Ein Wohnblock der 30er Jahre

Letzte Aktualisierung:
Wohnblock der 1930er Jahre: De
Wohnblock der 1930er Jahre: Der Komplex Hastenrather Straße 96 - 100 entstand einst als einheitlich gestalteter Baukörper.

Stolberg. Drei Männer - Theodor Hansen, Wilhelm Jungen und Heinrich Jansen - haben in den 1920er Jahren an der oberen Hastenrather Straße Grundstücke gekauft.

Ihr Vorhaben, für sich und ihre Familien ein Haus zu errichten, wurde von einem Aachener Architekten gefördert, der einen aus drei Teilen bestehenden Wohnblock entworfen hat. Unterstützt wurde die Idee, auf den nebeneinander liegenden Grundstücken einen einheitlichen Baukörper zu erstellen, auch von der Stadtverwaltung, die an der Hastenrather Straße ein homogenes Bild schaffen wollte.

Damit der Plan innerhalb von zwei Jahren in die Tat umgesetzt werden kann, verlangte die Kommune von den Bauherren Absichtserklärungen, aus denen hervorgeht, dass die Finanzierung gesichert ist und das Bauvorhaben nicht künstlich in die Länge gezogen wird: Dokumentiert sind diese Vorgänge im Stadtarchiv, wo eine dementsprechende Akte aufbewahrt wird.

Den Anfang macht 1930 Hansen, der das Haus Hastenrather Straße 100 errichtet. Der Hansen-Bau ist vom Bauhausstil gekennzeichnet und wird giebelseitig zur Straße errichtet. Zu den besonderen Merkmalen des zweistöckigen Hauses, das einen ausgebauten Dachbereich besitzt, gehören der sorgfältig gemauerte Bruchsteinsockel und die schmucken Ziegelsteinbänder, die die Fenster- und Türöffnungen einrahmen.

Ein Jahr später, im Jahr 1931 - folgen dem Hansen-Bau zeitgleich die Bauherren Jungen und Jansen. Während Jansen den Auftrag hat, die Baumaßnahme mit einem ebenfalls giebelseitig zur Straße liegenden Haus abzuschließen, hat Jungen die Aufgabe, einen parallel zur Straße geplanten Mittelbau zu errichten.

Anfang des Jahres 1932 ist das Projekt dann vollendet: Zwei identisch gestaltete Kopfbauten besitzen einen Verbindungstrakt, dessen Überdachung sich lückenlos den Dächern der Nachbarhäuser anpasst.

Da in den vergangenen 80 Jahren von den jeweiligen Besitzern Veränderungen vorgenommen wurden - in den 1950er und 1960er Jahren wurden Garagen eingebaut und Modernisierungsmaßnahmen eingeleitet - hat das einheitliche Bild des aus drei Elementen bestehenden Wohnblocks ein wenig Schaden erlitten. Besonders der Mittelbau hat Korrekturen erfahren.

Heute ist nicht mehr auf dem ersten Blick ersichtlich, dass der Bau Hastenrather Straße 96 bis 100 einst einen in sich geschlossenen, gleichartigen Wohnblock darstellen sollte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert