Ein drittes Museum für die Kupferstadt

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
sägewerkbu
Eichenstamm als Wegweiser: Forstdirektor Robert Jansen ist Vorsitzender des Fördervereines. Er ist für das neue Zweifaller Museumssägewerk verantwortlich. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. Die Museumslandschaft der Kupferstadt erfährt am Wochenende eine Bereicherung. Neben dem Industriemuseum Zinkhütter Hof und dem Heimat- und Handwerksmuseum in der Torburg wird am Sonntag ein weiteres Museum der Öffentlichkeit übergeben. Das im Zweifaller Solchbachtal gelegene neue Museumssägewerk öffnet dann seine Tore.

„Mehr als drei Jahre haben die Aufbauarbeiten gedauert”, blickt Forstdirektor Robert Jansen, der Vorsitzender des Fördervereines ist und die Entstehung des 120 Quadratmeter großen Holzbaues am Forsthaus Zweifall von Anfang an sachkundig begleitet hat, zurück. Begonnen hat alles im Juli 2006.

Auf dem Gelände des Forsthauses an der Jägerhausstraße wurde eine Baugrube ausgeschachtet und ein Fundament gegossen. Die Errichtung des Holzbaus und die Installation der beiden historischen Maschinen war dann Sache der Auszubildenden und Forstwirte des zum Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde gehörenden Forstbetriebes Zweifall.

Herzstück des neuen Museums sind zwei historische Sägemaschinen aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Während das aus Mulartshütte stammende Gatter dafür sorgt, dass aus einem Fichtenstamm grobe, geschnittene Bretter und Kanthölzer entstehen, ist die einst in Zweifall beheimatete Bandsäge für die Feinarbeiten verantwortlich.

„Schwerpunkt des Museumssägewerks ist die Darstellung der Zweifaller Holzindustrie”, sagt Jansen, der den Blick auf die zahlreichen Fotos und Geräte lenkt, die lückenlos die Geschichte der örtlichen Holzindustrie dokumentieren und im Vorraum des Museumssägewerks zu finden sind. Denn das neue Museumssägewerk ist in zwei Bereiche aufgeteilt: der Besucher trifft auf eine Maschinenhalle und einen Vorraum.

Neben den Bildern, die die Entwicklung der Mitte des 19. Jahrhunderts entstandenen Zweifaller Holzindustrie darstellen, sind im Vorraum viele Geräte ausgestellt, die das Fällen der Stämme im Wald und das Zubereiten im Betrieb zeigen.

So sind neben mechanischen Baumsägen auch zahlreiche alte Werkzeuge ausgestellt, die dem Fällen, Markieren, Entasten und Schneiden dienten.

„Einige der ausgestellten Werkzeuge stammen aus dem eigenen Forstbetrieb und lagen längst vergessen auf dem Speicher”, weiß Jansen zu berichten, der sich besonders über das vielfältige, von Zweifaller Bürgern zur Verfügung gestellte historische Material freut. Ein Beispiel für die Spendenbereitschaft der Zweifaller ist der Besuch von Heinz Krings, der dem Vorsitzenden des Fördervereins beim Termin dieser Zeitung eine alte Trinkflasche aus Aluminium überreichte, die sein Großvater Heinrich Müller einst bei den Holzarbeiten im örtlichen Wald genutzt hat.

Um den Betrieb des historischen Sägewerks auf eine sichere finanzielle und organisatorische Basis zu stellen, wurde im September vergangenen Jahres eigens ein Förderverein gegründet, der anfänglich aus 26 und mittlerweile schon aus 35 Mitgliedern besteht. Zuvor war der Aufbau des Museumssägewerks dem Heimat- und Handwerksmuseum in der Torburg angegliedert.

Organisatorische Gründe seien ausschlaggebend dafür gewesen, einen eigenen Förderverein zu gründen, versicherte Jansen, der einer Zusammenarbeit mit dem Torburgmuseum weiterhin Priorität einräumt.

Die Eröffnung ist in zwei Teile gegliedert: einem inoffiziellen Teil mit geladenen Gästen am Samstag um 15 Uhr, zu dem unter anderem der Leiter des NRW-Landesbetriebes Wald und Holz, Frank-Dietmar Richter, aus Münster erwartet wird; und einem Tag der offenen Tür am morgigen Sonntag von 10.30 bis 17 Uhr.

Dann sollen unter anderem 30 Fichten- und Douglasienstämme zu Kanthölzern und Brettern verarbeitet werden. Darüber hinaus wird an fünf Stationen der Weg von der „Holzernte” bis zum Zuschneiden der Stämme in Bretter und Balken demonstriert.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert