Ein Herrscher über fünf Völker

Von: Dirk Müller
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Stolberg-Gressenich. Die Überraschung war groß, als Gotthard Schnoor in der Zeitung davon erfuhr, dass sein Honig mit der Goldmedaille prämiert wird. Zwar wurde er vom Imkerverband Rheinland zur Preisverleihung eingeladen, wußte aber nicht, welche Auszeichnung ihn erwartet.

Um so mehr freute sich der Hobby-Imker über die höchste Medaille, die sein Honig vom Verband und dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW erhielt. Es ist bereits die dritte Goldmedaille des Gressenichers: 2004 überreichte ihm Bärbel Höhn das Edelmetall, das er 2006 und 2009 von Minister Eckhard Uhlenberg entgegennahm.

Das Hobby seines Großvaters steckte ihn an, so dass er sich im Jahre 1960 seinen ersten Bienenstock anschaffte. Heute hält der 75-Jährige fünf Völker und hat wiederum seinen Sohn Siegfried Schnoor, der Hobby-Imker in Aachen ist, mit der Leidenschaft für die Bienen infiziert. „Meine Bienen sammeln Waldhonig und müssen dafür von Blüte zu Blüte fliegen. Der Ertrag entspricht etwa der Hälfte von Stöcken, die zum Beispiel in unmittelbarer Nähe eines Rapsfelds stehen”, erklärt der pensionierte Bahnbeamte, der auf Qualität statt Quantität setzt. Er hat viel Zeit für seine Bienen, auch weil seine Frau Margret, die er liebevoll die „Oberbienenkönigin” nennt, ihn in seinem Imker-Dasein stark unterstützt.

Dabei ist die Honigproduktion beileibe nicht das einzige Hobby des bescheidenen Naturfreunds. Er schwimmt und wandert gerne, ist seit 1970 Mitglied im Angelverein Rurberg und Träger der silbernen Ehrennadel des Landesfischereiverbands. Seit 1971 hat Schnoor seinen Jägerbrief und selbstverständlich betreibt er die Jagd unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes und der Wildpflege. Als Kleinimker sei er gewissermaßen auch ein aktiver Naturschützer: „Knapp 84 Prozent unserer Nutzpflanzen im Frühjahr sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Bienen sichern den Artenreichtum und den Bestand insbesondere von frühblühenden Pflanzen”, führt der viel beschäftigte Ruheständler, der sich von den Tieren oft und gerne stechen lässt, aus. „Ich lasse mich absichtlich von meinen Bienen stechen, da ihr Gift eine hervorragende Therapie gegen mein Rheuma ist. Gegen Hautschwellungen bin ich mittlerweile immun und natürlich reagiere ich nicht allergisch auf die Stiche.”

Eine weitere Leidenschaft Schnoors ist das Kochen. Zu seinen Spezialitäten zählt - wen wundert´s - Honig glasierte Erbsen mit Schinkenstreifen an Rotbarschfilet. Und auch für die kalte Jahreszeit hat der Fachmann eine praktische Empfehlung parat: „Wer gerne Tee mit einem Löffel Honig trinkt, sollte den heißen Tee abkühlen lassen bis Trinktemperatur erreicht ist und erst dann den Honig dazugeben, da sonst die gesunden Inhaltsstoffe des Honigs verloren gehen.”
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