Ein Verein soll „Stolbergs Altstadt retten“

Von: Michael Grobusch
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Zugang zur Altstadt, aber auch zu gähnender Leere im Steinweg: Nicht nur von der Zweifaller Straße kommend bietet sich ein zwiespältiges Bild. Das will Hartmut Kleis nachhaltig verbessern und zu diesem Zweck einen Bürgerverein gründen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Tore, um die sich Hartmut Kleis mittlerweile seit mehr als einem Jahr bemüht, sollen nur der Anfang sein. „Es geht darum, die Grenzen der Altstadt zu markieren und zugleich ein Zeichen des Aufbruchs zu setzen“, erklärt der engagierte Apotheker.

Während ein erster Entwurf für die insgesamt sechs geplanten Tore zwischenzeitlich vom Arbeitskreis Tourismus verworfen und nun ein Modell von Grafik-Designerin Birgit Engelen in die engere Wahl genommen worden ist (siehe Box), plant Kleis schon den nächsten Schritt „zur Rettung der Altstadt“, wie er sagt: Ein Bürgerverein soll gegründet werden.

„Seit mittlerweile mehr als 40 Jahren sprechen wir von dem Alleinstellungsmerkmal Burg mit Altstadt. Doch wie wir das vermarkten können, ist bis heute nicht klar“, kritisiert Kleis. Und das habe unübersehbare Auswirkungen. „Heute ist im Steinweg nur noch jedes dritte Haus in einem akzeptablen Zustand.“ Immer wieder habe die Politik von einem Gesamtkonzept gesprochen. „Passiert ist aber leider nichts“, sagt Kleis.

Den Verein will Hartmut Kleis deshalb bewusst auf ein bürgerliches Fundament setzen. „In der Politik fehlt die Kontinuität. Wenn wir in Stolberg etwas bewegen wollen, dann müssen wir einen langen Atem haben und uns über viele Jahre einbringen.“ Zwar sollen die Parteien mit ins Boot genommen werden. „Nicht aber federführend“, betont der Apotheker, der stattdessen Menschen aus bereits bestehenden Vereinen und Organisationen für die neue Idee begeistern und zur Mitarbeit bewegen will.

Auch unter ganz praktischen Gesichtspunkten. Beispielsweise bei der Sanierung heruntergekommener Immobilien. Weil die Stadt auf absehbare Zeit kein Geld haben wird und auch Fördermittel nur sehr begrenzt zu erwarten sind, möchte Kleis buchstäblich anpacken: mit Schreinern, Maurern, Elektrikern und anderen Handwerkern, die ihre Arbeitskraft einbringen und so für eine Aufbruchstimmung sorgen in der verwaisten einstigen Einkaufsmeile der Stadt. „Denn wir wollen eine historische Altstadt haben, und keinen historischen Leerstand.“

Einen 20-prozentigen Anteil von Gewerbe hält Hartmut Kleis für machbar. In erster Linie soll der Steinweg aber als Wohnort wiederentdeckt werden. Und von Vereinsmitgliedern, die eine entsprechende berufliche Qualifikation haben, vermittelt und vermarktet werden. Der Apotheker ist überzeugt: „Nur durch das Ehrenamt vieler Bürger in verschiedensten Aufgabenbereichen wird die Verwirklichung eines Altstadtkonzeptes möglich sein.“

Was mit vereinten Kräften erreicht werden könne, zeige – im kleineren Rahmen – der vor knapp zwei Wochen eröffnete Dorfladen in Vicht. Das Projekt soll dem „Verein Historische Altstadt“ als Vorbild dienen. Hartmut Kleis setzt ganz gezielt auf die Wirkung des Kollektivs: „Wenn wir es schaffen, in der Bürgerschaft eine Begeisterung zu entfachen, können wir auch im Innenstadtbereich einiges bewegen.“

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