Stolberg - Ein neues Gesicht und neue Überlegungen

Ein neues Gesicht und neue Überlegungen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
seniorenzentrum-bild
Neues Führungsteam: Geschäftsführer Sascha Saßen und Heim- und Pflegeleiterin Resi Linder. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Planungen haben eigentlich völlig anders ausgesehen. Doch als binnen kurzer Zeit sowohl der bisherige Geschäftsführer Harold von Donzel als auch der langjährige Pflege- und Heimleiter Willi Wolter ihre Kündigung zum Jahresende einreichten, war die Stadt Stolberg als Gesellschafterin plötzlich zum Handeln gezwungen.

Mittlerweile präsentiert sich das Seniorenzentrum am Amselweg mit einer neuen Führung. Für die Geschäftsleitung ist Sascha Saßen verantwortlich, die Pflege- und Heimleitung hat Resi Linder übernommen.

Die strukturellen Probleme des Hauses freilich sind geblieben. Doch auch in diesem Punkt könnte sich nach langem Stillstand bald etwas tun, erklärte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auf Anfrage unserer Zeitung. „Ich werde in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem neuen zuständigen Vertreter der LEG führen. Ich hoffe, dass wir dann über einen anderen Kaufpreis reden werden.”

Bis dato hat die Landesentwicklungsgesellschaft als Eigentümerin trotz vielfacher Kritik an einem Kaufpreis von rund 7,8 Millionen Euro festgehalten, die sie für die sanierungsbedüftige Immobilie auf der Liester fordert. „Unter solchen Umständen werden wir keinen Investor finden”, hatte Gatzweiler mehrfach festgestellt und in gescheiterten Verhandlungen mit potenziellen Interessenten regelmäßig eine Bestätigung gefunden. Mittlerweile gibt es aber offenbar im Rathaus und im Seniorenzentrum auch durchaus andere Überlegungen. „Wir müssen schauen, welche Optionen es für diese Einrichtung gibt”, kündigt Sascha Saßen eine eingehende Prüfung der Möglichkeiten an.

Ergebnissen will er nicht vorgreifen, in einem Punkt aber herrscht für den neuen Geschäftsführer schon jetzt Klarheit: „Wenn wir gar nichts unternehmen werden, wird es in drei bis fünf Jahren ganz kritisch für das Haus.” Tatenlosigkeit aber ist - selbstredend - kein Bestandteil des Arbeitsfeldes, das der 37-Jährige mit der Stadt vereinbart hat.

Der Inhaber einer Wirtschaftsberatungsfirma, Dozent in der Weiterbildung und Fachbuchautor, sieht vielmehr in der neuen Betrachtungsweise, die durch den Führungswechsel bedingt ist, eine gute Chance für das Seniorenzentrum. „Diese Einrichtung muss entwickelt werden”, weiß Saßen und fordert: „Die drei Bereiche Wohnen, stationäre Pflege und ambulanter Pflegedienst dürfen nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen als Ganzes Sinn machen.”

An den „schwierigen baulichen Voraussetzungen” ändert das allerdings nichts. Und dennoch beantwortet Sascha Saßen die Frage nach der Notwendigkeit einer neuen Pflegestation mit einem „Jein”. „Natürlich gibt es Einrichtungen, die einen anderen Standard bieten können. Wir aber haben mit unserer Pflege- und Betreuungsqualität eine große Stärke.” - „Inhalt vor Optik” könnte das Motto lauten. Und noch etwas gibt der Geschäftsführer zu bedenken: „Nicht alle Menschen sind in den heutigen Neubaustandards gut aufgehoben.”

Als Plädoyer gegen den Bau einer neuen Pflegestation will Saßen seine Ausführungen nicht verstanden wissen. Vielmehr verweist er auf die Komplexität des Themas. „Was beispielsweise würde mit den entstehenden Leerflächen geschehen, wenn die Pflegestationen in einen Neubau verlagert werden?”, nennt Saßen fragend ein Beispiel. Und: „Wie groß sind die Chancen, tatsächlich einen Investor zu finden?”

Zukunftsplanungen und Tagesgeschäft stehen gleichermaßen auf der Agenda der Verantwortlichen, der zunächst einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag mit der Stadt unterschrieben hat und in der Regel an zwei Tagen in der Woche am Amselweg anzutreffen ist. Dabei wird er auch immer die Wirtschaftlichkeit des Hauses im Blick halten müssen, die in der Vergangenheit regelmäßig ein Problem dargestellt hat.

„Intensive Prüfung”

Sascha Saßen kündigt eine „intensive Prüfung des Kosten-Erlös-Verhältnisses” an, stellt aber zugleich klar, dass eine Verkleinerung der Belegschaft für ihn tabu ist: „Das Einsparpotenzial beim Personal läuft gegen Null.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert