Ein Stolbärchen für den Staatssekretär

Von: Dirk Müller
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Freut sich über das neue Kuscheltier: Staatssekretär Bernd Neuendorf (links) erhält von Bürgermeister Tim Grüttemeier (Mitte) und dem Ersten Beigeordneten Robert Voigtsberger (rechts) das Stolbärchen. Foto: D. Müller
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Das Sax-Ensemble der Musikschule Merz hat für die musikalische Begleitung gesorgt. Unter Leitung von Johannes Flamm intonieren sie Werke wie die „Bohemian Rhapsody“ auf hohem Niveau.
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Ausgezeichnet: Bernhard Frings (fehlt auf dem Bild), Andrea Müller (links) und Sandra Neudecker (rechts) werden für ihre Idee zu einem generationsübergreifenden Spielplatz prämiert.
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Saskia Engelhardt moderiert den Neujahrsempfang souverän und mit sympathisch-natürlicher Art.

Stolberg. Die Zukunft der Kommunen hänge davon ab, wie attraktiv sie für Familien seien, sagt Bernd Neuendorf, und der Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport lädt Stolberg ein, an dem Projekt „Kein Kind zurücklassen!“ teilzunehmen.

Das Modellvorhaben der Landesregierung und der Bertelsmann Stiftung will Weichen für ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen stellen. „Dabei kommt es nicht immer auf das Geld an, sondern auf die Strukturen vor Ort hinsichtlich Bildungs- und Vorbeugungsarbeit“, erklärt Neuendorf, dass systematische Kooperation der Schlüssel sei.

Tim Grüttemeier dankt dem Staatssekretär für die Einladung, und der Bürgermeister überreicht Neuendorf ein Stolbärchen. Ein passendes Andenken, denn der Neujahrsempfang der Kupferstadt steht stark im Zeichen der Familienfreundlichkeit, die Stolberg sich für 2016 auf die Fahne geschrieben hat.

Der in Düren geborene Staatssekretär „outet“ sich als Alemannia-Aachen-Fan, betont, die NRW-Kommunen hätten „eine Menge für Familien zu bieten“, und dass Stolberg 2016 als Jahr der Familienfreundlichkeit ausgerufen habe, sei „von enormer Bedeutung, auch um die bereits bestehenden Angebote transparenter zu machen“.

Neuendorf findet ermunternde Worte, indem er sagt: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass familienfreundliche Politik gut funktioniert, wenn sie sowohl zur Chefsache gemacht wird, als auch Bürger als Experten hinzugezogen werden.“ Denn wie Familienfreundlichkeit aussehe, wüssten Familien selbst am besten. Saskia Engelhardt, die souverän und sympathisch den Neujahrsempfang moderiert, bittet zu einem Podiumsgespräch mit dem Staatssekretär, das verdeutlicht, dass Familienfreundlichkeit ein Thema für alle Generationen ist. Grüttemeier nimmt nicht nur als Bürgermeister daran teil, sondern auch als Familienvater. „Meine Erwartungshaltung als Vater an die Stadt wird sehr gut erfüllt“, meint Grüttemeier.

Claudia Wolski, 16-jährige Sprecherin des Stolberger Jugendparlaments, räumt ein, die Angebote der Kupferstadt für Kinder und Jugendliche seien gut, aber auch ausbaufähig. Als Beispiel nennt sie die Initiative des Jugendparlaments, einen Skater-Park in Stolberg zu errichten. Das Vorhaben sei von Politik und Verwaltung schon vor Jahren begrüßt, jedoch bis heute nicht in die Tat umgesetzt worden, bedauert Wolski. Siegmund Conrads spricht für die Senioren und lädt das Jugendparlament sogleich zum Seniorentreff in Breinig ein, „damit die Leute auch wissen, dass es Euch gibt, und was Ihr so macht“.

