Ein Blick hinter die Kulissen der Schule

Von: Sonja Essers
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Nicht nur kleinere handwerkliche Arbeiten gehören zu seinem Beruf. Hausmeister Michael Kiel muss sich auch um Schreibarbeiten kümmern. Foto: Sonja Essers
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Jede Menge Schlüssel hat Michael Kiel in seinem Büro. Der Hausmeister des Ritzefeld-Gymnasiums kennt jede Tür und jedes Fenster der Schule. Foto: Sonja Essers

Stolberg. 188 Stufen sind es vom Keller im Neubau bis zum Chemietrakt in der vierten Etage des Gebäudes. 188 Stufen, die Michael Kiel ganz genau kennt. Er ist Hausmeister am Ritzefeld-Gymnasium und hat in diesen Wochen besonders viel zu tun. Dass Hausmeister in den Ferien die Füße hochlegen könnten, sei ein verbreitetes Vorurteil.

Kiel weiß: „Wenn die Schüler nicht da sind, fängt die Arbeit eigentlich erst so richtig an.“ Seit 2006 arbeitet der gelernte Elektromeister als Hausmeister an dem Stolberger Gymnasium. Ein Job, der ihm auch elf Jahre später noch besonders viel Spaß macht. Der Grund: „Handwerkliches Geschick sollte man für diesen Beruf schon mitbringen und das kann ich voll und ganz entfalten, auch wenn ich natürlich nicht alles selbst machen kann.“

In der Regel beginnt sein Tag morgens um sieben Uhr – oft ist Kiel aber schon früher in der Schule. Vor allem außerhalb der Ferien. Bevor Schüler und Lehrer ihren Tag beginnen, hat er schon seinen ersten Rundgang hinter sich und schaut, ob im Gebäude und auf dem Gelände alles in Ordnung ist. „Während der ganzen Schulzeit bin ich im Gebäude. Schließlich muss ich immer greifbar sein, falls mal etwas ist“, sagt er.

Ist also mal eine Lampe defekt oder ein Fenster lässt sich nicht mehr öffnen, ist Michael Kiel schnell zur Stelle. Dass er dabei gleich fünf bis sechs Mal am Tag alle 188 Stufen des Gebäudes hoch- und wieder runterlaufen muss, macht ihm nichts aus. Für ihn ist sein Job längst zu einer Berufung geworden und die Schule längst zu einem zweiten zu Hause. „Das hier ist mein Wohnzimmer“, sagt er. Ein Wohnzimmer, in dem er jede noch so kleine Schraube bestens kennt.

Als das Ritzefeld-Gymnasium 2006 umgebaut wurde, schaute Michael Kiel den Bauarbeitern ganz genau zu. „Da war ich gerade erst hier und bin anscheinend genau zur richtigen Zeit gekommen“, sagt er und fügt hinzu: „Ich wollte und will noch immer wissen, was sich hinter den Wänden und unter den Böden verbirgt.“

Die aufwendigsten Arbeiten stehen für ihn allerdings nicht während der Schulzeit, sondern in den Ferien auf dem Programm. Dann wird die Notbeleuchtung gecheckt, die Beschilderung an den Klassenräumen wird angepasst, der Rasen und die Sträucher werden gemäht und geschnitten, die Verbandskästen werden überprüft, die Schmutzfangmatten gesäubert, die Bestuhlung angepasst und die Tafeln auf ihre Standfestigkeit überprüft – um nur einige Beispiele zu nennen. Schreibarbeiten gehören natürlich auch noch zu seinen täglichen Aufgaben.

Und damit nicht genug. Für die Sommerferien hat sich Michael Kiel vorgenommen zwei von drei Klassenräumen, in denen die fünften Klassen bald einziehen werden, zu streichen. „Als Überraschung für die Kinder“, sagt er. In den Sommerferien seien regelmäßig zwei Klassenräume an der Reihe, in den Oster- und Herbstferien streiche er einen Klassenraum. „Dann sind wir in spätestens fünf Jahren durchrenoviert. Dann ist es für die Schüler auch gemütlich“, sagt Kiel und lacht.

In der letzten Ferienwoche findet die Grundreinigung statt. Momentan werden bereits die Böden gereinigt und neu versiegelt. Auch an den anderen Stolberger Schulen wird derzeit fleißig gewerkelt, damit die Schüler und Lehrer nach den Sommerferien dort wie gewohnt ihren Unterricht aufnehmen können. Bevor es jedoch soweit ist, hat auch Michael Kiel noch zwei Wochen Urlaub. „Während der Schulzeit könnte ich nicht ruhigen Gewissens in der Sonne liegen“, sagt er.

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