Stolberg-Vicht - Ein ganz besonderes Ereignis am Altar: Gottesdienst in Vichter Platt

Ein ganz besonderes Ereignis am Altar: Gottesdienst in Vichter Platt

Von: dö
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Erna Irlich, Hannele Haas, Franz-Willi Hirtz, Hermann Josef Franzen, Norbert Franzen, Norbert Bolz, Günter Jansen, Helga Nellessen und Margrit Heinrichs (von links, nicht im Bild Vera Gerhards) sind die Protagonisten der Plattmesse am kommenden Sonntag. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Vicht. Nach der erfolgreich verlaufen Premiere im vergangenen Jahr dürfen sich die Vichter am kommenden Sonntag wiederum auf einen Gottesdienst in Mundart freuen.

Unter dem Motto: „Meer könndije aah, d‘r leve Advent. Kik märr, et zweide Kääzje brännt“ (Wir kündigen an, den lieben Advent. Schau nur, das zweite Kerzchen brennt) findet am Sonntag, 10. Dezember, um 9.30 Uhr, in der Kirche St. Johannes Baptist eine adventlich geprägte Messe in Vichter Platt statt.

Organisiert und vorbereitet hat den Mundartgottesdienst der Arbeitskreis „Veeter Platt“. Schließlich mussten alle im Gottesdienst verwendeten Texte und Lieder in Platt übersetzt werden. Und wer ist für diese Aufgabe besser geeignet, als der Arbeitskreis Vichter Patt? Denn schließlich gehört zur Zielsetzung der zehnköpfigen Gruppe der Erhalt und die Pflege der lokalen Mundart.

So hat sich Arbeitskreismitglied Franz-Willi Hirtz um die Übersetzung der Liedtexte gekümmert . Und der ebenfalls aus der Mundartgruppe stammende Dr. Walter Haas übertrug die Gebete, den Text von Evangelium und Lesung und sonstige für den Gottesdienst erforderliche Manuskripte vom Hochdeutschen in den Dialekt. Leider ist Walter Haas Anfang vergangenen Monat gestorben. Somit findet die Plattmesse auch in seinem Andenken und ihm zu Ehren statt.

Damit auch alles am Sonntag „wie am Schnürchen“ klappt, traf sich kürzlich der Arbeitskreis zu einer Generalprobe im Vichter Gotteshaus an der Eifelstraße. Schließlich sind für die plattdeutschen Texte, wenn es beispielsweise um das Vortragen der Lesung, der Fürbitten und Gebete gibt, zahlreiche Sprecherrollen erforderlich. Denn Betonung und Aussprache der an sich ungewohnten Sprache müssen vorher am Mikrofon eingeübt werden.

Mit dabei waren auch Pfarrer Norbert Bolz und Organist Günter Jansen. Schließlich müssen die Mundarttexte im Wechsel mit dem Zelebranten - dem Priester - gesprochen werden. Keine leichte Aufgabe also für Pfarrer Bolz, der seine Rolle aber perfekt beherrschte. Denn Bolz wurde im Februar 1950 in Gressenich geboren und ist als Gressenicher „Urgestein“ mit der örtlichen Mundart bestens vertraut. Kirchenmusiker Günter Jansen war anwesend, um das Orgelspiel auf die von Hirtz ins Plattdeutsche übersetzten Liedtexte - im Vordergrund stehen advent- und weihnachtliche Weisen - abzustimmen. Abgesehen von kleineren, unbedeutenden Abstimmungsproblemen klappte die Probe im Kirchenraum wie auf Anhieb.

Das Zusammenspiel war hervorragend. Das Plattdeutsche wurde gut gemeistert, und die Betonung stimmte. Schon nach wenigen Minuten und Textpassagen machte sich bemerkbar: Kommen alle Texte ausschließlich im Plattdeutschen daher, verdichtet sich der Eindruck, als wenn Dialekt auch ansonsten die Verkehrssprache im Gottesdienst sei. Somit wird den Vichtern am kommenden Sonntag, 10. Dezember, um 9.30 Uhr, in der Pfarrkirche ein ganz besonders Ereignis geboten. Damit den Gottesdienstbesuchern das Singen, Beten und Lesen in der örtlichen Mundart leicht fällt, hat der Arbeitskreis für den Druck von Textblättern gesorgt: Sie werden vor Beginn des Gottesdienstes zur Verteilung kommen. Abgeschlossen wird die Plattmesse mit einer kleinen Zugabe. Quasi als Beigabe erklingt zum Schluss die im späten 16. Jahrhundert entstandene Melodie von Philipp Nicolai: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Sie wird vom Orgel- und Flötenspiel begleitet.

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