Ein Festival mit kontinentaler Dimension

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
5675486.jpg
Der Gospelchor „Voices of Praise“ lockte so viele Zuhörer in die Finkenbergkirche, dass mancher Besucher mit einem Stehplatz vorlieb nehmen musste. Foto: D. Müller, J. Lange
5675414.jpg
Die Gruppe „Hot Africa“ beeindruckte mit atemberaubender Akrobatik auf und vor den Bühnen wie bei der Parade.
5675505.jpg
Alle liebten Vikina Love: Temperamentvolle Sängerin aus Togo brillierte mit verschiedenen Gruppen.
5675479.jpg
La Colombe Blanche: Die Truppe bot eine vielseitige Show, die zu den Wurzeln des Gospel führte.

Stolberg. Spontane Trommelsessions am Straßenrand, afrikanische Stände, Tanz, exotische Köstlichkeiten, Musik und mehr haben die Stolberger Altstadt gefüllt, die am Wochenende bunter und lebendiger denn je war.

Schon am Freitagabend zeichnete sich ab, dass mit dem Bezug zu einem ganzen Kontinent statt eines Ländermottos „Stolberg goes Afrika“ ein Kulturfestival mit kontinentaler Dimension werden sollte: Bei einer offiziellen Eröffnungsveranstaltung blieb es nicht, sondern das Festival fing bereits am Freitag beeindruckend an. Viele Stände verwandelten Alter Markt, Luziaweg und das Außengelände der Burg seit dem Nachmittag in einen großen farbenfrohen afrikanischen Basar, und im Kunsthandwerkerhof lud die Lehmlounge ein.

Während die formelle Eröffnung des Kulturfestivals im Rittersaal durch die Trommelgruppe „Akomamu“ heißen Rhythmus erhielt, begeisterte die Sängerin Vikina Love am Alter Markt das Publikum. Nur von der Percussion des Trommlers Paply begleitet, überzeugte sie mit ihrem warmen wie kraftvollen Gesang. Das Duo verbreitete virtuos afrikanische Lebensfreude und Leidenschaft in der Altstadt. Vikina Loves Interpretationen von „Pata Pata“, „Aïcha“ oder „The Lion sleeps tonight“ bestachen durch stimmliche Sinnlichkeit und mitunter berauschenden Trommelsoli.

Atemberaubende Akrobatik bot anschließend die Gruppe „Hot Africa“, die am gesamten Wochenende immer wieder Szenenapplaus aufbranden ließ, und in der Musikkneipe „Piano“ erfreute eine Jazz-Session die Besucher. Im Rittersaal benötigte die Band „Africano“ nur wenige Lieder, um die Besucher davon zu überzeugen, bis nach Mitternacht zu tanzen.

Vom Nachmittag bis in die Nacht feierten dann am Samstag zahlreiche Gäste bei einem abwechslungsreichen Programm, dass dem Oberbegriff „Kulturfestival“ wahrlich gerecht wurde. Eine Kunstausstellung lockte an den Hammerberg, eine Versteigerung und Filmvorführung in das Burghoftheater und Afrika in die Altstadt. Dort erklangen immer die Trommeln oder die lauten Rufe der Maskengruppe „Krokodile Bansoh Juju“, die mit ihrer tollen Show von Burg zum Alter Markt zog. Die „City Starlights“ brachten in Kostümen die Tiere Afrikas auf die Bühne, und die Band „Number One“ lieferte entspannenden Reggae.

Auf den Burghöfen erklangen die Trommeln von Workshops zum Mitmachen sowie die Musik von „La Colombe Blanche“ und ein spezielles Programm der „Big Bandits“, die afrikanische Gastmusiker mitgebracht hatten. Und auch in der Burg wurde einiges geboten: Modenschauen, afrikanische Märchen, ein Vortrag der Stolberger VHS und als ein absoluter Höhepunkt des Abends die großartige Show von „Mama Africa“, bei der die Raumgröße des Rittersaals nicht ausreichte, um allen Interessierten Einlass zu gewähren. Weitere musikalische Schauplätze am Samstag waren die Altstadtkneipe „Piano“, in der das Ensemble „Unforgotten Melody“ mit dem ugandischen Sänger Ken „Jam“ feinsten Jazz präsentierte, und die Finkenbergkirche.

In dieser gab es zunächst vor noch überschaubarer Kulisse ein multimediales Konzert der Evangelischen Gemeinde, bei dem Miriam Löhr (Gesang), Alina Meuser (Saxophon und Textrezitation), Camilla Winkler (Violine) und Gunther Antensteiner (Klavier und Orgel) Filmmusiken intonierten, zu denen Fotos und Filmsequenzen auf einer großen Leinwand präsentiert wurden. Am Abend war das Gotteshaus inklusive der Empore komplett mit Zuhörern gefüllt, als der Gospelchor „Voices of Praise“ unter der Leitung von Darnita Rogers ein eindrucksvolles Konzert sang. Die bravourös dargebotenen Spirituals konnten einige Gäste nur vom Stehplatz aus genießen.

Vor der großen Parade am Sonntag, konnte man sich bei einem „Afro-Brunch“ im Bistro des Museums Zinkhütter Hof stärken, wo Karim Camara für afrikanischen Rhythmus sorgte, und der Künstler Uli Aschenborn live namibische Tiere malte und zeichnete. Die Parade selbst war indes nicht der Abschluss des rundum gelungenen Kulturfestivals, sondern eher das Startsignal für die letzte Etappe, denn es durfte noch weiter gefeiert werden.

Zum Beispiel im Steinweg, wo die Band „Outumfuo“ auf der Aktionsbühne von Kaesmacher musizierte, oder in der Lehmlounge im Kunsthandwerkerhof am Alter Markt, denn „Pascals Percussion Family“ trommelten zur „After Parade Party“. Gleich nebenan spielte „Jah Culture“ hochwertigen Roots-Reggae auf dem Alter Markt, während die „Cokaya Bolon Band“ auf dem oberen Burghof den musikalischen Ausklang von „Stolberg goes Afrika“ ansprechend gestaltete.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert