Stolberg-Vicht - Ein Lesebuch zur Stolberger Stadthistorie

Ein Lesebuch zur Stolberger Stadthistorie

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Versierte Kenner der Kupferstädter Geschichte und mitreißende Autoren: Katharina und Helmut Schreiber legen einen weiteren neuen Band ihrer Buchreihe zum Thema „Werden und Wachsen – Handel und Wandel in Stolbergs Mitte“ vor. Foto: Christoph Hahn

Stolberg-Vicht. Der Name verpflichtet: Helmut Schreiber und seine Frau Katharina heißen nicht nur so – sie sind es auch. Seit Jahren sind der Vorsitzende des Stolberger Heimat- und Geschichtsvereins und seine Frau mit ihren Büchern feste Größen in der lokalhistorischen Szene.

Seit 2012 hat das Autoren-Ehepaar aus Vicht bereits drei Bände der Reihe „Werden und Wachsen – Handel und Wandel in Stolbergs Mitte“ auf den Markt gebracht. Jetzt naht die Präsentation von Band vier (siehe Infotext).

Gewidmet ist das 336 Seiten starke Buch Geschäften und Handwerksbetrieben von der Stielsgasse bis zur Rathausstraße, also dem Bereich des unteren Steinwegs. Das Thema wurde Katharina Schreiber quasi in die Wiege gelegt: Sie ist am Steinweg aufgewachsen, wo ihr Vater ein Versicherungsbüro betrieb. Viele Kunden, viele Kontakte – viele Menschen, die in der Veröffentlichung eine Rolle spielen, hat die Co-Autorin noch selber gekannt.

Darum sieht sie die Veränderungen auf dem Steinweg, wo heute durch viele Leerstände eine gewisse Tristesse herrscht, mit einer gewissen Gelassenheit und will darum das Produkt des gemeinsamen forscherischen Fleißes auch gar nicht als eine Art von Trauerarbeit verstanden wissen: „Leben ist Wandel – das ist doch normal.“ Bescheiden wirkt sie, die Frau, die ihre Arbeitsweise kurz und knapp beschreibt: „Ich gehe systematisch vor – das ist ja mein Naturell“, sagt die Trägerin des Rheinlandtalers (seit 1996, 19 Jahre vor ihrem Mann).

Dokumente eingescannt

Während der Gatte Dokumente eingescannt und am Computer die Satztechnik besorgt hat, suchte und sammelte sie Zeugnisse der Geschichte und das nicht zu knapp. Denn die Schreibers geben es ihren Lesern reichlich, und das dank des mäzenatischen Engagements von Landschaftsverband Rheinland (LVR) und NRW-Stiftung zum überaus bekömmlichen Preis von 20 Euro.

Was gibt es nicht alles auf den mehr als 300 Seiten zu finden! Von der bekennenden Systematikerin wie ein Spaziergag von Haus zu Haus geordnet, finden sich Katasterpläne, Fotos, Werbeanzeigen und alle möglichen anderen Dokumente in verschwenderischer Fülle.

Es sind ihrer so viele, das sie wohl ganze Säcke füllen könnten. Vor allem die Bilder und die Geschichten sind das, was auf Dauer beim Leser haften bleibt.

Nichts für die schnelle Lektüre

Familie Kaesmacher (die vom Möbelgeschäft) im Stadtgarten, die Freiluft-Modenschauen verflossener Jahre, die durchfahrenden Straßenbahn-Triebwagen der Linie 8 nach Zweifall und die Inhaber des Lebensmittel-Geschäfts Strauss, die auch im Karneval eine große Nummer waren: Sie und noch viele andere Stolberger von einst geben diesem stattlichen Buch die Würze.

Auch dieser Band mit der Nummer 3 b ist sicher nichts für die schnelle Lektüre, sondern eher so eine Art fettes Lesebuch für Heimatgeschichte. Ein ums andere Mal das Buch in die Hand nehmen, von Fotos und anderen Informationen das „Kino im Kopf“ anregen lassen, so die Vergangenheit wieder Gegenwart werden lassen – dieser Band der „Beiträge zur Stolberger Geschichte“ verdient es, als großer Schatz angesehen zu werden.

Mehr dazu gibt es unter www.stolberger-geschichtsverein.de.

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