Stolberg - Einblick in mehr als 300 Urkunden aus den Jahren 1816 und 1817

Einblick in mehr als 300 Urkunden aus den Jahren 1816 und 1817

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Unser Bild zeigt die Sterbe-Urkunde Nr. 69/1816 und die Geburts-Urkunde Nr. 1/1817, die jetzt im Stadtarchiv eigesehen werden können. Foto: Stadtarchiv

Stolberg. Das alte Jahr geht, das neue kommt. Der Bestand des Personenstandsregisters, dessen Datenschutz abgelaufen ist, ging Ende des Jahres 2016 vom Standesamt ins Stadtarchiv über. Somit stehen ab sofort über 300 Geburts-, Heirats- und Sterberegister aus Stadt- bzw. Gemeindeverwaltungen von Stolberg, Gressenich und Büsbach Familienforschern und Historikern im Stadtarchiv zur Verfügung.

Die Aufzeichnungen beginnen frühestens 1798, als die französische Verwaltung das Personenstandswesen den Kommunalverwaltungen übergeben hat. Im Archiv liegen die Register mit Ablauf der Datenschutzfrist vor, wenn sie dreißig Jahre (Sterbebücher), achtzig Jahre (Heiratsbücher) bzw. einhundertzehn Jahre (Geburtenbücher) alt sind.

Der Jahreswechsel und der Übergang dieses Bestands ins Stadtarchiv sind nun Gelegenheit, zwei zweihundertjährige Urkunden vorzustellen: der letzte Todesfall im Jahr 1816 und die erste Geburt 1817.

Am 27. Dezember 1816 wurde durch den Beigeordneten Cornelius Flaam als Standesbeamten der Tod von Maria Gertraud Quoidbach verzeichnet. Sie war die gerade erst neun Monate alte Tochter des Grobspinners Nicolas Quoidbach und seiner Frau Maria Gertraud Fluchard. Den Vater begleitete beim Weg zum Standesamt sein zweiundzwanzigjähriger Sohn Bartholomeus, von Beruf Tuchweber und selbst wenige Wochen zuvor Vater eines Töchterchens geworden.

Dies geht ebenso aus anderen Urkunden hervor wie ihr Wohnort in der damaligen Hauptstraße, heute Burgstraße. Die Namen der Eheleute deuten darauf hin, dass es sich um wallonische Arbeitsmigranten handelte, die die aufkeimende Industrialisierung in Stolberg dringend benötigte.

Vorher und nachher findet sich in den Personenstandsbüchern keine Spur der Familie Quoidbach. Am „Ersten des Monats Jenner“ (Januar) 1817 verzeichnete Flaam die Geburt von Anna Catharina Zimmermann, Tochter von Gertraud Werner und Johann Peter Zimmermann, beide auch „Tuchweeber“. Nach dem Urkunden-Vordruck war das Kind bei der Anmeldung vorzuzeigen.

Wo das Amt in diesen Jahren untergebracht war, ist jedoch bisher nicht bekannt. Familie Zimmermann wohnte in der Klatterstraße und war wie die Mitglieder der Familie Quoidbach vermutlich in einer der aufstrebenden Stolberger Tuchmanufakturen beschäftigt.

Ein kurzer Blick über verschiedene Urkunden zeigt, dass viele Stolberger in jenen Jahren im Tuch- oder Glasgewerbe tätig waren, viele aber auch als Tagelöhner, weitere als Kessel- und Kupferschläger, Metzger, Fassbinder, Fuhr- oder Zimmermann. Beim Jahreswechsel 1816/1817 zählte die Stolberger Gemeinde gerade 2600 Einwohner, deren biografische Daten für historisch-statistische Auswertung wie genealogische Forschung von großem Wert sind.

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