In puncto Seniorenarbeit sieht Conrads Stolberg gut aufgestellt, sagt aber auch, die 2010er Ausgabe der städtischen Broschüre „Alt werden in Stolberg“ könne „mal überarbeitet werden“. Renate Krickel, Leiterin der Hermannschule und Sprecherin der Kupferstädter Grundschulen, berichtet vom inklusiven Ansatz ihrer Schule, bei dem nicht, die Sprache zu lernen, sondern „das Leben in Deutschland zu lernen“, im Vordergrund stehe. Krickel plädiert für eine Verpflichtung zum Ganztagsunterricht an Grundschulen, und auch sie lädt das Jugendparlament zu einem Besuch in die Hermannschule ein.

Ein Bestandteil des Neujahrsempfangs ist die Prämierung der ersten Gewinner des von der Stadt ausgelobten Wettbewerbs „12 Monate – 12 Ideen“, der ebenfalls auf die Verbesserung der Familienfreundlichkeit in Stolberg abzielt. Die 13-köpfige Jury aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Bildung und Medien hat sich für die Idee des generationsübergreifenden Spielplatzes entschieden, bei dem allen Altersgruppen Freude am Bewegung im Freien und die Möglichkeit von sozialen Kontakten geboten werden soll. Grüttemeier, Neuendorf und der Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger überreichen für diese Idee Pokale und Urkunden an Andrea Müller, Sandra Neudecker und Bernhard Frings (in Abwesenheit).

Der Neujahrsempfang der Kupferstadt präsentiert sich als würdige wie auch als frische, kurzweilige Veranstaltung, der im vollen Saal des Museums Zinkhütter Hof unter anderem der ehemalige Minister und Direktor des Landschaftsverbands Rheinland, Harry Voigtsberger, sowie die Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling und Axel Wirtz beiwohnen.

Das Sax-Ensemble der Musikschule Merz sorgt dabei für die musikalische Unterhaltung: Unter der Leitung von Johannes Flamm intonieren Lisa Dreuw, Sophie Hallstedt, Daniel Imiela und David Bartusel Werke wie die „Bohemian Rhapsody“ auf hohem Niveau.

Bei dem Sujet Familienfreundlichkeit bleibt es nicht, denn Grüttemeier greift in seiner Rede auch Themen auf, die nicht nur die Stolberger im vergangenen Jahr bewegt haben. Etwa die Terroranschläge in Paris, die Angriffe auf die gemeinsamen europäischen Grundwerte und damit auch auf uns selbst seien. „Und es ist der Hass der Terroristen, der im vergangenen Jahr immer Menschen zur Flucht aus ihrer Heimat gezwungen hat“, sagt Grüttemeier und schlägt den Bogen zu den Flüchtlingen, die in Stolberg aufgenommen wurden und werden. „Wir erlebten eine Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung, die weit über die Stolberger Stadtgrenzen hinaus Beachtung fand“, lobt der Bürgermeister besonders das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Bürger.

Generell sei 2015 ein Jahr gewesen, das Stolberg Hoffnung mache für die Zukunft. Bürger, Vereine, Verwaltung und Politik hätten viel geleistet, meint der Bürgermeister und nennt Beispiele wie den Breitbandausbau, die Vorbereitungen zur Umgestaltung der Innenstadt, die Demonstration für den Erhalt der Notfallpraxis, die Frühjahrskehrwoche, die Aufarbeitung der Jahresabschlüsse und das Aufstellen eines ausgeglichenen Haushaltes oder die Errichtung neuer Sportstätten. „Es gab viel zu tun, was auch daran liegt, dass zahlreiche Investoren auf Stolberg aufmerksam geworden sind“, sagt Grüttemeier.

Stolberg sei eine Stadt im Umbruch, die auf einen starken gesellschaftlichen Zusammenhalt bauen könne, „deshalb haben wir allen Grund zur Zuversicht“. Eine nachhaltige Entwicklung müsse vor allem die Bürger im Blick haben, erläutert der Bürgermeister: „Daher beschränken wir unsere Bemühungen nicht nur auf eine starke Wirtschaft oder solide Finanzen, auf Infrastruktur oder Stadterneuerung, sondern denken Stolberg aus einem Guss.“

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