Ein köstlicher Streifzug durch die Voreifel

Von: Heike Eisenmenger
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In netter Runde entlang der Kupferroute und des Eisenhüttenwegs: 18 Teilnehmer hatten sich zu Stolbergs erster Schlemmerwanderung angemeldet. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Mit einem Els im Magen wandert es sich doch gleich beschwingter: Mit dieser Weisheit im Gepäck wird Mike Böke von seinem Urlaub in Stolberg nach Plomberg heimkehren. Der 38-Jährige ist der einzige echte Tourist bei Stolbergs erster Schlemmerwanderung.

Vier Gastronomiebetriebe haben sich zusammengetan, um Stolberg im Rahmen der Schlemmerwanderung von seiner Schokoladenseite zu präsentieren. Bei der Schlemmerwanderung steht gutes Essen mit (Bio-)Produkten „made in Eifel” im Mittelpunkt.

Die 18 Teilnehmer - rund die Hälfte kommt aus den Nachbarstädten - schlemmen sich von einer Tafel zur nächsten, sie erkunden mit ihrem Gaumen die Schönheit der (Vor-)Eifel. Doch die Wanderer werden nicht nur bestens bewirtet, sondern erfahren während der Wanderung auch viele wissenswerte Details über die Stolberger Stadtgeschichte.

Los geht es um 10 Uhr ab dem Hammerberg nach einem ausgiebigen Frühstück. „Die ersten waren bereits um 7.30 Uhr hier”, sagt Dirk Stock, Inhaber des Parkhotels, froh gelaunt. Im Hotel auf dem Hammerberg hat sich Mike Böke für die Dauer seines Sporturlaubs einquartiert. „Das Dreiländereck ist ideal zum Rennradfahren”, erklärt er.

Von der Schlemmerwanderung an diesem Sonntag erfuhr er zufällig, „das ist mal etwas anderes, das probiere ich aus, dachte ich mir.”

Eine 14 Kilometer lange Wanderung, und dann auch noch mehr oder weniger auf ebener Strecke, das ist für die 50-jährige Myriam Michel keine echte Herausforderung. „Mal ehrlich, da hat das Wandern doch nur Alibifunktion”, sagt sie und lacht schallend. Es ist das Gesamtpaket, die Kombination aus Kulinarischem, Stadtgeschichte und Wandern, die reizt, findet das Ehepaar Willi und Birgit Aretz. „Ich bin schon sehr gespannt, was zur Stolberger Geschichte gesagt wird. Da lernt man bestimmt etwas Neues dazu”, hofft der 51-Jährige,

Essen ist mehr, als nur den Körper mit Nährstoffen zu versorgen und den Gaumen zu betören. Das wird bei diesem Ausflug deutlich. In aller Ruhe gemeinsam zu tafeln, fördere die Kommunikation, „dieser Aspekt spielt hier eine ganz wichtige Rolle”, bemerkt die 53-jährige Birgit Aretz.

Das Eis bricht schneller, als man ein Brötchen mit Eifel-Wurst belegt hat. Es wird gelacht, gescherzt, geplaudert und getafelt. Auch Trude Dörenberg hat sich erfolgreich durch das Frühstück geschlemmt. „Wenn das in dem Stil so weitergeht, muss man mich heute Abend nach Hause rollen”, bringt die agile 79-Jährige ihre „Befürchtungen” augenzwinkernd zum Ausdruck.

Und damit liegt sie nicht ganz falsch: An diesem Tag folgt eine Gaumenfreude der nächsten. Parkhotel, Vichter Landhaus, das Sporthotel zum Walde und das Landhaus Solchbachtal haben sich darauf eingeschworen, jegliche Gegenwehr mit köstlichen Törtchen und Filets im Keim zu ersticken. Entlang der Kupferroute bis nach Vicht führt Wanderführer Gerhard Keiling die Gruppe, dann übernimmt Helmut Schreiber. Er ist der Experte für Stolbergs Industriegeschichte.

Die Art, wie er sein Wissen herüberbringt, kommt gut an. „Er macht das mit so viel Herz. Selbst ich als Vichterin wusste nicht, dass der Weiher hinter dem Henneswerk bereits 450 Jahre alt ist”, sprudelt es aus Erna Ihrlich heraus. Im so genannten Henneswerk, das wissen die Wanderer bei ihrer Einkehr im Vichter Landhaus, wurde Roheisen geschmolzen.

Die Zeit zwischen Salat und Forelle bzw. Wildschwein nutzt Helmut Schreiber, um seine Schützlinge mit weiteren spannenden Infos zu versorgen. In einer Zeit, als es noch kein Georadar gab, war Beobachtungsgabe gefragt. „Dort wo Galmeipflanzen blühten, begannen die Arbeiter zu graben, weil sie Erz vermuteten.” Nach dem Mittagessen wird ein Abstecher zu einem der noch erhaltenen Frischöfen gemacht, bevor man zur Eifel-Kaffeetafel im Sporthotel spaziert.

Zum Finale finden sich die Wanderer im Landhaus Solchbachtal zum Abendessen ein. Dort endet der Tag, wie er begonnen hat bei dieser Premierentour: mit einem Schnaps - natürlich „made in Eifel”.
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