Stolberg - Ein erster Schritt zur Entwicklung des Dorfes

Ein erster Schritt zur Entwicklung des Dorfes

Von: Jürgen Lange
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Soll endlich Platz machen für
Soll endlich Platz machen für eine Verbindung zwischen Markuskplatz und Bürgerhaus: das marode Feuerwehrgerätehaus in Mausbach. Foto: Lange

Stolberg. Ein Dorn im Auge der Mausbacher ist das alte Feuerwehrgerätehaus am Markusplatz schon seit langem. Nahezu ungenutzt, optisch ein Schandfleck und den Durchgang zum Platz hinter dem Bürgerhaus im „Hahn” meidet man lieber.

Mittlerweile ist der Weg ob seiner Verschmutzung und aus Sicherheitsgründen verschlossen. Dabei gilt das alte Gerätehaus als ein Schlüssel für die städtebauliche Entwicklung des Ortskerns.

Diese Schlüsselstellung hat die Bürger selbst intensiv beschäftigt, als sie sich bei der Erarbeitung des Dorfentwicklungskonzeptes im Rahmen des von der EU geförderten Leader-Projektes vor vier Jahren Perspektiven zur Gestaltung der Dorfmitte erarbeiteten und die Schaffung einer gebäudefreien Verbindung zwischen Markusplatz und dem vier Meter höher liegenden Parkplatz anregten, die wiederum die Potenziale für weitergehende und zukünftige Nutzungen erweitern würde. Angesichts fehlender Finanzen wurden derartige Gedankenspiele seinerzeit erst einmal in die Schublade gelegt: Die Umgestaltung des Markusplatzes hätte die Stadt trotz einer 60-prozentigen Förderung noch rund 470.000 Euro gekostet.

Aber jetzt werden die Pläne wieder herausgeholt, zumindest für den Bereich des alten Gerätehauses. Das schlägt die Verwaltung dem Stadtrat vor, der einen Dringlichkeitsbeschluss zur Vergabe der Planung für einen Abriss genehmigen muss. Die Verkehrssicherung der Immobilie ist der Anlass, diesen Kernpunkt des Mausbacher Dorfentwicklungskonzeptes vorzuziehen.

Denn die Dachkonstruktion ist marode und die Substanz des Gebäudes ist stark in Mitleidenschaft gezogen Handlungsbedarf ist gegeben. Zuletzt im September hatte die Verwaltung dem Rat pflichtgemäß vorgeschlagen, lediglich das Dach zu sanieren. Nicht etwa, weil sie das für sonderlich sinnvoll hielt, sondern weil angesichts der Haushaltssituation die Kosten mit 50.000 Euro die niedrigsten waren.

Nachhaltige Lösung

Ein Teilabriss wäre bereits mit 60.000 Euro zu Buche geschlagen. Ein Komplettabriss wird auf 90.000 Euro kalkuliert, weil das Gerätehaus zugleich als Stützwand zur Sicherung des Parkplatzes am Bürgerhaus sowie als Auflager der Überdachung der Treppenanlage dient. Im Herbst trat aber erst einmal der Rat auf die Bremse, weil auch er den preiswerteren Vorschlag nicht für den nachhaltigsten hielt. Die Dachsanierung eines maroden Gebäudes, dessen Nutzwert gering und dauerhafte Unterhaltung teuer sind, und das eigentlich abgerissen werden soll - das hielten weder Politik noch Verwaltung in Stolberg für wirtschaftlich.

Doch hier bietet das Dorfentwicklungskonzept den Ansatz, diese städtebaulich wichtige Maßnahme im ländlichen Raum sinnvoll auf die Schiene zu setzen. Die Bezirksregierung hat aufgrund der zentralen Bedeutung des Abrisses innerhalb des Gesamtkonzeptes eine Förderung signalisiert. Zumal damit auch die Möglichkeit besteht, die funktionalen Zusammenhänge im Dorfkern zu verbessern. Denn die direkte Fußwegverbindung zwischen Markusplatz und dem Bürgerhaus-Gelände gilt nicht nur für das soziale und wirtschaftliche Leben im Dorf, sondern auch für die Verkehrssicherheit von großer Bedeutung.

So kann dort der Schulweg zwischen den Bushaltestellen sowie der Grund- und Realschule ausgewiesen werden, der derzeit entlang der gefährlichen Krewinkler Straße auf engen Bürgersteigen verläuft. Und angesichts der entstehenden Sichtachse und verbesserten Zuwegung dürfte der Bürgerhaus-Parkplatz verstärkt angenommen und so der Markusplatz vom starken Parkdruck entlastet werden.

Da Mausbach innerhalb der Leader-Region liegt und das Vorhaben Teil des Dorfentwicklungskonzeptes ist, kann Stolberg mit einer Förderung von bis zu 60 Prozent rechnen. Allerdings musste der Förderantrag bereits Mitte dieses Monats in Köln vorgelegt werden, so dass die Planung Anfang Februar per Dringlichkeitsentscheidung beauftragt wurde. Angesichts der erwarteten Förderung dürften Abriss und Neugestaltung mit einer Treppenanlage für die Stadt nicht teurer ausfallen, als die bis dato preiswerteste Lösung einer Dachsanierung eines Gebäudes, das keiner mehr haben möchte.
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