Stolberg - Ein Hochgenuss im Stolberger Musikleben

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Ein Hochgenuss im Stolberger Musikleben

Von: Marie-Luise Otten
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Pianistin Diana Jianu, Violini
Pianistin Diana Jianu, Violinist Uwe Böttcher und die österreichische Sopranistin Kerstin Gieber bescherten dem Publikum im Zinkhütter Hof einen unvergleichlichen Musikgenuss beim „Me(ä)rz-Special”. Foto: Otten

Stolberg. Der begeisterte Schlussapplaus zeigte, dass das zweite „Me(ä)rz-Special” im Museum Zinkhütter Hof ein künstlerisches Highlight im Stolberger Musikleben darstellte.

Sopranistin Kerstin Gieber sowie Uwe Böttcher (Violine) und Diana Jianu (Klavier), beide Lehrer an der Musikschule Merz, bestritten ein außergewöhnliches Konzert mit einem sehr beachtenswerten Programm zum Frühling. Leider war die Resonanz gering zu Beginn der Osterferien, aber die gut 50 Liebhaber und Kenner kamen bei den Stücken vollends auf ihre Kosten.

Was für die Menschen von heute nach Punk, Heavy Metal und dröhnendem Discosound unglaublich zu sein scheint, das galt auch für die Zeitgenossen Ludwig van Beethovens, dessen Musik für die Ohren genauso provokant und unerhört war wie die Musik unserer Tage für heutige Hörer.

Uwe Böttcher und Diana Jianu gelang mit dem beschwingten Allegro-Satz aus der „Frühlingssonate F-dur” des Bonner Komponisten ein faszinierender Einstieg. Das Aufeinanderhören und der ständige Dialog zwischen ihnen war vorzüglich.

Weitere Glanzlichter setzten die beiden mit „Berceuse” von Gabriel Fauré und „Méditation” aus der Oper „Thais” von Jules Massenet. Wiener Charme gab es mit einem schwungvollen Walzer von Johann Strauß und auf „Liebesfreud” von Fritz Kreisler folgten „Liebesleid” und „Schön Rosmarin” - der unwiderstehliche Klang des alten Österreichs.

Der Glücksgriff des Abends war die Verpflichtung der österreichischen Sopranistin Kerstin Gieber, die über eine wundervolle Stimme verfügt, die für die Gattung des Liedes wie gemacht ist. Tief in die Poesie der Stücke von Franz Schubert („Frühlingsglaube”, „Der Musensohn”), Robert Schumann („In der Fremde”, „Frühlingsnacht”), Johannes Brahms („Von ewiger Liebe”, „Die Mainacht”) und Gustav Mahler („Liebst du um Schönheit”, „Ich atme einen linden Duft”) eindringend, schlug sie die Zuhörer von Beginn an in den Bann.

Gefasst und leuchtend war die Stimme im leidenschaftlichen Ausbruch, leicht und biegsam in den Höhenlagen, warm und mitreißend in der Mittellage, farbig im zartesten Pianissimo.

Diana Jianu untermalte auch mit der Sängerin im Bund nicht nur durch präzises und einfühlsames Spiel am Klavier, sondern war immer gleichwertige Partnerin, die spannungsreich und dynamisch frisch die emotionale Gestaltung der unterschiedlichen Klangbilder stimmungsvoll, fein nuanciert und mit individueller Note darstellte.

Sie beeindruckte mit perfektem Anschlag, der sowohl innig als auch impulsiv war und mit dem sie kraftvoll die vielfältigen Schattierungen und Stimmungen unterstrich. Die Zugabe „Beim Schlafengehen” von Richard Strauss spielten die drei gemeinsam auf eine Weise, die mit Bravos und viel Beifall bedacht wurde.

Zu erwähnen sind noch Klavierschülerin Tabea Marx, die der Pianistin beim Umblättern half, und der herrliche Blumenschmuck zur Einstimmung in den Frühling, den Anne Merz organisiert hatte.
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