Ein Projekt mit nachhaltiger Wirkung

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
ewv-bild
Im Einsatz für die Natur: Die Mädchen und Jungen der Nachmittagsbetreuung in der Grundschule Büsbach haben im Gedautal Tümpel angelegt. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Geheimhaltung ist beim Projekt „Gelbbauchunke” der Grundschule Büsbach eine Notwendigkeit: „Es gibt Leute, die fangen Gelbbauchunken in der freien Natur, um sie dann für viel Geld an die Besitzer von Terrarien zu verkaufen. Dabei ist die Gelbbauchunke vom Aussterben bedroht”, empört sich Nora von der AG „Natur erleben”.

Die Arbeitsgemeinschaft hat im Gedautal ein kleines Gelbbauchunken-Paradies erschaffen: In den von den Kindern liebevoll angelegten Tümpeln findet der Froschlurch mit der leuchtend gelben Warnfärbung ideale Lebensbedingungen vor. „Wir haben der Gelbbauchunke eine Heimat gegeben”, formuliert es Maximilian (9) stolz.

Damit gewissenlose Zeitgenossen die neue Generation nicht einfach „abernten”, wird der genaue Standort der im Frühjahr 2009 angelegten Biotope nicht näher beschrieben. Näher beschrieben wird jedoch das Projekt. Mit ihrem Gelbbauchunken-Biotop nimmt die Büsbacher AG beim Wettbewerb „Schüler powern für die Umwelt” der Energie- und Wasser-Versorgung (EWV) teil.

Bereits zum neunten Mal initiiert die EWV den Jugend-Wettbewerb rund um das Thema Umwelt- und Naturschutz. Grundschulen und Förderschulen sind aufgefordert, ihre Naturschutzprojekte einzureichen. Das kann eine Idee zum Energie sparen sein, aber auch Arten- und Pflanzenschutz sind eine von vielen Projektmöglichkeiten, die sich anbieten.

Das Gelbbauchunken-Projekt der Büsbacher Grundschüler markiert den offizielle Startschuss zum Wettbewerb in Stolberg. „Im Schnitt haben wir 800 Teilnehmer”, bilanziert die EWV-Mitarbeiterin Klaudia Ratzke. Und jedes Jahr aufs Neue sei man gespannt, „was die Schüler sich wieder haben einfallen lassen”, verrät die 55-Jährige. Nachhaltigkeit spielt beim Wettbewerb eine wichtige Rolle. Kinder zu motivieren, Verantwortung für die Umwelt und damit auch für das eigene Verhalten zu übernehmen, ist ein Grundgedanke. Die Sensibilisierung kommt oft völlig unspektakulär zum Vorschein. „Eltern erzählen mir, dass sie von ihrem Nachwuchs Sätze wie Papa, mach´ das Licht aus, das kostet nur unnötig Strom´ zu hören bekommen”, erzählt Ratzke. Die Nachhaltigkeit des Projektes zeigt sich auch in anderer Form. „Unsere Ferngläser haben wir über das Preisgeld des Wettbewerbs finanziert. Wir haben ja schon mehrfach bei ´Schüler powern für die Umwelt´ mitgemacht”, berichtet Dagmar Keller, die die AG im Rahmen der Nachmittagsbetreuung leitet.

Seit dem Frühjahr 2009

Ganz aufgeregt sind die Kinder, als eines von ihnen eine Gelbbauchunke im Tümpel ausmacht. Auf diesen Moment haben sie seit Frühjahr 2009 hingearbeitet, sie haben Erde ausgehoben, Steine geschleppt und sich mit dem Lebensbedingungen einer Gelbbauchunke vertraut gemacht.

Die achtjährige Clara hat eine klare Meinung zum Raubbau an der Natur: „Man darf nicht nur an sein eigenes Leben denken”, findet das Mädchen. Viele Tierarten würden aussterben, wenn ihnen nicht geholfen wird, warnt Clara und fügt fragend hinzu: „Wenn es vielen Menschen schon zuviel ist, einem Igel ein Laubnest zu bauen - ja, wo kommen wir denn dahin?”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert