Ein Gaumenschmaus für Alleinstehende und Bedürftige

Von: Gabi Halili
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Auch eine neunköpfige Flüchtlingsfamilie genoss die Gastfreundschaft am Heiligen Abend im „Weißen Rössl“. Petra von den Brincken (l.) hatte Kontakte zu Bedürftigen geknüpft. Foto: G. Halili

Stolberg. „Ich habe zufällig davon erfahren und bin dann direkt hierhergekommen. Ich bin sehr überrascht, wie schön hier alles ist, so richtig weihnachtlich, das kann ich mir gar nicht leisten“, stellte Rebekka Pfeiffer fest, die derzeit im Obdach am Kelmisberg wohnt.

 Nun saß sie am Heiligen Abend am feierlich weiß gedeckten Tisch im „Weißen Rössl“ an der Burgstraße.

Manfred Blumberg, der das Restaurant betreibt, hatte auch diesmal wieder an alles gedacht, um dem Abend die besondere Note und damit die richtige Atmosphäre zu geben. Mit circa 50 Personen waren alle Tische besetzt. Bereits zum neunten Mal in Folge hat der Wirt seine ganze Energie und sein ehrenamtliches Engagement eingesetzt, um anderen Menschen eine Freude zum großen Fest zu bereiten.

Da wurde nicht etwas auf die „Schnelle“ gemacht; bereits an den schönen Weihnachtsdekorationen inklusive eines prächtig geschmückten Weihnachtsbaumes wurde eine wirklich gastfreundliche Zeremonie deutlich.

Für den Gaumen gab es ein dreigängiges Menü, welches keine Wünsche offen ließ. Da gab es zunächst eine feine Gemüsesuppe, die serviert wurde. Im Anschluss konnte man am warmen Büffet einen schmackhaften Braten, verschiedene Gemüse und Kartoffelgratin zu sich nehmen. Abgerundet wurde das feierliche Essen mit drei verschiedenen Desserts. Dazu gab‘s die Getränke inklusive.

Die Gäste, dass sind Menschen die normalerweise an Weihnachten alleine sind und Menschen, die sich ein solch gutes Essen an einem besonderen Tag nicht leisten können. Mitorganisatorin Petra von den Brincken von den sozialen Diensten hat einigen Menschen den Hinweis für diesen Abend gegeben. Einige haben davon aus der Zeitung erfahren, andere wiederum bekamen den Tipp von den Ehrenamtlern der Tafel.

So auch die vier Damen mittleren Alters aus der Umgebung – Liester, Donnerberg, Büsbach und Altstadt. Alle vier beklagen an diesen feierlichen Tagen ihre Einsamkeit, und so musste zunächst die „Hemmschwelle“ überschritten werden, um den Weg ins „Weiße Rössl“ zu finden. Jetzt waren sie positiv überrascht, und dies resultierte sicherlich auch aus dem gemeinsamen Kennenlernen. Die neuen Kontakte wolle man weiterhin zueinander pflegen. Übrigens ein zentraler Gedanke dieses Weihnachtsessens, neue Kontakte knüpfen zu können.

An diesem Abend hatte zudem eine neunköpfige Flüchtlingsfamilie aus Syrien in Begleitung von Pastor Hans-Rolf Funken den Weg in die Lokalität gefunden. Die Familie hat genau die „Odyssee“ erlebt, wie man sie nur aus dem Fernsehen kennt. Ihre ersten Stationen in Deutschland waren bisher München, Siegen und jetzt Stolberg.

Umso erstaunter genossen die sechs Erwachsenen, zwei Kleinkinder und ein Baby den Abend gelassen. An der festlich gedeckten Tafel saßen sie nun und waren beeindruckt von der Gastfreundlichkeit. Da die Familie erst seit drei Wochen in Stolberg wohnt, und sich nur in Englisch unterhalten kann, hatte Hans-Rolf Funken noch gleich einen ehrenamtlichen Dolmetscher mitgebracht. „Schließlich geht es hier ums Kennenlernen und wir möchten doch gegenseitige Erfahrungen austauschen“, so der Pfarrer. Er kenne so etwas aus dem Pfarrheim auf der Liester aus früheren Zeiten. Dort sei man damals von zwei älteren Damen kostenlos bekocht worden; dies sei eine wunderbare Fortsetzung und nun könne man sich auch noch mit Menschen aus fremden Ländern austauschen.

Viele der Anwesenden kamen an diesem Abend bei einem festlichen Menü ins Gespräch und als sei das nicht genug, konnte man zu späterer Stunde auch noch vom Wirt persönlich nach Hause gefahren werden.

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