Stolberg - Ein Spaziergang durch die Müllberge

Ein Spaziergang durch die Müllberge

Von: oha/tol
Letzte Aktualisierung:
7585824.jpg
Ein Bild zum Thema „Müll und Sauberkeit in Stolberg” rund um Glashütter Weiher und Schwimmhalle. Foto: S. Caspar
7585801.jpg
Man kann gespannt sein, wann der Müll beseitigt wird. Foto: S. Caspar
7584099.jpg
Rund um den Steinbruch an der Saarstraße finden sich weg geworfene Verpackungsreste auf dem Boden statt im Mülleimer. Foto: J. Schillings

Stolberg. Dass die Stadt Stolberg nicht gerade eine besonders saubere Kommune ist, wird von zahlreichen Bürgern beklagt. Immer wieder erreichen die Redaktion Hinweise auf überquellende Papierkörbe oder Grünanlagen, die von Plastik- und Papierresten übersät sind.

Beim Osterspaziergang durch das Münsterbachtal konnte es Dr. Rudolf Wagemann kaum mit ansehen: Zwischen Buschmühle und ASA-Sportplatz häufte sich der Müll. Die Abfalleimer quollen über. Kein schöner Anblick in der Natur. Josef Schillings stieß bei seinen Spaziergängen nahe dem Steinbruch an der Saarstraße auf regelrechte Müllhalden zwischen Sträuchern und Bäumen. Er schickte die entsprechenden Fotos an die Stadt, ohne Reaktion.

Auch die „Kogel Street News“, die Zeitung der Hauptschule Kogelshäuserstraße, machte die Verunreinigung der Stadt jetzt zum Thema. Die Autorin, Claudia Titz, beschreibt ihre Beobachtungen, die sie beim Abbiegen von der Kogelshäuserstraße auf die Birkengangstraße machen musste. Einem aus der Stadt kommenden Auto, gesteuert von einem jungen Mann, musste die Schülerin Vorfahrt gewähren. „Als er an mir vorbeifuhr, kurbelte er das Fenster herunter. Die Umverpackung eines Hamburgers flog heraus. Kurze Zeit später gefolgt von der Hamburger-Papiertüte, die wohl den Rest des Mahls enthielt.“ Und das ist leider nicht die Ausnahme. Claudia Titz: „Am Bahnhof hielt ein stattliches Auto vor mir an, um eine junge Dame aussteigen zu lassen. Sie ging zum Grünstreifen zwischen den geparkten Wagen und stellte dort ihren leer gegessenen Eisbecher ab.“

Am Mühlener Bahnhof gibt es einen kleinen Teich. In diesem baden, so die Beobachtung der Schülerin, Enten zwischen Unmengen von Müll. „Mülleimer nutzen wohl in allen drei Fällen nichts“, fürchtet Claudia Titz. „Am Mühlener Bahnhof hängen jedenfalls genügend davon. Es ist wohl eine Einstellungssache.“ In der Schülerzeitung wird angeregt, eine Kampagne der Stolberger Läden zu starten. Außerdem könnte es eine Fotoaktion geben, mit Ausstellung und Prämierung der besten Bilder zum Thema.

Auch unser Leser Stefan Caspar ist fassungslos ob der Zustände im Stadtgebiet. Er findet es „sehr positiv“, dass das Müllproblem, das mittlerweile ein großes sei, wieder im Fokus stehe. „Ebenso halte ich den Aufruf der Gesellschaft für Stadtmarketing zum Frühjahrsputz für eine gute und sinnvolle Idee. Dennoch möchte ich an dieser Stelle die Möglichkeit nutzen, darauf hinzuweisen, dass die ausgewählten Bilder im Lokalteil den tatsächlichen Zustand in unserer Stadt verharmlosen. Die drei Brötchentüten oder zwei Zigarettenpackungen auf den zuletzt veröffentlichten Bildern belegen leider nicht das wirkliche Ausmaß der Verschmutzung.“ Er habe sich daher die Zeit genommen, direkt hinter dem Hallenbad Glashütter Weiher zu fotografieren. Caspar: „Dieser Bereich wurde vor einigen Jahren aufwendig neu gestaltet und mit Grünpflanzen bestückt. So sieht es nun nicht mehr aus.“ Das eigentliche Problem mit der grenzenlosen Verschmutzung, die schon an eine kleine Müllhalde erinnere, liege darin, dass die städtischen Mitarbeiter jedes Jahr einen Grünschnitt vornähmen. Dabei seien in den vergangenen Jahren die gesamten Müll- und Plastikteile von Motorsensen kleingehäckselt und dann vom Wind auch noch weiträumig verteilt worden. „Dieses Problem war mit erschreckendem Ausmaß im letzten Sommer vor allem hinter dem Hallenbad und direkt an den Böschungen zum Glashütter Weiher zu erkennen.“ Doch beim Grünschnitt sei kein einziger Müllrest aufgehoben worden.

Caspar: „Ich halte die Idee des Frühjahrsputzes mit der Beteiligung der Bürger weiterhin für gut.“ Dennoch müsse die Frage erlaubt sein, ob nicht auch die Stadt in die Pflicht zu nehmen sei.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert