Stolberg - Ein rauschendes Fest von Stolbergern für Stolberger

Ein rauschendes Fest von Stolbergern für Stolberger

Von: Dirk Müller
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Entschied sich für ein klassisches Burggrafengewand. Das „Earl-Kostüm“ soll erst im Sommer zum Einsatz kommen. Dann folgt ein schottisches Fest mit den Burggrafen. Foto: D. Müller

Stolberg. Den närrischen Status „Held für einen Tag“ hat er sichtlich genossen: Dr. Rüdiger Fröschen wollte noch einmal das „absolute Hochgefühl“ erleben, das 2002 für ihn seine närrische Regentschaft als Stolberger Prinz begleitete. Und dies ist ihm als Burggraf offensichtlich gelungen.

An der Seite seiner Lebensgefährtin Svenja Josteit erlebte der „Earl of Ketschenborough“ ein rauschendes karnevalistisches Volksfest für alle Stolberger in dem Wahrzeichen der Stadt. In seiner Rede an die „Kurzzeit-Untertanen“ betonte Rüdiger Fröschen, Stadtkommandant der Prinzengarde, welche Ehre die Burggrafen-Würde für ihn darstelle.

„Das Burggrafenfest ist 1992 von dem damaligen Stadtkommandanten Dieter de Fries erfunden worden. Als heutiger Stadtkommandant Burggraf sein zu dürfen, erfüllt mich mit Stolz, denn Freude in die Herzen der Menschen zu bringen und die Traditionen zu bewahren, ist für Karnevalisten sehr wichtig“, sagte Fröschen.

Der „Tolle Tag“ hatte für ihn beim traditionellen Frühstück mit den ehemaligen Burggrafen begonnen, bei dem die erste Überraschung auf den „Earl of Ketschenborough“ wartete. „Roland Fuchs hat mir ein schottisches Earl-Kostüm geschenkt“, berichtete Fröschen, der sich allerdings doch für ein eher klassisches Stolberger Burggrafen-Gewand entschied – aber prompt auf die Idee kam, im Sommer ein schottisches Fest mit den Burggrafen zu feiern.

Von den Trompetenbläsern Don­nerberg klangvoll begleitet, zog der gräfliche Tross anschließend vom Burghof-Restaurant zur Burg hinauf, wo der ehemalige Burggraf Roland Fuchs, der das Fest mit dem Stolberger Karnevalskomitee organisiert hatte, die beiden wichtigsten Formalien des Tages vornahm. Zunächst verabschiedete er ehrenvoll den 2014er Burggrafen „Icke“ Uwe Giese, bevor er feierlich den neuen Würdenträger inthronisierte.

Da Burggraf Rüdiger im zivilen Leben unter anderem der Direktor des Burghoftheaters ist, erwies ihm das Ensemble der Kupferstädter Schauspielbüh­ne die Ehre mit einem besonderen Programmpunkt. Die Darsteller inszenierten pantomimisch eine alte Stolberger Geschichte, und Theaterintendantin Karin Graf trug ein Gedicht vor, das Heinz Erhardt dem Bier gewidmet hat.

Selbstverständlich münzte Graf die Verse auf das Ketschenburger Bier um. Im weiteren Verlauf des Burggrafenfestes führte Michael Bartz durch ein abwechslungsreiches Programm, das traditionelle Elemente und Party-Charakter ansprechend vereinte und größtenteils „made in Stolberg“ war. Dem neuen Burggrafen mach­te der Kupferstädter Prinz Kurt II. (Schiffer) seine Aufwartung – samt der Prinzengarde und der Tanzgarde der Ersten Großen sowie seinem bunten prinzlichen Hofstaat.

Der närrische Regent berief zur Freude Gäste spontan Bürgermeister Tim Grüttemeier und seine Stellvertreterin Karina Wahlen in den Hofstaat, so dass beide sich tanzend inmitten des jecken Trubels wiederfanden.

Nachdem Kurt II. bewiesen hat­te, wer in der Fünften Jahreszeit das Sagen in Stolberg hat, und die Politiker ihrerseits unter Beweis gestellt hatten, dass rheinisch-närrisches Blut in ihren Adern fließt, besuchten auch junge Tollitäten aus der Kupferstadt den Burggrafen. Charlotte I. (Claßen), Kinderprinzessin der Ersten Großen, hat­te ihre „Riesenzwerge“ und die Kin­der- und Jugendabteilung der KG mitgebracht, und Noelia I. (Willhardt Zorrilla) sorgte mit der KG Büsbach samt dem jecken Nachwuchs aus dem Barenland für gute Laune.

Viele jecke Gäste

Mit den Fidelen Zunfthäre, den Wenkbülle, der KG Mölle, den Teuflischen Jecken und den Mönsterböscher Jonge zeigten weitere Gesellschaften eindrucksvoll dem Burggrafen Rüdiger und dem begeisterten Publikum, was der Stolberger Karneval zu bieten hat. Auch wenn diese Auflage des Burggrafenfestes eine echte Feier „von Stolbergern für Stolberger“ war, so blieben die Kupferstädter Karnevalisten dennoch nicht unter sich, wie der beeindruckende Auftritt der KG Koe Jonge aus Aachen-Richterich zeigte.

Für feinste Party-Stimmung waren zwischen den traditionell geprägten Programmpunkten „De Halunke“, „De Karamba-Männcher“ in ihrem 30. Bühnenjahr und „Brass on Spass“ aus Eschweiler zuständig, die mit ihrer Musik dem feiernden Publikum in Rittersaal und Foyer der gut besuchten Burg kräftig einheizten.

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