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Eifelverein: Wichtige Veränderungen stehen bevor

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Da geht es lang: Die Markierer des Eifelvereins haben alle Hände voll zu tun. Regelmäßig müssen neue Wanderwege für Mitglieder und Wanderer ohne Mitgliedschaft ausgewiesen werden. Oder alte Markierungen erneuert werden. Foto: Eifelverein

Stolberg/Eifel. Der Eifelverein reagiert auf den demografischen Wandel und konzentriert sich zukünftig auf seine Kernaufgaben. Zudem soll es ein neues Markierungssystem für Wanderwege konzipiert werden und der Verkauf einiger Immobilien steht auf dem Plan.

Auch der Eifelverein bekommt die Auswirkungen der Bevölkerungsentwicklung hautnah zu spüren. Rückläufige Mitgliederzahlen, Überalterung und abnehmendes Interesse am Ehrenamt machen der immer noch größten Bürgerinitiative der Eifel (mit aktuell noch 27 000 Mitgliedern) zu schaffen.

„In den letzten sechs Jahren haben wir jährlich 500 Mitglieder verloren und laufen nun Gefahr, bei unveränderten Rahmenbedingungen unsere Satzungsaufgaben nicht mehr erfüllen zu können“, so die Hauptvorsitzende Mathilde Weinandy, zugleich Bürgermeisterin von Prüm.

Als Kommunalpolitikerin weiß Mathilde Weinandy, wo von sie redet. Denn vom demografischen Wandel sind nicht nur die Vereine wie der Eifelverein, sondern zum Beispiel auch die Parteien betroffen.

„Handeln und die Bereitschaft, Veränderungen zu akzeptieren, sind jetzt angesagt“, so Weinandy weiter, „und wir im Hauptverein arbeiten seit längerem daran, die Weichen für die Zukunft zu stellen“. Als eine der Kernaufgaben sieht Weinandy die Wegearbeit des Eifelvereins, die seit 1890 ehrenamtlich für die Eifel zur Förderung des Wandertourismus geleistet wird.

2800 Kilometer Hauptwanderwege legen sich netzartig über die Eifel und bildeten seit über 100 Jahren das Grundgerüst zum Wandern. Mit dem Aufkommen qualitativ besserer Wanderwege wie Eifelsteig oder Moselsteig, die aus Steuergeldern finanziert und professionell touristisch vermarktet werden, sind die Wege des Eifelvereins ins Hintertreffen geraten. „Diese Entwicklung haben wir kommen gesehen und deswegen frühzeitig reagiert“, ergänzt Manfred Rippinger, Hauptgeschäftsführer des Eifelvereins.

Ursprüngliche Visionen wie die Übernahme des Wegemanagements der meisten neuen touristischen Qualitätswege (1700 Kilometer), Teilverlegungen eigener Wege auf Eifelsteig und Co. oder die Einführung eines Patenschaftssystems für die Hauptwanderwege zur nachhaltigen Pflege sind mittlerweile Realität geworden. Dies sei erst der Anfang, so Rippinger weiter.

Denn der Eifelverein als Dienstleister für die Region müsse nicht nur seine Mitglieder, sondern verstärkt auch den Kunden und damit den Wanderer an sich im Auge haben, um mit den touristischen Angeboten anderer Mitstreiter konkurrieren zu können. So sollen zukünftig Vereinswege, die auf derselben Route wie Qualitätswege verlaufen, eingezogen und das sehr spezielle Markierungssystem des Eifelvereins an die aktuellen Bedürfnisse der Wanderer angepasst werden.

Dass dies in einem Traditionsverein wie dem des Eifelvereins nicht von heute auf morgen geht, betont Weinandy mit Nachdruck. „Hier müssen wir unsere (27000 Mitglieder) mitnehmen und noch viel Überzeugungsarbeit leisten“.

An Entschlossenheit, Veränderungen im Verein umzusetzen, mangelt es der 65-Jährigen aus Prüm nicht. So hat die jüngste Mitgliederversammlung beschlossen, das vereinseigene Jugendferienheim bei Simmerath zu verkaufen. Und auf der Tagesordnung der nächsten Versammlung am 21. Mai in Speicher wird die Abgabe der Niederburg in Manderscheid stehen. Es ist also einiges für die nächsten Monate im Eifelverein in Bewegung geraten.

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