Stolberg-Breinig - Ein „Geschmäckle“ bei dem Neustraßen-Projekt?

Ein „Geschmäckle“ bei dem Neustraßen-Projekt?

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei soll im Innenbereich zwischen Neustraße und Kindergarten ein Mehrfamilienkomplex entstehen. Foto: Lange

Stolberg-Breinig. Für den Bürgermeister und die anwesenden Ratsmitglieder galt es, kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn die Kritik an der Verwaltung mitunter hitzig vorgetragen wurde.

Anwohner der Neustraße haben sich beim Bürgerdialog des CDU-Ortsverbands Breinig, Breinigerberg, Venwegen deutlich zu Wort gemeldet und gegen den geplanten Bau eines Mehrfamilienkomplexes auf dem rund 2900 Quadratmeter großen Gärtnereigelände im Inneren der Neustraße protestiert. Allen voran Günter Heil, der meinte, die Erteilung der Baugenehmigung für das Projekt an der Neustraße habe ein „Geschmäckle“ beim Vorgehen von Politik und Verwaltung.

Und das nicht nur, weil in den Reihen des Bauherren „Woba“ ein Ratsherr zu finden sei, und alle Argumente der Anwohner gegen die Dimension des Projekts „abgeschmettert“ worden seien. Dieser Neubau zerstöre nachhaltig das Ortsbild in Breinig, das projektierte Gebäude mit 23 Wohneinheiten würde aufgrund seiner Ausmaße, Beschattung und Lärm die Lebensqualität der Anlieger der angrenzenden Grundstücke mindern, und die Nachbarschaft befürchte einen erheblichen Wertverlust ihrer Immobilien, sind einige Einwände der Anwohner.

Doch die Gegner des Bauvorhabens scheinen nicht alleine Bedenken zu haben: Günter Heil verlas bei dem Bürgerdialog ein Protokoll, das die Bedenken des Planungsamts der Kupferstadt hinsichtlich des Neustraßen-Projekts darlegt. Jene Bedenken der „Fachleute in der Stadtverwaltung“ seien „deckungsgleich mit der Kritik der Anwohner“.

„Wir vermissen Kompromissfähigkeit. Niemand in ihrer Fraktion war in der Lage, einen Konsens zwischen den Anwohnern und dem Bauherren zu schaffen“, sagte Heil zur gastgebenden CDU.

Bürgermeister Tim Grüttemeier betonte, es habe sich um ein ordnungsgemäßes Verfahren gehandelt: „Es ist nicht die Aufgabe der Verwaltung, zwischen Anwohnern und Bauherren zu vermitteln. Unsere Aufgabe ist es, Bauanträge zu prüfen und auch zu bewilligen, wenn sie ordnungsgemäß sind.“ Grüttemeier erinnerte in diesem Zusammenhang auch an den vom Oberverwaltungsgericht Münster abgelehnten Eilantrag gegen das Neustraßen-Projekt.

Ein anderer Anwohner der Neustraße kritisierte jedoch, das Verfahren sei „juristisch vielleicht korrekt“ gewesen, aber: „Bürgerfreundlich war es definitiv nicht.“ Und an den Bürgermeister gewandt: „Sie schaffen damit einen Präzedenzfall für die weitere Bebauung in Breinig“.

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