Ein gewaltiger Zeitsprung in 72 Stunden

Von: Mischa Wyboris
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Stolberg. Könnte man die ganze Stadt wie in einer Schneekugel von oben betrachten - man sähe ein buntes Treiben, wie es noch nicht dagewesen ist. Es ist fast so etwas wie ein offenes Geheimnis: In jedem Winkel Stolbergs ist etwas im Werden, und jeder weiß, dass es am 7. Mai endlich losgeht. Doch bei aller akribischen Arbeit weit im Voraus: Was genau in den drei Tagen bis zum 10. Mai geschieht, weiß keiner so genau.

Fest steht nur so viel: Wenn am heutigen Donnerstag um 17.07 Uhr auf dem Rathausvorplatz der Startschuss zur Aktion „72 Stunden - Uns schickt der Himmel” fällt, kann eigentlich alles passieren.

Zum Gelingen der dann rund 250 im Bistum Aachen laufenden Projekte tragen neun Stolberger Initiativen bei (siehe Infokasten) und verstärken damit Deutschlands größte Sozialaktion, organisiert vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Zeichen setzen

In den drei Tagen bis zum Sonntag setzen Kinder und Jugendliche Zeichen, organisieren Feste, spannen Netzwerke - all das fürs Gemeinwohl, all das mit ehrenamtlichem Engagement. Und irgendwie soll in dieser Zeit auch einiges geradegerückt werden: „Ich möchte zeigen”, sagt Sebastian Schulte, „dass die Jugend noch zu etwas fähig ist und nicht nur Spielplätze demoliert.”

Und so baut der 16 Jahre alte Pfadfinder mit seinen Mitstreitern der Rover Atsch rund um den Kirchplatz St. Sebastianus etwas auf: „Wir werden alles säubern, die Hecken stutzen und Bänke, Mülleimer und einen Jugendunterstand errichten”, versprüht Gruppenleiter Jens Dickmeiß Tatendrang.

„Es heißt immer, die Jugend tut nichts”, weiß auch Jörg Beißel, Leiter der Kleinen Offenen Tür (KOT) St. Josef, und stellt mit seiner Gruppe am Donnerberg ein Familienfest mit Konzert der Eschweiler Band „Vibe” auf die Beine.

Ein Projekt der ganz anderen Art startet der Bund der St.-Sebastianus-Schützenjugend (BdSJ), der sich Toleranz und Weltoffenheit auf die Fahne geschrieben hat und selbige in ganz Stolberg wehen lässt.

„Unsere Stadt ist bunt und weltoffen”, sagt Projektleiter Hans Michael Doncks und kündigt an: „Wir werden die mehr als 60 Nationalfahnen aller in Stolberg lebenden Menschen hissen.” Zwischen den Flaggen sollen auch von Kindern der Hermannschule gestaltete Banner baumeln.

Weiter am Image der engagierten Jugend basteln zudem die Pennäler der Klasse 10.1 von der Gutenberg-Schule, die den älteren Semestern von der Liester ein Seniorencaf kredenzen. „Viele Senioren kennen unsere Schule gar nicht - das wollen wir ändern”, verrät der 16-jährige Projektleiter.

Brücken zwischen jung und alt schlagen indes auch die Messdiener St. Rochus: Der Gruppe aus Zweifall kam der Einfall, ein Frühlingsfest für Senioren ab 70 Jahren ins Leben zu rufen und das Beisammensein mit einem gemeinsamen Gottesdienst ausklingen zu lassen.

Ebenfalls um ältere Menschen jenseits der 70 Jahre kümmert sich die Jugendgruppe aus St. Markus: Sie organisiert Hilfsdienste für Senioren „Ü70” sowie eine Kaffeetafel und eine eigene Zeitung.

Dass sich die Jugend allerdings auch füreinander einsetzt, zeigen die Projekte der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG), der DJK Sportjugend und der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) Stamm Venwegen.

„Wir sind mit dem Massagekoffer auf Achse und gönnen unseren Gruppen, die überall in Aktion sind, eine Auszeit”, sagt KJG-Bildungsreferent Paul Arns. Ähnlich aktiv ist die DJK Sportjugend, wenn sie sich mit Essens- und Getränkespenden im Verpflegungsmobil auf Tour begibt.

Die PSG hingegen will die ehemalige Grundschule Venwegen für die Jugendarbeit fit machen. Die „Alte Schule” ist nach der Verlegung der Klassen nach Breinig der offenen und verbandlichen Jugendarbeit zur Verfügung gestellt worden, aber noch nicht in vollem Umfang nutzbar.

Ob sie sich füreinander engagieren oder bei einem unvergleichlichen Zeitsprung in nur 72 Stunden ganze Generationen überbrücken - eines ist allen Gruppen gemein: Bis zur großen zentralen Abschlussveranstaltung am Sonntag, 10. Mai, um 14.30 Uhr im Aachener Eurogress wollen sie allen Stolbergern zeigen, dass sie der Himmel schickt.

Der Startschuss der Aktion „72 Stunden” fällt am heutigen Donnerstag um 17.07 Uhr auf dem Rathausvorplatz. Die Projekte:

BdSJ (Bund der St.-SebastianusSchützenjugend): Internationales Kinderfest am Samstag, 9. Mai, ab mittags auf dem Jordansplatz; Flaggenaktion mit Hermannschule.

DJK Sportjugend Diözesanverband Aachen: Tour mit dem Verpflegungsmobil.

DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg)/Rover Atsch: Reinigungs- und Baumaßnahmen rund um den Kirchplatz St. Sebastianus.

Gutenberg-Schule, Klasse 10.1: Seniorencaf am Freitag, 8. Mai, von etwa 10 bis 14 Uhr in der Schule.

Jugendgruppe aus St. Markus: Hilfsdienste für Senioren Ü70, Kaffeetafel und eigene Zeitung.

KOT St. Josef: Familienfest „Feel The Vibe” am Samstag, 9. Mai, ab 14 Uhr (Konzert ab 19 Uhr) in der KOT auf dem Donnerberg.

KJG (Katholische Junge Gemeinde) Diözesanverband: Tour mit Wohlfühlprogramm für andere KJG-Aktionsgruppen.

Messdiener St. Rochus: Frühlingsfest und Vorabendmesse für Senioren ab 70 Jahren am Samstag, 9. Mai, ab 15 Uhr.

PSG Stamm Venwegen (Pfadfinderinnenschaft St. Georg): Herrichten der „Alten Schule” in Venwegen für die Jugendarbeit (Renovierung und Brandschutzumbauten) in Kooperation mit dem „Alte Schule e.V.”.
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