendlichen zu schätzen: „Es ist einfach diese Atmosphäre, dass man mit jüngeren und altbekannten ins Gespräch kommt. Hier herrscht kein Stress, es macht einfach Spaß hier zu sein”, beschreibt Jens Reimerdes, der bereits zum vierten Mal beim Kirchenwohnen dabei ist. Ähnlich sieht es die ehrenamtliche Betreuerin Claudia Krings: „Schön ist, dass wir den Tagesablauf völlig frei gestalten können. Wir haben absolut keinen Zeitdruck.”

So bleibt der Gruppe dann auch genug Freizeit, in der zusammen viel geredet und gespielt wird; Fernsehen und Computer bleiben für vier Tage ausgeschaltet.

„In den vier Tagen versucht man auch jede Minute zu nutzen, um gemeinsam etwas zu unternehmen. Da braucht keiner eine Auszeit für sich”, meint Claudia Krings. Die Zubereitung der Mahlzeiten geschieht ebenfalls in der Gruppe, das gemeinsame Erlebnis steht ganz klar im Vordergrund.

Dabei lernen sich auch immer wieder Gemeindeglieder aus den unterschiedlichen Ortsteilen neu kennen: „Es ist schön, auch einmal einen anderen Gemeindeteil kennen zu lernen. Die Jugendlichen aus Walheim zieht es ja eher nach Kornelimünster, durch die Ferienfreizeit bauen sie aber eine engere Bindung zu der Kirche in Zweifall auf”, sagt Krings.

Morgen nehmen die „Kirchenbewohner” noch am Gottesdienst teil, ehe danach die Sachen zusammengepackt werden. Doch man kann sicher sein, dass viele von ihnen in den nächsten Herbstferien wieder in Wolldecken eingehüllt auf dem Boden vor dem Altar Platz nehmen und die besondere Atmosphäre genießen.
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