Eine Brücke als Zeichen der Freundschaft

Von: Johannes Mohren
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Es ist soweit: Ferdinand Gatzweiler und sein französischer Kollege Jacques enthüllen vor zahlreichen Gästen die Tafel an der Altstadtbrücke, die die Partnerschaft würdigt. Foto: J. Lange

Stolberg. Dort, wo sich der Vichtbach vorbei an idyllischen Gassen und Plätzen durch die Altstadt schlängelt, mal leise plätschernd, mal aber auch laut aufbrausend, schlägt ohne Zweifel das Herz der Kupferstadt. „Gerade deshalb ist dieser Ort so schön, um unsere enge Freundschaft zu besiegeln”, strahlt Fatima Küsters.

Die langjährige Vorsitzende des deutsch-französischen Partnerschaftskomitees Stolberg-Valognes ist hellauf begeistert: Denn auf seinen geschwungenen Pfaden wird der kleine Fluss von nun an eine neue Station passieren.

Seit Samstagmittag umspült er die „Pont de Valognes”, das Symbol für 20 Jahre gelebte Städtepartnerschaft zwischen der Stolberger Kupferstadt und dem malerischen Städtchen Valognes in der Normandie, ein Zeichen der Freundschaft und der Zusammengehörigkeit der beiden Städte.

„Das ist eine schöne Geste. Eine Brücke schafft immer Verbindung, Verbindung zwischen Sprachen und Kulturen, Verbindung zwischen Menschen und Nationen. Wir fühlen uns den Stolbergern eng verbunden”, freut sich Jacques Coquelin. Der Bürgermeister der nordfranzösischen Kleinstadt steht an der Spitze der 30-köpfigen Delegation, die sich auf die fast 700 Kilometer lange Reise nach Stolberg gemacht hat, um der Einweihung der Brücke beizuwohnen.

Doch die weit gereisten Gäste bekommen in der Kupferstadt weitaus mehr geboten als „nur” den offiziellen Festakt. Die Organisatoren rund um Fatima Küsters und die zahlreichen bemühten Gastfamilien haben im Vorhinein keine Mühen gescheut, um den französischen Besuchern ein unvergessliches Wochenende zu ermöglichen.

Kulinarisches Erleben

Empfangen werden die Valogner am Freitagabend mit einem kulinarischen Höhepunkt. Als Maître de Cuisine kredenzt Stefan Carol ein wahres deutsch-französisches Festmahl, im gemütlichen Ambiente des Zinkhütter Hofs kommen die Gäste und Gastgeber ins Gespräch. Mit Händen und Füßen, Wörterbüchern und den letzten Kenntnissen aus vergangenen Französischstunden entstehen an vielen Tischen angeregte Konversationen.

Der Rheinische Sauerbraten „Aix-la-Chapelle” wird zum sanften Meeresrauschen und der einzigartigen Stimme des französischen Chansonsängers Charles Trenet serviert, beim „Abendessen der Freundschaft” wird Wert auf kulturelle Vielfalt aus beiden Ländern gelegt. Bei den Gästen aus der Nation der Meisterköche und Genießer kommt die regionale Küche sehr gut an, es wird geschlemmt und gelacht.

Beim Anblick der über einen Quadratmeter großen Torte „Pont de Valognes” geht ein Raunen durch die Menge, nicht nur optisch ist sie eine Meisterkreation, die eigens zum Anlass der Einweihung der Brücke aufwändig verziert wurde.

Tränen des Abschieds

Die Brücke steht dann auch am Samstag im Mittelpunkt. „Es ist für uns eine große Ehre, dass dieser wunderschöne Ort in Stolberg nach unserer Stadt benannt wird”, betont Coquelin beim Empfang im Rathaus. Auch Ferdi Gatzweiler zeigt sich begeistert: „Diese Partnerschaft ist für Stolberg eine große Bereicherung, wir freuen uns, immer wieder Gäste zu beherbergen und Gast zu sein.”

Er hält seine Ansprache in fließendem Französisch, wofür der Frankreich-Begeisterte von seinem Kollegen überschwängliches Lob einheimst, von allen Anwesenden großen Applaus. Unter den vielen Gästen im Ratssaal ist auch Wolfgang Hennig, ein Vorgänger Gatzweilers und Mitinitiator der Partnerschaft. „Damals hätte ich nie gedacht, dass sich die Partnerschaft so gut entwickeln und mit so viel Engagement getragen wird”, unterstreicht er. Engagement, das auch Fatima Küsters viele Jahre lang gezeigt hat.

Nun gibt es für sie Tränen des Abschieds, denn die beruflichen Perspektiven ihres Gatten liegen in China. „Deshalb sage ich Danke für eine tolle Zeit und für so einen tollen Abschied”, sagt sie sichtlich gerührt und den Tränen nahe.

Die Plakette, die wenig später bei der offiziellen Einweihung unter großem Jubel enthüllt wird, hat sie gestiftet. Um sich zu bedanken und damit sie in Stolberg niemand vergisst. Dass es beim Höhepunkt des Wochenendes regnet, stört niemanden. „Die Sonne scheint nämlich in diesen Tagen in unseren Herzen”, strahlt Coquelin.
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