Einblicke am Hauptbahnhof: Starke Infrastruktur aus der Kupferstadt

Von: Dirk Müller
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Ein Blick hinter das Bahnhofsgebäude, den unsere Leser bei ihrer Tour werfen konnten: Diesen Gleisen kann bei dem Logistikzentrum „Euregio Railport“ eine entscheidende Bedeutung zukommen. Foto: D. Müller
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Eisenbahnfreunde erhalten bei unserer Lesertour viele Ein- und Ausblicke am Stolberger Bahnhof (Bilder links und oben). Der Servicepunkt lockt mit großem Angebot für Reisende und freundlicher Bedienung.
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Eisenbahnfreunde erhalten bei unserer Lesertour viele Ein- und Ausblicke am Stolberger Bahnhof (Bilder links und oben). Der Servicepunkt lockt mit großem Angebot für Reisende und freundlicher Bedienung.

Stolberg. Die Ziffern „1888“ zieren das Gebäude des Stolberger Hauptbahnhofs und verweisen auf das Jahr, in dem die Preußischen Staatseisenbahnen es errichtet haben. Doch für unsere Leser beginnt die Führung im Rahmen unserer Aktion „8x Sommer“ unter dem Dach des altehrwürdigen Bauwerks in einem modernen, klimatisierten und multimedial ausgestatteten Konferenzraum.

Denn 2010 hat die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) mit dem Umbau des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes begonnen, und seit gut vier Jahren hat das Stolberger Unternehmen dort seinen Betriebssitz.

Mit der Euregiobahn verknüpft

Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der EVS, erläutert den Teilnehmern der Tour die Erfolgsgeschichte der EVS, die eng verknüpft ist mit der Euregiobahn. Dabei stellt er klar, dass die EVS eben nicht mit der Euregiobahn gleichzusetzen ist. Auch wenn jene ohne die EVS gar nicht fahren könnte, da „die EVS die Infrastruktur zur Verfügung stellt. Wir sind ein rein privat geführtes Unternehmen, das ein öffentliches Schienennetz ausbaut und betreibt“, erklärt Fürpeil und prompt folgt die Leser-Frage: „Wer fährt denn auf den Schienen, also wer betreibt die Euregiobahn?“

Fürpeil führt aus, dass die DB Regio der Deutschen Bahn Gruppe mit ihren Zügen der Euregiobahn auf den Strecken, die der EVS gehören, fährt und dafür Nutzungsentgelt an das Kupferstädter Unternehmen zahlt. Zumindest noch bis zum Jahr 2020. „In 2017 schreibt der Zweckverband Nahverkehr Rheinland den Schienenpersonennahverkehr neu aus. Dann kann es durchaus sein, dass von 2020 bis 2035 zum Beispiel die Rurtalbahn oder auch ein anderes europäisches Unternehmen als Euregiobahn auf unseren Schienen fährt.“

Zudem sei es der EVS gelungen, Güterverkehr von der Straße wieder auf die Schiene zu bringen, da mehrere mittelständische Unternehmen der Region für den Transport ihrer Massengüter die Gleisanschlüsse und das Netz der EVS nutzen würden.

Doch der Reihe nach: Vor und 17 Jahren wurde die EVS gründet, um den Personennahverkehr auf der Schiene in unserer Region zu reaktivieren. 2001 baute die EVS die Strecke von Stolberg Hauptbahnhof bis Altstadt aus und errichtete vier neue Haltepunkte in der Talachse der Kupferstadt. Zwei Jahre später erfolgte der Spatenstich zum Ausbau der Eschweiler Talbahnstrecke, 2004 der Streckenabschnitt von Herzogenrath nach Merkstein und ein Jahr darauf neue Haltepunkte in Alsdorf.

Weitere Ausbauschritte folgten; Weisweiler und Langerwehe wurden mit einer Neubaustrecke verbunden, von Alsdorf-Mariadorf aus wuchs das Streckennetz bis nach Eschweiler-St. Jöris, und damit näherte sich die Euregiobahn dem Ringschluss, der im Juni erfolgte.

Und Fürpeil sieht nach wie vor noch Potenzial für die EVS und den Stolberger Hauptbahnhof. Etwa die Erweiterung des Streckennetzes von Aldenhoven-Siersdorf über Setterich bis ins Baesweiler Gewerbegebiet und die Vervollständigung der Elektrifizierung der Euregiobahn. Fürpeil reist die Vision an, in der bei einem großen „Euregio Railport“, den Kommunen und Wirtschaft entwickeln wollen, dem Hauptbahnhof der Kupferstadt eine entscheidende Rolle zukommen soll.

Zuvor wird ein neues Parkdeck samt Fußgängerüberführung am Bahnhof erbaut. Da mehr als 30 Leser an unserer Sommertour teilnehmen, teilt Fürpeil sie in zwei Gruppen ein und bittet darum, sich leise zu verhalten, um die Konzentration des Fahrdienstleiters nicht zu stören.

Der Weg ins Allerheiligste

Denn jetzt geht es für die Leser ins „Allerheiligste“. Im Bahnhofsgebäude befindet sich nicht nur die Betriebszentrale der EVS, sondern seit dem Jahr 2012 auch das elektronische Stellwerk. Dort laufen alle Fäden zusammen, und die Leser sind fasziniert von der Technik und dem Überblick von Sascha Polzius, der gerade den Fahrdienst leitet.

Am Ende der informativen Tour im Stolberger Hauptbahnhof nutzen einige Leser noch die Gelegenheit, den vor gut zwei Jahren eröffneten Servicepunkt zu besuchen. Im Rahmen des Modellprojektes „Dorv“ (kurz für: „Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung“) bietet das gemütliche Ladenlokal Speisen, Getränke und auch sonst fast alles, was auf Reisen benötigt wird. Hinzu kommen Dienstleistungen wie die der DHL-Servicestelle mit Paketannahme, und dank des Servicepunkts stehen Reisenden auch Toilettenanlagen am Stolberger Hauptbahnhof zur Verfügung.

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