Ein Stolberger „Denkmal” wackelt in Köln

Von: -jül-
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Umstritten: 20 Jahre prägte Dr. Renate Kaymer die Stolberger Denkmalpflege, bevor sie 2006 als Stadtkonservatorin zur Stadt Köln wechselte. Foto: J. Lange

Stolberg. „Das Glück klopft an”, sagte Dr. Renate Kaymer, als sie vor fünf Jahren die städtische Denkmalpflege verließ, um Stadtkonservatorin in Köln zu werden. Doch das Glück hat die Denkmalpflegerin verlassen. Der Personalrat in der Domstadt hält sie für nicht mehr tragbar.

Seit Wochen ist die Leiterin des Amtes für Denkmalschutz und -pflege erkrankt. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz wird am Rhein für fraglich gehalten.

Eine Doppelspitze hat in Köln jetzt die Amtsleitung übernommen, berichtet der Kölner Stadtanzeiger. Roland Krapp, Mitarbeiter der Denkmalpflege, übernimmt demnach die fachliche, Juristin Stephanie Schäfer die administrative Leitung.

Vorangegangen waren offensichtlich eine ganze Reihe von Querelen, in die die Stadtkonservatorin verwickelt ist. Schlagzeilen schrieb Kaymer, als sie vor zwei Jahren einen Mitarbeiter während dessen Probezeit wegen starken Schweißgeruchs und unsauberer Hände entlassen habe. Der Mann klagte, unterlag aber vor dem Verwaltungsgericht. Mitte des Jahres soll die Amtsleiterin eine Sekretärin versetzt haben lassen, die erkrankt war.

Jüngst hatte Kaymer ihren neuen Stellvertreter nach nur fünf Monaten Probezeit entlassen - während eines laufenden Mediationsverfahrens, um andauernde personelle Unstimmigkeiten in der Kölner Denkmalpflege zu beenden. Zwischen dem Stellvertreter und der Stadtkonservatorin habe es mehrfach Differenzen über Fragen der Denkmalwürdigkeit von Gebäuden gegeben, berichtet der Stadtanzeiger. Dr. Kaymer werde in Köln vorgeworfen, sich zu wenig für den Denkmalschutz eingesetzt zu haben.

Ein Vorwurf, der für ihre rund 20-jährige Tätigkeit in Stolberg kaum zutreffen kann. In der Kupferstadt galt Dr. Kaymer als eine stringente Verfechterin des Denkmalschutzes und sorgte eher aufgrund ihrer harten Haltung für Diskussionsbedarf. Mit Vehemenz setzte sie beispielsweise durch, dass die McDonalds-Filiale heute schwarze anstatt der konzernüblichen roten Dachziegel hat - wegen der Nähe des Kupferhofes und obwohl die gegenüberliegende Hermannschule rote Pfannen trug.

Gleichwohl sind aus dem Stolberger Rathaus zahlreiche Berichte über Probleme bei der personellen Zusammenarbeit bekannt. Immer wieder eckte Dr. Kaymer dort mit ihren Dezernenten Claus Müller und Simone Kaes-Torchiani sowie weiteren Kollegen an. Doch in Sachen Denkmalschutz gilt Kaymer hier selbst als ein „Denkmal”.

Anders in Köln. Obwohl ein Mitarbeiter des Amtes eine Unterschutzstellung einer alten Versteigerungshalle in Aussicht gestellt hatte, erteilte Dr. Kaymer nach ihrem Amtsantritt eine abschlägige Antwort. Im August vergangenen Jahres verhängte das Verwaltungsgericht einen Baustopp gegen die Aufstockung von Nachbarhäusern der St.-Gereons-Kirche. Entgegen der Auffassung des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege hatte die Stadtkonservatorin darin keine Beeinträchtigung des Gotteshauses erkennen können, dessen Bedeutung in Sachen Denkmalschutz in Köln gleich nach dem Dom genannt wird.

Während am Rhein davon ausgegangen wird, dass Dr. Kaymer krankheitsbedingt längerfristig ausfallen wird, soll auf Basis einer Organisationsuntersuchung ihr Amt wieder fit gemacht werden. Der zuständige Dezernent denkt derweil über eine weitere personelle Unterstützung für die Denkmalschutzabteilung nach.
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