Eindrucksvolles Ergebnis ist 700 Kilo schwer

Von: Dirk Müller
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Lieu Nguyen, Sabine Wagner, Sebastian Schmidt, Nadine Riss (hinten v. l.), Khairunnissa Mazeena Ismail und Ria Geis (vorne v. l.) haben das erste Objekt für die Skulpturenstraße in der Velau fertig gestellt. Foto: D. Müller

Stolberg-Velau. Eine zwei Meter hohe und zirka 700 Kilogramm schwere Betonskulptur ist das eindrucksvolle Ergebnis der zweieinhalbwöchigen Arbeit einer multikulturellen Frauengruppe der Velau.

Insgesamt acht Frauen, von denen vier den „harten Kern” bildeten, verbrachten bis zu sechs Stunden täglich im Stadtteilbetrieb der „low-tec”, um den „Startschuss” zur geplanten Skulpturenstraße in der Velau und Auf der Mühle Realität werden zu lassen. Resultat ist ein Objekt, das aus zwei sich umarmenden Frauen besteht. In einem Ring sitzend, symbolisieren sie die geschlossene Einheit der Frauen aller Welt.

„Die Geste der beiden Frauen steht für Geborgenheit, Sicherheit und ein Für-einander-da-sein”, erklärt Sabine Wagner, eine der Teilnehmerinnen des Projekts. Dieses sei nur durch eine beispielhafte Kooperation möglich gewesen, betont Annette Groneberg von der „low-tec”: „Die Skulptur ist im Rahmen von Soziale Stadt Velau/Auf der Mühle hier im Stadtteilbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Werk- und Bildungszentrum Bleiberger Fabrik entstanden. Gefördert wurde das Projekt durch das Programm Stärken vor Ort des Bundesministeriums für Familien aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.”

Für die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft „low-tec” sei das künstlerische Schaffen eine Brücke zum Handwerk und damit zum Arbeitsmarkt, erläutert Groneberg. Im Sinne von „Soziale Stadt” ist die Skulptur, die im Frühjahr nahe des Stadtteilbüros in der Mittelstraße aufgestellt werden soll, ein Zeugnis von Identifikation und Engagement mit und in dem Stadtviertel.

Begeistert über die Umsetzung des kupferstädter Projekts zeigt sich Sibylle Keupen von der Bleiberger Fabrik: „Es war toll, wie die Frauen Alltag, Kinder und Arbeit mit der Realisierung der großen Skulptur unter einen Hut gebracht haben. Hier im Stadtteilbetrieb hatten wir auch optimale Bedingungen und wurden zum Beispiel von dem Beton-Workshop der low-tec mit Werkzeug und Manpower unterstützt”, freut sich Keupen.

Bei der Anfertigung des Objekts für die Velau „made in Velau” standen den Frauen die Künstler Ria Geis aus Stolberg und Sebastian Schmidt (Kunstwerkstattmobil) mit Rat und Tat zur Seite. „Jede von uns hat aber ihre Ideen mit einbringen können. Das führte natürlich auch zu Meinungsverschiedenheiten - am Ende konnten wir uns aber immer einigen”, beschreibt Khairunnissa Mazeena Ismail, die mit Geis Modell für die Skulptur saß.

Auf Grundlage der zweidimensionalen Fotografie der Beiden entstand zunächst ein Metallkorb als Gerüst für das imposante Betonobjekt.

Ein eingespieltes Team geworden

Entstanden sei die Skulptur ebenso aus Beton wie aus dem starken Gemeinschaftsgefühl, das die Frauen bei der Arbeit entwickelt haben, meint Lieu Nguyen. „Wir kannten uns ja zu Beginn gar nicht, sind aber bei der Arbeit zu einem richtig eingespielten Team geworden. Heute sind wir auch privat befreundet”, ergänzt ihre „Velauer Kunst-Kollegin” Nadine Riss.

So sind sich die beteiligten Frauen über mindestens zwei Dinge absolut einig. Die Skulptur spiegele das wider, was ihnen selbst innerhalb des Projekts zu Teil wurde: Zusammengehörigkeit, Geborgenheit und ein menschliches Miteinander.

Außerdem können sie das nächste Frühjahr kaum erwarten, denn dann wollen sie - selbstverständlich täglich - zu ihrem Kunstobjekt in der Mittelstraße gehen, dort verweilen und das Ergebnis ihrer Arbeit im Stadtteilbetrieb stolz betrachten.
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