Stolberg - Ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität?

Ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität?

Von: Sonja Essers
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Sind sich sicher, dass Klimaschutz und Mobilität zusammengehören (von links): Tobias Röhm (Technischer Beigeordneter), Andreas Pickhardt (Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Umwelt) sowie Georg Trocha (Klimaschutz- und Mobilitätsmanager). Foto: Sonja Essers
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Die Elektromobilität soll in Stolberg gefördert werden. Am Hauptbahnhof entstehen beispielsweise vier Ladestationen, die bald schon genutzt werden können. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Georg Trocha ist zahlreichen Stolbergern bekannt. Seit Juli 2015 ist er der Klimaschutzmanager der Stadt und begleitet die Umsetzung und Fortschreibung des integrierten kommunalen Klimaschutzkonzepts, das im Jahr 2014 vom Rat der Stadt beschlossen wurde. Trocha ist allerdings nicht nur Klimaschutzmanager, sondern seit neuestem auch als Mobilitätsmanager für die Stadt tätig.

Denn: Klimaschutz und Mobilität seien „richtungsweisende Themen“, die sich an etlichen Stellen miteinander kombinieren ließen würden, meint Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. Das ist jedoch nur eine von vielen Aufgaben, um die sich Goerg Trocha in Zukunft kümmern wird. Ein Überblick.

Die Ausgangslage

Dass die Themen Klimaschutz und Mobilität zusammengehören, wird eigentlich schon bei einem Blick auf das Integrierte kommunale Klimaschutzkonzept der Stadt deutlich. Dieses verschaffte der Verwaltung einen Überblick darüber, wie viel Energie in städtischen Gebäuden, privaten Wohnungen und Häusern sowie in Wirtschaftsunternehmen in der Stadt verbraucht wird. Einen Schwerpunkt bildeten die städtischen Liegenschaften, wie Röhm betont. Ein weiterer Schwerpunkt des Konzepts: die Mobilität. „Wenn man Klimaschutz machen möchte, geht das nur, wenn man auch das Thema Mobilität einbezieht“, so Trocha. Das Ergebnis: Der Verkehrssektor verursacht in Stolberg rund 33 Prozent der kommunalen CO2-Emissionen.

Bundesweit ist er für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Schnell stellte sich also heraus, dass Klimaschutz ein Querschnittsthema ist, es bei der Verwaltung dafür allerdings bis dato keinen festen Ansprechpartner gab. Daraufhin wurde Georg Trocha eingestellt. Seine Aufgaben: Er begleitet die Umsetzung und Fortschreibung des integrierten kommunalen Klimaschutzkonzepts, ist zentraler Ansprechpartner und im Projektmanagement tätig. Das heißt, dass er Fördermittel beantragt sowie Sanierungsmaßnahmen, Neu- und Umbauten betreut und begleitet. So wie beispielsweise das Bürgerhaus Breiniger Berg.

Herausforderungen des Klimaschutzes und der klimafreundlichen Mobilität

Neben der Umsetzung der internationalen und deutschen Klimaschutzziele, steht für Trocha vor allem die effiziente Nutzung der Infrastruktur im Vordergrund. „Im Mobilitätsbereich ist in dieser Hinsicht noch kaum etwas geschafft worden. Der Verbrauch nimmt weiter zu. Wir werden die Klimaschutzziele nicht schaffen können, wenn wir nicht im Mobilitätsbereich einen Schwerpunkt setzen“, ist sich Trocha sicher. Der effiziente Umgang mit finanziellen Mitteln, die Aufwertung der öffentlichen Räume, der Abbau von Lärm- und Luftbelastungen und der demografische Wandel sind, seiner Meinung nach, weitere wichtige Themen. „Der demografische Wandel bringt auch eine Veränderung der Mobilitätsbedürfnisse mit sich“, sagt Trocha. Teilen und nicht besitzen, laute hier die Devise. In Sachen Elektromobilität sieht sich auch die Verwaltung als Vorreiter. „Wir wollen die Stolberger dabei nicht nur unterstützen, sondern haben auch eine Vorbildfunktion, der wir uns bewusst sind“, sagt Röhm.

Fortbildung zum Mobilitätsmanager

Seit dem vergangenen Jahr ist Stolberg Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW, bei dem Trocha zum Mobilitätsmanager ausgebildet wurde. Bisher wurden in vier Lehrgängen in Nordrhein-Westfalen 75 Mobilitätsmanager ausgebildet. Zu der Ausbildung gehörten Vorträge, Praxisübungen und eine Abschlussarbeit, die Trocha unter den Titel „Fahrplan kommunales Mobilitätsmanagement“ gestellt hatte. Ursprünglich ist Trocha übrigens Diplom-Geograph mit dem Schwerpunkt Stadt- und Verkehrsplanung. Im Herbst erhält er seine Auszeichnung vom Verkehrsministerium Düsseldorf.

Mobilitätsthemen und anstehende Projekte 

Eines der wichtigsten Projekte, an denen Trocha arbeitet, ist das klimafreundliche Mobilitätskonzept, das im kommenden Jahr fertig sein und in den nächsten 20 Jahren umgesetzt werden soll. Wie sehen die Fuß- und Radwege aus? Und an welchen Stellen gibt es Probleme? Mit diesen Fragen setzt sich das Konzept unter anderem auseinander. „Es ist eine Arbeitsgrundlage, die festlegt, wo angepackt werden muss“, sagt Trocha. Natürlich sollen auch die Bürger einbezogen werden. Deshalb finden in den kommenden Wochen zwei Veranstaltungen statt, an denen die Stolberger teilnehmen können. Ganz bewusst habe man sich nicht nur für eine Informationsveranstaltung, sondern auch für eine Fahrradexkursion entschieden. „Münster war auch nicht von Anfang an eine Fahrradhochburg. So etwas entwickelt sich und auch Stolberg hat dafür Potential“, meint Trocha.

Auch ein Verkehrsentwicklungsplan soll folgen, und das betriebliche Mobilitätsmanagement soll ausgebaut werden. In der Tiefgarage des Rathauses entsteht derzeit ein eigener Bereich für Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen. Und auch in Sachen Elektromobilität tut sich etwas. Das Parkhaus am Stolberger Hauptbahnhof wird bald schon eröffnet, zudem können dort demnächst vier Ladepunkte für Elektroautos genutzt werden.

Für Georg Trocha gibt es in Zukunft also noch so einiges in der Kupferstadt zu tun. Seine Ziele drückt der Diplom-Geograph mit einem Zitat von Röhm aus: „Bestehende Verkehrsangebote auf ihre Wirksamkeit hin prüfen und zur Stärkung Stolbergs in den kommenden Jahren weiterentwickeln, damit Mobilität bezahlbar, sicher, effizient und ressourcenschonend bleibt.“

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