Ein geballter Abend voller Kunst und Musik

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Altbewährtes trifft auf völlig Neues: So einfach und zugleich spannend lässt sich die Museumsnacht beschreiben, die am Samstag zum siebten Mal Besucher aus Stolberg und weit darüber hinaus anziehen will.

Dafür haben Organisatorin Petra Grüttemeier und ihre Unterstützer an vier Standorten einige ganz besondere Ausstellungsstücke und Programmpunkte zusammengestellt.

Zinkhütter Hof: Das Industriemuseum bildet das Zentrum und den Abschluss der Museumsnacht. Doch bevor hier ab 23 Uhr die Pink-Floyd-Coverband „Us and Them” einheizt, zu den aufregendsten Highlights dieser Nacht zählt ganz gewiss ein besonderes Buch, das im Museum Zinkhütter Hof zu bestaunen sein wird: das „libro della notte”, „Das Nachtbuch 2010” - der ganze Stolz von Organisatorin Petra Grüttemeier. An diesem ungewöhnlichen Werk haben 103 Künstler aus vielen Ländern Europas, Amerikas und Asiens zusammen gearbeitet.

Der in Berlin und Italien lebende Künstler Andreas Kramer kuratierte das internationale, nicht-kommerzielle Kunstprojekt. Er lud die Künstler ein, auf jeweils drei Seiten im Format 20 x 20 cm ihre persönliche Nachtgeschichte in Bild- oder Textform zu erzählen. Selten kann man die Vielfalt manueller Drucktechniken derart gut erleben.

60 Meter langes „Nachtbuch”

Von diesem 60 m langen „Leporello” exisieren nur drei Exemplare: Eines ist für ein italienisches, eines für ein deutsches Museum bestimmt, das dritte Exemplar geht auf Ausstellungtournee - Premiere war im Oktober in der Galerie Venezia Viva in Venedig. Nächster Standort für das „längste Künstlerbuch der Welt”, wie „Il Gazettino” in Venedig schrieb, ist Berlin, und an diesem Punkt kommt Stolberg ins Spiel. „Das Buch wird auf dem Weg in die Hauptstadt einen Zwischenstopp einlegen und exklusiv für die Museumsnacht in Stolberg zu sehen sein”, freut sich Petra Grüttemeier über einen Coup, der mit Hilfe von Odine Lang gelungen ist, die selbst mit einer druckgrafischen Sequenz am Nachtbuch beteiligt ist.

Die Künstlerin, die am 5. und 6. Februar 2011 auch einen Workshop zum Thema „Experimentelle Bücher” im Museum Zinkhütter Hof leiten wird, präsentiert zur Museumsnacht das Buch zusammen mit eigenen experimentellen Büchern und Druckgrafiken.

Doch der Zinkhütter - mit Abstand größter der insgesamt vier Museumsnacht-Standorte, hat noch deutlich mehr zu bieten: Zahlreiche Aussteller zeigen ihre Werke und Waren von Kunst und Schmuck über Stahlobjekte und Papier bis hin zu Wein, Whisky, Essig und Öl. Beim „Light Writing”, angeboten von Siegfried Kürschner kann man auch als Erwachsener mitmachen - den Kindern vorbehalten bleiben dagegen die zahlreichen Aktionen im gegenüber liegenden Forum.

Aushängeschilder aus der Eifel

Kupferhof Rosental: Jupp Hammerschmidt und Hubert vom Venn sind so etwas wie die prominenten Aushängeschilder dieses Standorts. Die beiden Eifelkabarettisten, derzeit auf Abschiedstournee, bieten mit einem „Best of” im Kupferhof eine der letzten Gelegenheiten, sie noch einmal live zu erleben. Musik aus Spanien und Lateinamerika bietet das Ensemble des Musikstudios Stolberg, Jazz, Swing und Blues spielt die „Blue Bird Combo”.

Doch es gibt nicht nur etwas zu hören, sondern auch einiges zu sehen: Das Atelier Floral stellt bereits zum fünften Mal bei der Museumsnacht Außergewöhnliches, das man mit Blumen machen kann, aus. Taschen und mehr, Mineralien der Region, Filzprodukte und Fotos von Stolberg bei Nacht werden im Kupferhof Rosental ebenfalls zu sehen sein.

Burg/Rittersaal/Galerie: Im Foyer der Burg stellt sich die Stolberg-Touristik nicht nur vor, sondern auch in ein neues Licht: das gestaltet nämlich die Stolberger Jugendberufshilfe. Für den Kampf gegen die Krankheit Mukoviszidose kann man sich engagieren, indem man eine der Karten erwirbt, die dort angeboten werden.

Liebesmärchen für Groß und Klein erzählt derweil Barbara Müller-Neuss, begleitet an der Gitarre von Uli Nobel. Richtig bewegt wird die Burg dann ab 21 Uhr, wenn das ensemble der Muisikschule „Not just Dancing” auftritt, ehe ab 22 Uhr bei „Jim Limo” die Wände wackeln sollen mit einer Mischung aus Rock, Country, Folk und Pop.

Zu sehen ist natürlich auch in dieser Nacht die im Rahmen der Artibus-Reihe laufende Ausstellung „Drift” von Detlef Kellermann, der selbst anwesend sein wird, um sich mit den Besuchern über seine Bilder auseinanderzusetzen.

Museum Torburg: Nicht weit gehen muss man von der Burg ins angebaute Museum Torburg. Schon davor werden die Burgritter mit vielen Aktionen dafür sorgen, dass diese Nacht als eine besondere erkannt wird. Traditionell wird - natürlich - Kaffee geröstet, auch die Drechslerei, Schieferbearbeitung, Schmiede und Schusterei sind in Betrieb. Im Glasraum ist derweil eine Ausstellung von Almglocken zu sehen.

Ganz frisch ins Programm aufgenommen ist die Arbeit einer außergewöhnlichen Frau, der die Besucher über die Schulter schauen können. Carmen Comanns wird im Raum der Lederbearbeitung zeigen, wie man aus einem Stück Leder einen schönen, bequemen und haltbaren Schuh herstellt.

Aus einer Schuhmacherdynastie stammend, führt sie den Familienbetrieb jetzt in der dritten Generation weiter. Selbstbewusst nennt sie sich La Cordonnière, französisch die Schuhmacherin. Wenn man die einzigartigen Produkte ihrer kreativen Arbeit ansieht wird klar, dass sie das nur mit der ihr eigen Leidenschaft und Beharrlichkeit schafft.

Und noch etwas bietet das Museum Torburg: Für eine gemütliche Pause - vielleicht zur Stärkung für eine der Nachtwächterführungen, die ab der Burg um 19.30, 20.30 und 21.30 Uhr angeboten werden - gibt es frische Waffeln und Glühwein.
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